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Nico Rosberg landete in dieser Saison dreimal auf dem Podest © getty

Die auf Schumacher ausgerichteten Veränderungen am Mercedes werfen Rosberg weit zurück. Der Youngster fühlt sich unwohl.

Von Andreas Kloo

München - Nach dem China-Grand-Prix sah alles noch blendend aus für Nico Rosberg. In der WM-Wertung lag der Wiesbadener auf Rang zwei hinter Jenson Button.

Und der erste Formel-1-Sieg seiner Karriere schien nur noch eine Frage der Zeit: "Er ist sehr nah davor, ein Rennen zu gewinnen. Die Dinge müssen nur zusammenpassen, aber das wird kommen, definitiv", war sich Teamchef Ross Brawn sicher.

Doch nach dem Rennen in Barcelona ist Rosberg von einem Sieg so weit weg wie lange nicht mehr. Am Ende stand Platz 13 zu Buche, von Sieger Mark Webber wurde er sogar überrundet. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

"Wir sind im Nirgendwo"

Am Start fiel der 24-Jährige schon einige Plätze zurück. Später ließ er bei einem völlig missratenen Boxenstopp wertvolle Zeit liegen. Und mit dem runderneuerten Wagen konnte sich Rosberg überhaupt nicht anfreunden.

"Irgendwas ist nicht ganz richtig am Auto", stellte Rosberg nach der Zielankunft fest. "Beim vergangenen Rennen konnte ich schließlich noch mit Red Bull kämpfen und jetzt sind wir im Nirgendwo. An diesem Wochenende ging einfach nichts, wir waren sehr langsam - speziell ich."

Bezeichnend für die Probleme Rosbergs war auch der Kampf mit Williams-Pilot Nico Hülkenbergs , der sich über Runden hinzog. Rosberg schaffte es dabei einfach nicht, genug Geschwindigkeit aufzubauen und hing lange auf Platz 16 fest.

Schumi fühlt sich wohl

Mercedes hatte vor dem Spanien-Grand-Prix mehrere Veränderungen am Auto vorgenommen: Die Vorderräder und der Frontflügel wurden zur Gewichtsverlagerung auf die Vorderachse etwas weiter nach vorne gesetzt und der vieldiskutierte F-Schacht eingebaut.

Der Grund für diese Umbaumaßnahmen war klar. Der bislang mit den Eigenschaften des Autos kämpfende Michael Schumacher sollte wettbewerbsfähig gemacht werden. Diese Maßnahme ging mit Platz vier des Rekordweltmeisters auch voll auf.

"Ich fühle mich viel wohler", beschrieb Schumacher nach dem Rennen sein Fahrgefühl.

Brawn dementiert Schumi-Bevorzugung

Brawn dementiert zwar, dass die Umstellungen am Wagen speziell auf Schumacher zugeschnitten war und hält fest: "Diese Veränderungen waren eher allgemeiner Natur, sie waren nicht speziell für den einen oder anderen gedacht."

Aber letztlich ging das Team exakt auf Schumis Beschwerden ein, der nach den ersten Rennen zu starke Gewichtsverlagerung auf die Hinterachse moniert hatte.

Von Rosberg waren darüber keine Klagen zu hören.

WM-Titel in weiter Ferne

Mit der Ausrichtung auf Schumacher geht das Mercedes-Team allerdings ein hohes Risiko ein. Der bisher erfolgreichere der beiden Fahrer, Rosberg fiel in der WM-Wertung von Platz zwei auf fünf zurück. (Artikel: Leidet Rosberg unter Schumi)

Schumi liegt ohnehin satte 48 Punkte hinter dem Führenden Button.

Vom vor der Saison angepeilten WM-Titel ist Mercedes nach dem Rennen in Barcelona um einiges mehr entfernt als zuvor.

Rückkehr zum kürzeren Radstand

Das scheint auch Motorsport-Chef Norbert Haug erkannt zu haben: "Wir sind uns bewusst, dass unser Ziel überzeugende Siege und nicht respektable Plätze sind", erklärte er.

Deshalb bringt Mercedes in Monaco noch einmal einen veränderten Wagen an den Start. Schumacher soll dort das alte Auto mit kürzerem Radstand und einer überarbeiteten Aerodynamik einsetzen.

"Wir haben ein eigenes Auto für Monaco. Ich bin sehr optimistisch, dass wir damit konkurrenzfähiger als in Barcelona sein werden", verriet Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry. Ob diese neuerliche Umstellung wieder nur Schumacher zugute kommt, bleibt abzuwarten.

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