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Michael Schumacher gewann zuletzt 2006 einen Grand Prix © getty

Michael Schumacher geht nach seinem zehnten Platz in China hart mit sich ins Gericht. Norbert Haug sieht die Probleme allerdings beim Wagen.

Zusammengestellt von Jessica Pulter

Schanghai - Selbst das Regenwetter beim Großen Preis von China hat Michael Schumacher beim vierten Saisonrennen kein Glück gebracht.

Von Platz neun aus ins Rennen von Schanghai gegangen, landete der einstige "Regenkönig" auf dem zehnten Rang und verbuchte nur ein WM-Pünktchen. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Immer wieder musste Schumacher einen der jüngeren Fahrer an sich vorbeiziehen lassen und ging später selbstkritisch mit sich ins Gericht: "Es war ein Pokerspiel - vor allem, was die Reifen anging. Doch ich habe diesbezüglich keinen guten Job gemacht. Ich habe die Reifen unterm Strich zu hart rangenommen."

Spannendes Duell mit Hamilton

Es waren packende Duelle, die sich der Altmeister insbesondere mit Lewis Hamilton und später auch Sebastian Vettel lieferte. Schumi, der zwischenzeitlich sogar Fünfter war, konterte ein ums andere Mal die Überholversuche seiner Verfolger.

Aber am Ende zog stets die jüngere Konkurrenz noch am siebenmaligen Weltmeister vorbei. Mit nachlassenden Reifen musste Schumacher kurz vor Schluss sogar noch Witali Petrow im Renault und seinen ehemaligen Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa fast kampflos ziehen lassen. (226242Bilder des Rennens)

"Das war zwar noch einmal interessant und es hat auch Spaß gemacht, sich mit Felipe in alter Kartmanier auseinander zu setzen", erklärte Schumacher: "Es war aber halt ziemlich hoffnungslos."

Bei McLaren-Mercedes ist die Stimmung nach dem Doppelsieg dagegen bestens, auch wenn Hamiltons spektakuläres Duell mit Vettel in der Boxengasse für Diskussionen sorgte.

SPORT1.de hat die Stimmen zum China-GP zusammengestellt.

Jenson Button (McLaren-Mercedes, Platz eins):

"Für mich ist es mein schönster Sieg, denn das waren ganz schön harte Bedingungen. Aber der Sieg kam nicht nur aufgrund des Wetters zustande, bei uns stimmte auch die Geschwindigkeit. Wir wissen zwar noch nicht, wo wir im Trockenen stehen. Aber die letzten Monate bei McLaren waren phänomenal. Ich fühl mich schon richtig heimisch."

Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes, Platz zwei):

"Das war ein ereignisreiches Rennen für mich, auch weil uns das Wetter die Entscheidung für den richtigen Zeitpunkt zum Reifenwechsel nicht leicht gemacht hat. Soweit ich das beurteilen kann, war das Duell mit Vettel in Ordnung. Als ich von der Box wegfuhr, bemerkte ich Sebastian, und er drückte mich ein bisschen nach rechts. Die Räder berührten sich, aber ansonsten war es fair." (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Nico Rosberg (Mercedes GP, Platz drei):

"Ich nahm den Ratschlag des Teams und meines Ingenieurs an. Wir entschieden uns dazu, es zu probieren und zu Beginn auf der Strecke zu bleiben. Das stellte sich als wirklich gut heraus. Dort draußen wünschte man sich natürlich, dass es zu regnen aufhört, denn es war auf Messers Schneide."

Sebastian Vettel (Red Bull, Platz sechs):

"In jeder zweiten Runde musste ich jemanden überholen oder wurde überholt. Es war ziemlich chaotisch, aber auch ein sechster Platz kann am Ende der Saison noch ganz wichtig sein. Beim Boxenstopp mit Lewis lag ich vorne. Ich weiß nicht, warum er das gemacht hat, denn ich war im Vorteil. Ich habe danach nur gehofft, dass er mir nicht irgendwo am Auto etwas mitgegeben hat."

Mark Webber (Red Bull, Platz acht):

"Wir wurden abgefertigt, weil wir einfach nicht schnell genug waren. Die wechselhaften Bedingungen passten uns nicht, aber alle mussten damit umgehen. Unser Wagen reagiert sehr sensibel bei diesen Bedingungen. Wir wissen, dass wir daran arbeiten müssen."

Michael Schumacher (Mercedes GP, Platz zehn):

"Es war definitiv ein Pokerspiel - vor allem, was die Reifen anging und diese zu positionieren. Das war für mich heute das Schwierigste. Besonders im Hinblick auf die Informationen, die ich zur Verfügung hatte. Dennoch muss man sagen: Ich habe diesbezüglich keinen guten Job gemacht, weil ich die Reifen unterm Strich zu hart rangenommen habe. Dadurch war zum Schluss nichts mehr übrig. Ich hatte quasi nur noch Slicks und damit konnte ich mich nicht mehr wirklich wehren. Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass dieses Wochenende kein glückliches für mich gewesen ist - auch in Bezug auf meine eigene Leistung. Daraus kann ich sicherlich etwas lernen."

Norbert Haug (Mercedes-Motorsportchef):

"Nico hat unserem Team die ersten Führungsrunden beschert und es war der 70. Sieg eines Mercedes-Motors seit 1997. Damit haben wir im Prinzip jedes vierte Rennen für uns entschieden. Das kann sich sehen lassen. Michael hatte ein krummes Auto. Ich glaube, wir müssen vor Barcelona das Chassis auswechseln. Dann geben wir ihm die besseren Voraussetzungen. Die Fans von Michael wissen aber, dass er bei einem solchen Wetter zu den Allerbesten gehört - also war etwas am Auto. Wir haben ihn und das Fahrzeug noch nicht so zusammen gebracht. Spätestens in Barcelona werden wir das klären."

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