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Nico Rosberg fiel in der WM-Wertung von Rang zwei auf Platz fünf zurück © getty

Nico Rosberg kann sich den Absturz nicht erklären. Nur ein Deutscher ist glücklich. Hamilton rätselt über seinen Reifenplatzer.

München/Barcelona - Nico Rosberg und Lewis Hamilton waren die großen Pechvögel des Spanien-Grand-Prix. Der Mercedes-Pilot erlebte einen rabenschwarzen Tag. Schon am Start fiel er zurück, dann verpatzten er und sein Team auch noch einen Boxenstopp. So kam der 24-Jährige erstmals in dieser Saison nicht in die Punkte und landete nur auf Rang 13.

Lewis Hamilton war auf dem Weg aufs Podium, als er nach einem Reifenplatzer in der vorletzten Runde von der Strecke rutschte. Beide zeigten sich nach dem Rennen niedergeschlagen und rätselten über die Ursache für die Pannen.

Auch der Drittplatzierte Sebastian Vettel und der Vierte Michael Schumacher waren nicht zufrieden mit ihrem Abschneiden. Nur Force-India-Pilot Adrian Sutil, in Barcelona drittbester Deutscher, war nach dem Rennen rundum glücklich. SPORT1 hat die Stimmen:

Mark Webber (Red Bull, 1. Platz):

"Es war ein wichtiger Teil des Rennens, in der ersten Kurve in Führung zu bleiben. Dort ging es ziemlich eng zu. Doch dann kam ich in einen guten Rhythmus, schaute auf dem ersten Rennabschnitt nach den Reifen. Dann gab es einen reibungslosen Boxenstopp, nachdem ich Lewis Hamilton hinter mir hatte. Wir kontrollierten dann den Abstand, mussten das Auto ins Ziel bekommen. Als ich sah, dass Lewis im Verkehr feststeckte, fuhr ich ein paar schnelle Runden, um eine Lücke aufzutun. Es war ein sensationelles Wochenende, wir hatten einen reibungslosen Grand Prix."

Sebastian Vettel (Red Bull, 3. Platz):

"Das war eine wilde Fahrt. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich mich fühlen soll. Auf der einen Seite ist sehr viel schief gegangen in diesem Rennen, auf der anderen Seite kann ich sehr froh sein, den dritten Platz und ein paar Punkte gerettet zu haben.Beim Start hatte ich keine Chance, Mark zu überholen. Danach hatte ich Probleme mit der Balance und dann kam der blöde Boxenstopp. Zum einen war er zu langsam, zum anderen war Verkehr in der Boxengasse. Dann war Lewis Hamilton vorbei, und ich hatte keine Chance zu überholen. Und so haben wir den Doppelsieg verpasst. In den letzten Runden ist mir die Bremse komplett flöten gegangen. Ich bin die letzten zehn Umläufe fast ohne Bremsen um die Strecke gefahren und hatte Glück, dass ich das Auto nach Hause gebracht habe."

(Barcelona: Das Streckenporträt)

Fernando Alonso (Ferrari, 2. Platz):

"Ich fühle mich nun über das heutige Ergebnis extrem glücklich. Und wenn man im letzten Teil des Rennens zwei Positionen gewinnt, unerwartete Positionen, so fühlt sich das großartig an. Ich habe nun fantastische Gefühle. Alles in allem verlief das Wochenende für uns durchwachsen, aber in Bezug auf das Ergebnis ist es für uns ein fantastisches Wochenende. Vierter im Qualifying, Zweiter im Rennen. Wir müssen uns verbessern, das wissen wir. Wir haben an diesem Wochenende gesehen, dass wir einige Gebiete des Autos verbessern müssen, vor allem im Hinblick auf das Qualifying.

Michael Schumacher (Mercedes, 4. Platz):

"Die Jungs haben hervorragend gearbeitet. Gleichzeitig muss man aber auch festhalten, dass ein Problem bei Jenson den Ausschlag dafür gegeben hat, dass ich überhaupt in der Lage war, ihn am Ende der Geraden zu überholen. Ab diesem Zeitpunkt war er eben hinter mir und ich habe ihm wenige Möglichkeiten geboten, mich zu überholen - so wie man das von mir halt auch erwartet. Wir haben mit unserem Auto definitiv einen Schritt nach vorne gemacht. Wäre uns das nicht gelungen, würde es noch schlechter aussehen. Das muss man auch sehen. So richtig viel Freude kommt dabei aber nicht auf, weil die Unterschiede und Abstände im Augenblick einfach zu groß sind." (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Nico Rosberg (Mercedes, 13. Platz):

