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Michael Schumacher belegte in den zwei Grands Prix dieses Jahres die Plätze sechs und zehn © getty

Lewis Hamilton dominiert das Training in Malaysia, Sebastian Vettel wird Zweiter. Schumi muss sich als Fünfter rechtfertigen.

Von Marc Ellerich

München - Sebastian Vettel war der einzige, der in die silberne Armada einbrechen konnte.

Der deutsche WM-Anwärter hat das Freie Training zum Großen Preis von Malaysia (Quali, Sa., ab 9.45 Uhr LIVE) auf dem zweiten Platz hinter dem dominierenden Fahrer des Tages, McLaren-Pilot Lewis Hamilton, beendet.

Hamilton fuhr in der zweiten Trainingssession die schnellste Runde in 1:34,175 Minuten, Vettel benötigte 1:34,441 Minuten (SERVICE: Das Trainingsergebnis).

"Das war kein schlechter Tag heute", kommentierte Hamilton sein Ergebnis: "Ich hatte ein gutes Gefühl im Auto, vielleicht das beste in diesem Auto auf dieser Strecke." Er wisse nicht, wie sein Rennwagen im Vergleich zu denen der Konkurrenz dastehe, aber "ich glaube definitiv, dass wir einen kleinen Schritt nach vorne gemacht haben."

Schumacher Fünfter

Auf den drei Plätzen hinter dem Duo folgten allesamt Autos, die in Silberfarbe lackiert sind: Nico Rosberg schob sich im Mercedes-Renner auf den dritten Platz (1:34,443 Minuten), dahinter folgte der zweite McLaren-Pilot, Australien-Sieger Jenson Button.

Mercedes-Star Michael Schumacher ließ seinen Trainingsplatzierungen in Bahrain (Dritter) und Australien (Vierter) nun einen fünften Rang folgen (1:34,674 Minuten).

"Noch nicht ganz gut"

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war mit dem Ergebnis des "deutschen Nationalteams" am Sitz des Titelsponors Petronas offenbar nicht zufrieden: "Wo wir stehen, ist heute schwer abzuschätzen, wir sind sicher noch nicht ganz gut."

Auch Sebastian Vettel war trotz seines zweiten Platzes nicht zufrieden mit der Performance seines zuletzt sehr anfälligen RB6.

"Ich war heute nicht hundertprozentig glücklich, wir müssen noch etwas schneller werden", forderte er. Auf eine erneute Pole Position wollte sich der WM-Siebte nicht festlegen lassen: "Wir müssen sehen, wo wir stehen und werden dann unsere Ziele festlegen. Natürlich wollen wir ins Q3 und dort dann so weit vorne wie möglich landen."

Vielleicht rührte Vettels Unzufriedenheit auch von den zwei kleineren Zwischenfällen, die sein Team beim Asien-Auftakt hatte. Vettels Teamkollege Mark Webber hatte im ersten Durchgang einen "plötzlichen Leistungsverlust" des RB6 erlebt und war danach ausgerollt. Die Ursache ist unklar. Vettel hatte Schwierigkeiten mit der Servo-Lenkung.

"Bin kein Magier"

Michael Schumacher kommentierte seine, rein von den Platzierungen betrachtet, negative Entwicklung dennoch zufrieden. "Wir hatten eine gute Geschwindigkeit. Trotzdem muss man realistisch bleiben, es könnte uns noch ein wenig bis ganz zur Spitze fehlen." (Schumi fürchtet Vettel)

Schon vor dem Wochenende in Malaysia musste er sein Abschneiden in Australien, wo er nach einem schwierigen und turbulenten Rennen Zehnter geworden war, ins rechte Licht rücken. "Es gibt Grenzen, innerhalb derer wir uns zurzeit bewegen können, und das habe ich getan", sagte Schumacher in Kuala Lumpur: "Ich bin kein Magier. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Man muss für seine Ziele arbeiten."

Brawn widerspricht Schumi

Schumacher bekräftigte erneut, dass er mit seinem Ergebnis in Melbourne zufrieden sehr sei: "Ich hatte ein gutes Wochenende." (Schumi und Vettel wollen antworten)

Allerdings musste der Rekord-Weltmeister den Widerspruch seines Teamchefs Ross Brawn ergehen lassen, der Schumachers Behauptung, mit dem MGP-W01 sei das Überholen unmöglich, nicht gelten lassen wollte. "Wenn wir demnächst mehr Performance haben, wird das Überholen für Nico und Michael leichter", sagte er der "Bild": "Es geht nur um die Performance. Das unser Auto empfindlicher ist als andere, würde ich nicht sagen."

Geduld mit Schumi

Der Deutsche war von den internationalen Medien nach dem Australien-Rennen hart kritisiert worden, da er lange Zeit nicht am vermeintlich unterlegenen Toro Rosso des Spaniers Jaime Alguersuari vorbeigekommen war.

Brawn bat um etwas Geduld mit dem Formel-1-Rückkehrer. "Es wird noch zwei bis drei Rennen dauern, bis wir den alten Schumacher sehen", sagte der Brite dem Fachmagazin "auto motor und sport".

Im Training in Malaysia ließ Schumacher unter anderem die beiden Ferrari-Stars Fernando Alonso und Felipe Massa hinter sich, die wie für die Scuderia üblich, strikt ihr Programm abspulten, ohne auf das Ergebnis zu schielen.

Sutil auf Platz zehn

Bahrain-Sieger Alonso wurde folglich nur Achter, sein brasilianischer Teamkollege sogar nur 16.

Viertbester Deutscher hinter Vettel, Rosberg und Schumacher war Adrian Sutil im Force India, der die elfte Zeit fuhr. Wiliams-Neuling Nico Hülkenberg stellte seinen Rennwagen als 19. in die Box. Schlusslicht aus deutscher Sicht war Timo Glock im Virgin, dem als 22. fünf Sekunden auf die Hamilton-Zeit fehlten.

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