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Michael Schumacher gewann in Barcelona bereits sechs Mal © getty

Mark Webber feiert in Barcelona einen souveränen Start-Ziel-Sieg, Vettel hat Pech. Schumacher zeigt sich stark verbessert.

Barcelona - Erneuter Dämpfer für Sebastian Vettel, aber ein eindrucksvoller Auftritt von Michael Schumacher: Beim Großen Preis von Spanien hat der Altmeister mit einer couragierten Fahrt auf Platz vier Jungspund Vettel die Show gestohlen.

Der Red-Bull-Pilot verlor nicht nur das Teamduell gegen Mark Webber, der souverän zum dritten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere fuhr, sondern musste als Dritter auch noch Lokalmatador Fernando Alonso den Vortritt lassen. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Platz drei erbte Vettel, der in der Schlussphase mit technischen Problemen kämpfte, zudem nur durch einen Ausfall von Lewis Hamilton.

"Ich weiß gar nicht, wie ich mich heute fühlen soll. Der dritte ist kein schlechter Platz, aber heute ist eine Menge schief gelaufen. In den letzten zehn Runden musste ich froh sein, überhaupt ins Ziel zu kommen", meinte ein enttäuschter Vettel.

Schumi zeigt alte Klasse

Rekordweltmeister Schumacher feierte das beste Resultat seit seiner Rückkehr nach dreijähriger Pause. Nach einem erstklassigen Überholmanöver gegen Jenson Button hielt er den aktuellen Champion erfolgreich den Rest des Rennens hinter sich und ließ dabei erstmals seine alte Klasse aufblitzen.

Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug hatte für Schumacher hinterher viel Lob parat: "Eine erstklassige fahrerische Leistung von Michael Schumacher. Mehr war heute nicht möglich, doch Michael hat seine Klasse gezeigt und Weltmeister und Tabellenführer Button hinter sich gehalten - obwohl er dazu nicht das perfekte Auto hatte."

Schumacher selbst war nicht ganz zufrieden: "Richtig Freude kommt nicht auf. Denn die Abstände sind noch zu groß", sagte er mit Blick auf die Spitze: "Wir waren nur in der Position, uns zu verteidigen und auf Ausfälle warten zu müssen, die uns nach vorne spülen." 234925 (DIASHOW: Das Rennen)

Rosberg geht leer aus

Der 41-Jährige hatte zum ersten Mal auch seinen fast 17 Jahre jüngeren Teamkollegen Nico Rosberg im Griff, der nach einem schwachen Start und Problemen bei einem Boxenstopp als 13. erstmals in dieser Saison ohne Punkte blieb. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Damit fiel Rosberg auch aus der Spitzengruppe der Gesamtwertung vorerst heraus.

Button weiter in Führung

Dort behauptete Button trotz Platz fünf mit 70 Punkten seine Führung in der WM-Wertung vor Alonso, der bei seinem Heimspiel von 98.113 Fans bei der Siegerehrung bejubelt wurde.

Vettel, der Alonso nach einem Ausritt ins Kiesbett und dem folgenden zusätzlichen Reifenwechsel passieren lassen musste, liegt als Dritter mit 60 Punkten 10 Zähler zurück. Rosberg (50) rutschte unterdessen vom zweiten auf den fünften Platz noch hinter Webber (53) ab.

Sutil guter Siebter

Schumacher holte in dagegen einem Rennen zwei Punkte mehr als in den vier Läufen zuvor zusammen. Mit jetzt 22 Zählern ist er als Gesamt-Neunter jetzt wieder drittbester Deutscher vor Adrian Sutil (16), der in seinem Force-India-Mercedes als Siebter zum zweiten Mal in dieser Saison in die Punkte fuhr.

Neben Rosberg gingen auch Williams-Pilot Nico Hülkenberg als 16. und Virgin-Fahrer Timo Glock, der zumindest erstmals ins Ziel kam, auf Rang 18 leer aus.

Pole als Sieg-Garant

Webber lieferte wie schon im vorigen Jahr auf dem Nürburgring ein perfektes Wochenende ab. Seine zweite Pole Position nutzte der 33-Jährige auch zum zweiten Sieg.

Zugleich setzte er damit eine Serie in Barcelona fort: Zum zehnten Mal in Folge triumphierte dort der Pole-Setter.

Red Bull, das offenbar vor dem Europaauftakt den größten Schritt der Spitzenteams gemacht hat, rückte mit 113 Punkten ganz eng an McLaren (119) und Ferrari (116) heran.

Vettel wehrt Hamilton-Attacke ab

Beim Start hatte Vettel es nicht wie erhofft geschafft, an Webber vorbeizuziehen. Stattdessen musste er sich in der ersten Kurve eines Angriffes von Hamilton erwehren, schaffte es allerdings, den Briten hinter sich zu halten.

Schumacher behauptete mit einem ordentlichen Start seinen sechsten Platz, Teamkollege Rosberg dagegen kam schlecht weg, musste im Getümmel in die Wiese ausweichen und fiel auf Platz zwölf zurück.

Sutil schob sich dagegen von Startplatz elf auf Rang acht nach vorne.

Erwartete Prozession

Nach der Startphase begann auf dem Circuit de Catalunya, auf dem man nur sehr schwer überholen kann, die erwartete Prozession.

Webber setzte sich in den ersten Runden an der Spitze leicht von Vettel ab, der seinerseits sich einen Vorsprung vor Hamilton erarbeitete.

Folgenreicher Boxenstopp

In Runde 14 ging Schumacher zum ersten Reifenwechsel an die Box und wurde problemlos abgefertigt.

Noch in der gleichen Runde folgte Rosberg, der aber nach dem Losfahren sofort wieder anhielt.

"Ich habe die Mechaniker im Spiegel gesehen und gedacht, schauen wir mal, was die wollen", sagte Rosberg, der dann zurückgeschoben wurde, um die Mutter am rechten Vorderrad noch einmal anzuziehen. Rosberg fiel bis auf Rang 17 zurück.

Schumi kassiert Button

Schumacher dagegen gewann eine Runde später einen Platz, als er Button überholte, nachdem der Weltmeister gerade aus der Box gekommen war. Vettel war wie Button in Runde 16 an der Box, sein Reifenwechsel dauerte aber etwas zu lange.

Hamilton wurde zwar eine Runde später nur eine Zehntelsekunde schneller abgefertigt und kam unmittelbar vor Vettel zurück auf die Strecke.

Haarige Situation

Zwar versuchte der Red-Bull-Pilot noch, direkt in der ersten Kurve am McLaren vorbei zu gehen, musste dann aber kurz von der Strecke und Hamilton ziehen lassen. Für beide war die Aktion sehr haarig, weil innen in der Rechtskurve Virgin-Pilot Lucas di Grassi sehr langsam fuhr und versuchte, die schnelleren Autos vorbei zu lassen.

Von dem Duell zwischen Hamilton und Vettel unbeeindruckt blieb Webber an der Spitze und baute danach seinen Vorsprung aus.

Schumacher hielt nach dem Boxenstopp mit all seiner Routine, den auf der Geraden schnelleren Button hinter sich. Gleich mehrfach wehrte der 41-Jährige Angriffe des Briten ab, der dann irgendwann zurücksteckte.

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