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Michael Schumacher wird in Malaysia seinen 253. Grand Prix bestreiten © getty

Michael Schumacher und Mercedes erhoffen sich für Malaysia einen "großen Sprung" nach vorn. Schumi adelt seinen Kronprinzen.

Von Julian Meißner

München - Sie gingen als die beiden größten deutschen WM-Hoffnungen in die Saison, haben aber alles andere als einen Start nach Maß hingelegt.

Sebastian Vettel und Michael Schumacher stehen vor dem dritten Saisonrennen in Kuala Lumpur (Quali, Sa., ab 9.45 Uhr LIVE) schon mächtig unter Druck.

Vize-Weltmeister Vettel vom Red-Bull-Team nimmt in der Fahrerwertung nur den siebten Platz ein, unmittelbar dahinter folgt Mercedes-Star Schumacher.

In Führung liegen vor dem Hitze-Rennen von Sepang die beiden Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa vor den Briten Jenson Button und Lewis Hamilton im McLaren.

Vettel die Messlatte

Doch auch wenn insgesamt sieben Fahrer vor Schumacher rangieren - inklusive seinem Teamkollegen Nico Rosberg auf Platz sechs -, hat der siebenmalige Champion Vettel als Messlatte ausgemacht.

"Wenn man mich nach einem Rivalen fragt, der herausragt, ist das er", sagte Schumacher am Donnerstag auf einem Promotion-Termin für Namenssponsor Petronas in Kuala Lumpur über seinen Thronfolger in spe: "Sieht man sein Auto und seine Fahrweise, ist er der Fahrer, der die größte Bedrohung sein wird."

"Ich bin wirklich zufrieden"

Doch ist Schumacher überhaupt in der Lage, um den Titel mitzufahren? Nach zwei von 19 Rennen sollen im Fahrerlager schon die ersten Wetten laufen, ob der 41-Jährige diese Saison überhaupt beendet.

Fest steht: Von seinen Ansprüchen ist der 91-fache GP-Sieger weit entfernt. Er nimmt es jedoch locker, zumindest nach außen. Schumacher: "Die Leute denken vielleicht, dass ich nichts gezeigt habe. Aber ich sehe das anders. Ich bin wirklich zufrieden mit meiner Leistung."

Podium als Nahziel

Die Performance des Fahrers ist jedoch nur ein Teil des Pakets, das bei den Silbernen bekanntlich mit dem MGP-W01 noch nicht zu den leistungsfähigsten gehört.

Schumacher gibt für den Malaysia-Grand-Prix, der wegen der hohen Temperaturen und der extremen Luftfeuchtigkeit zu den anstrengendsten Rennen des Jahres zählt, dennoch eine optimistische Prognose ab: "Wir wollen aufs Podium. Wir sind nicht zu weit weg. Und danach wird auch noch einiges kommen."

Der Entwicklungs-Freak ist sich sicher: "Wir haben doch noch alle Möglichkeiten. Ich habe die WM ganz sicher noch nicht aufgegeben. Das ist viel zu früh. "Die entscheidende Frage für Schumi ist: "Wie lange brauchen wir, um das Auto nach ganz vorne zu entwickeln? Und da bin ich optimistisch."

Haug hält am WM-Ziel fest

Mercedes-Sportchef Norbert Haug erhofft sich für das Petronas-Heimspiel einen "großen Schritt" und betont, man halte am Ziel WM-Titel fest.

"Ich bin kein Lautsprecher, der sagt, wir gewinnen den Titel. Aber natürlich wollen wir so viele Siege, Podiumsplatzierungen und Punkte wie möglich. Dann sind wir hoffentlich bei der Jagd dabei", so der zurückhaltende Schwabe.

Haug: "Fragen Sie unsere Konkurrenten. Ich wäre überrascht, wenn viele von ihnen über uns sagen: Vergesst sie, sie sind nicht gut genug, die kommen nicht mehr."

Surer: Red Bull nicht "zerbrechlich"

Mercedes wäre - zumindest in Sachen Speed - also gerne dort, wo Red Bull schon ist. Nur die Verlässlichkeit des RB6 macht dem Team von Vize-Weltmeister Vettel nach den zwei Defekten in zwei Rennen zu schaffen.

Ex-Formel-1-Pilot und TV-Experte Marc Surer glaubt jedoch nicht, dass es sich um ein konzeptionelles Problem handelt: "Der Red Bull ist bestimmt nicht zerbrechlich, sonst wäre ja Vettels Teamkollege Mark Webber mit seinem Hauruck-Fahrstil nicht zweimal ins Ziel gekommen. Wir müssen uns um Vettel keine Sorgen machen, seine Ausfälle waren einfach nur Pech."

Rosberg lachender Dritter?

Vettel, der in Melbourne noch schwer frustriert sein Pannen-Pech verfluchte, ist schon wieder kampfeslustig. "Der Rückstand sieht schlimmer aus, als er ist", sagt der 22-Jährige mit Blick auf die WM: "Denn umgerechnet auf das alte System sind das zehn Punkte. Auf 17 Rennen gesehen ist das durchaus machbar."

Für Surer steht jedenfalls fest, dass Vettel Schumacher in der Hierarchie der "Formel deutsch" längst den Rang abgelaufen hat: "Er hat zwei fehlerfreie Rennen hingelegt, alles andere war wie gesagt nur Pech, mehr nicht. Vettel ist der Maßstab, er ist Deutschlands neuer Superstar."

Und Rosberg? Er könnte am Ende lachender Dritter im nationalen Wettkampf werden. Der Weltmeister-Sohn hat bislang gegenüber Schumacher die Nase vorn und sich in der WM schon ein kleines Polster geschaffen.

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