DSF-Experte Peter Kohl zieht in den Tops und Flops eine Bilanz des Malaysia-GP. Ein deutsches Quartett bekommt viel Lob.

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TOPS

Sebastian Vettel: Super Start, souveränes Rennen - und das Glück diesmal auf seiner Seite. Eine Bestrafung für das Überholen von Jarno Trulli in der letzten Runde unter Gelb wäre unverhältnismäßig gewesen - der Italiener war unglaublich langsam, Vettel ist selber stark vom Gas gegangen, zudem hat Trulli ihn durchgewinkt. Vettel hätte davon ausgehen können, dass der Lotus-Fahrer Probleme hat. Der Sieg ist verdient und kommt zum richtigen Zeitpunkt!

Red Bull: Mit Abstand das schnellste Auto im Feld, so spielen sie mit der Konkurrenz!

Mark Webber: Sein Reifenpoker im Qualifying war genial, leider nicht sein Start! Ansonsten fehlerfrei nach einem Bockmist-Wochenende in Australien. Die harsche Kritik, die er für den Auftritt im Albert Park kassierte, hat er sichtlich gut weggesteckt. Nico Rosberg: Wer bei diesen klimatischen Bedingungen zwei Tage unter Durchfall leidet, und sein Ding so durchzieht, den ersten Podiumsplatz für Mercedes GP holt, hat ein Sonderlob verdient.

Adrian Sutil: Klasseleistung im Stile eines Topfahrers. Wie er Hamilton hinter sich gehalten hat war erstklassig. Hoffentlich ist bei ihm der Knoten endgültig geplatzt, dass er Potenzial hat, wissen wir ja schon lange.

Fernando Alonso: Mit den technischen Problemen vom Start weg so zu fahren ist eine bemerkenswerte Leistung! Er war teilweise klar schneller als Teamkollege Massa, hätte Punkte verdient gehabt! Allein schon für seinen Kampfgeist!

Jaime Alguersuari: Der ist gerade mal vor knapp zwei Wochen zwanzig Jahre alt geworden, und tritt auf wie ein alter Hase. Die beiden Ferrari-Jockeys kamen erst an ihm vorbei, als er zum Reifenwechsel abbog, seine Duelle und Überholmanöver gegen Petrow und Hülkenberg waren erste Sahne. Wirklich gutes Entertainment!

Toro Rosso: Während die vor der Saison so hoch gehandelten Sauber und Williams enttäuschen, brilliert die Truppe von Franz Tost mit Zuverlässigkeit und zwei heißen jungen Piloten.

Nico Hülkenberg: Okay, Platz zehn ist nicht der Hammer, aber es ist immerhin sein erster WM-Punkt! Das Auto ist einfach zu schwach, hat zu wenig Motorleistung, zudem bauen die Reifen viel zu schnell ab. Aber im Regen spielt das weniger eine Rolle, und da war er im Qualifying extrem stark, ließ Teamkollege Barrichello nicht den Hauch einer Chance, und der ist ein echter Regenspezialist!

Witali Petrow: Seine Fehlerquote ist noch groß, aber so what! Der Junge ist neu in der Formel 1, und wie der in den Duellen mit Hamilton dagegen gehalten hat, war schon bemerkenswert. Eine Belebung, wenn ich da an Langweiler wie Bourdais denke.

Hispania Racing Team: Beide Autos im Ziel, bravo! Wenn man überlegt, mit welchem Schrott die unterwegs sind.

Virgin Racing: Die erste Zielankunft darf ruhig gefeiert werden! Ein weiterer Schritt nach vorne.

SO LALA

Lewis Hamilton: Die Auftaktphase war großes Kino, eine entschlossene, konsequente Aufholjagd mit sauberen Überholmanövern. Das Zickzack-Fahren vor Petrow war aber unnötig und gefährlich, zudem ein klarer Regelverstoß. Und Sutil konnte er auch nicht knacken, obwohl er sehr spät stoppte und in der Schlussphase die besseren Reifen hatte.

Jenson Button: Er hat einfach nicht den Speed wie Hamilton. Seine Rennintelligenz weiß er optimal einzusetzen, aber mir ist da zu wenig Fighting-Spirit!

Felipe Massa: Solide, aber ohne Glanz.

FLOPS

Der Ferrari-Motor: Zwei Schäden bei Sauber-Ferrari, der Motorplatzer bei Alonso, das ist zu viel des Üblen!

Sauber: Leider Dauergast an dieser Stelle. Für die Motorschäden können sie nichts, aber der Speed fehlte am gesamten Wochenende. Der Top-Ten-Startplatz von Kobayashi ist den chaotischen Abläufen im Qualifying und dem taktischen Versagen von McLaren und Ferrari geschuldet. Nur eine von sechs möglichen Zielankünften in drei Rennen - das ist bitter enttäuschend!

Williams: Das Auto ist zu langsam und treibt zu viel Raubbau mit den Reifen. Barrichello und Hülkenberg werden deshalb unter Wert geschlagen.

Radmuttern: Die Dinger werfen zu viele Probleme auf. Das muss man in den Griff kriegen!

Vier Piloten innerhalb von vier Punkten an der Spitze des Klassements, drei verschiedene Sieger in den ersten drei Rennen - die Formel 1 rockt!

Ich freue mich schon auf China! Bis dahin

Ihr Peter Kohl

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