Es war wirklich ein schwieriges Wochenende. Ich hatte mit dem Auto zu kämpfen. Kubica hat mich beim Start wohl nicht gesehen. Da hat ein halber Meter gefehlt, aber ich musste es versuchen. Es ist halt in die Hose gegangen. Dann gab es da noch diesen Boxenstopp. Ich habe im Spiegel gesehen, dass ein Mechaniker die Hände über die Augen geworfen hat. Da dachte ich, ich bleibe lieber einmal stehen und warte, ob die Jungs angerannt kommen. So war es dann auch. Irgendwas ist nicht ganz richtig am Auto. Ich bin mir nicht sicher, was da auf einmal passiert ist. Bis dato war ich ja wirklich stark unterwegs. Hier war ich langsam und kam am Anfang überhaupt nicht voran."

Norbert Haug (Mercedes-Motorsportchef)

Insgesamt gibt es keine Diskussion: Wir waren zu langsam. Von der reinen Leistung her war das bisher das schwächste Ergebnis. Wir haben schon besser ausgesehen. Aber das, was Michael daraus gemacht hat, war große Klasse. Ich denke, wir haben eine gute Fahrt von ihm gesehen. Trotzdem sind wir uns bewusst, dass unser Ziel überzeugende Siege und nicht respektable Plätze sind. Nico wurde am Start abgedrängt und anschließend war sein Auto krumm. Nach dem Wechsel auf die weichen Reifen hat er aber noch sehr gute Rundenzeiten gefahren. Für ihn war das allerdings gewiss ein Tag zum Vergessen.

Ross Brawn (Mercedes-Teamchef):

"Wir werden auf jeden Fall alles genau analysieren und auswerten. Ich denke, die Modifizierungen sind ein Schritt nach vorne. Es kommt ja auch noch einiges. Man konnte jedenfalls auch sehen, dass viele Teams noch weiter zurückliegen als vorher. Mit Michaels Leistung bin ich natürlich sehr zufrieden. Das war ganz hervorragend. Er hat hier seine gesamte Erfahrung und seine ganze Entschlossenheit in die Waagschale geworfen." (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Lewis Hamilton (McLaren, Unfall):

Das war enttäuschend. Das Ergebnis wäre für die Konstrukteurswertung und die Fahrerwertung perfekt gewesen. Ich weiß nicht, was das war. Es fühlte sich danach an, als hätte es einen weiteren unglücklichen Reifenplatzer gegeben, aber ich würde sagen, wir werden herausfinden, was das Problem war. Für mich wären das großartige Punkte gewesen, aber nun bin ich absolut niedergeschlagen, dass mir in den letzten zwei Runden des Rennens so etwas passiert. Aber das ist Motorsport, und man muss weiter nach vorn blicken."

Jenson Button (McLarem, 5. Platz):

"Es ist schwierig, hier jemanden zu überholen, und Michael ist ja auch nicht dumm. Er weiß, wo er sein Auto hinstellen muss, damit man ihn auf einer Strecke wie dieser nicht überholen kann. Er ging immer nach innen - und außen konnte ich ihn nicht überholen, weil er sich jedes Mal nach außen tragen ließ. Er hat einfach keinen Fehler gemacht. Für mich war das natürlich sehr frustrierend. Der fünfte Platz ist in Ordnung, aber auch frustrierend, denn das Auto war eigentlich recht schnell. Das ist positiv und negativ, denn ich konnte diesen Speed nicht nutzen."

Adrian Sutil (Force India, 7. Platz):

"Es war ein super Rennen, wir haben alles richtig gemacht, hatten keine Fehler, das Team hat auch einen super Boxenstopp gemacht. Und dass es am Ende der siebte Platz war, ist sehr schön."

Timo Glock (Virgin, 18. Platz):

"Es war natürlich nach vier Rennen längst überfällig. Dass wir jetzt beide Autos ins Ziel gebracht haben, ist für das Team schon einmal ein Schritt nach vorn. Ich persönlich will aber noch um ganz andere Dinge kämpfen. Aber es ist noch ein langer Weg und das war jetzt der erste kleine Schritt, den wir gemacht haben."

Nico Hülkenberg (Williams, 16. Platz):

"Es war nicht einfach für mich, ihn (Nico Rosberg, Anm. d. Red.) in Schach zu halten, weil mein Auto so schwer zu fahren war. Es war überhaupt nicht mehr so, wie es sein sollte. Ich habe so lange versucht, ihn hinter mir zu halten, aber er war dann im Endeffekt viel schneller und da riskiert man dann auch nichts mehr."

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