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Fernando Alonso war im Training am Donnerstag am schnellsten unterwegs © imago

Die Fahrer befürchten für das Qualifying zum Großen Preis von Monaco angesichts der Vielzahl der Starter das totale Chaos.

Monte Carlo - 24 Autos auf 3,340 Kilometer Strecke und nur 20 Minuten Zeit: Die Formel 1 hat Angst, dass ausgerechnet beim Glamour-Grand-Prix im Spielerparadies Monte Carlo die erste Runde der Qualifikation zum großen Glücksspiel werden könnte.

"Es wird ein Lotteriespiel, eine freie Runde hinzubekommen", sagt Rekordweltmeister Michael Schumacher mit Blick auf den für das Rennen auf dem engen Stadtkurs so wichtigen Kampf um die besten Startpositionen am Samstag (13.45 Uhr im LIVE-TICKER).

Besonders die sechs langsameren Autos der Neulinge Virgin, Lotus und HRT könnten unfreiwillig zu rollenden Schikanen werden und den Kollegen schnelle Runden kaputtmachen. Vize-Weltmeister Sebastian Vettel nimmt Timo Glock, Bruno Senna und Co. allerdings in Schutz 236636(DIASHOW: Das Freie Training).

"Diese Jungs probieren ja auch ihr Bestes", sagt der Red-Bull-Pilot, der schon dreimal in dieser Saison auf der Pole Position stand (SERVICE: Das Trainigsergebnis).

139 Meter pro Auto

Wenn alle 24 Autos auf der kürzesten Strecke im GP-Kalender gleichzeitig auf der Strecke sind, bleiben rechnerisch für jeden Fahrer gerade einmal 139 Meter Platz. "Das ist nicht viel", meint Schumacher. Dazu kommen nicht nur die Tempodifferenzen bei den Ein- und Auslaufrunden.

Selbst im Renntempo betragen die Unterschiede zwischen den Top-Autos und den Hinterbänklern bis zu sechs Sekunden.

Sonderregel abgeschmettert

Um mögliche Härtefälle zu vermeiden, hatte es zuletzt im Fahrerlager viele Diskussionen gegeben, für Monte Carlo eine Sonderregel für die erste Qualifikationsrunde zu finden, in der die langsamsten sieben Autos ausscheiden.

"Wir Fahrer hatten vorgeschlagen, diese erste Einheit aufzuteilen. Zum Beispiel in zwei Gruppen, um jeder Gruppe zehn Minuten zu geben", sagt Schumacher.

Doch dazu wird es "leider nicht kommen", wie Vettel meint.

"Mal schauen, wer leiden muss"

"Es ist diskutiert worden. Aber leider ist es schwer, es allen recht zu machen", erklärt der 22-Jährige: "Es ist nicht unsere Entscheidung. Wir Fahrer können nur unseren Standpunkt mitteilen. Die Entscheidung müssen alle Teams treffen - und alle Teams gemeinsam. Das war in der Formel 1 schon immer schwierig."

Dass es nicht die nötige Einstimmigkeit gegeben hat, findet auch Schumacher schade.

"Einige Teamchefs waren der Ansicht, dass sie von der normalen Variante und dem zu erwartenden Chaos mehr profitieren könnten. So ist die Ausgangslage und damit müssen wir uns nun auseinandersetzen", sagt der Mercedes-Pilot: "Mal schauen, wer darunter leiden muss."

Button bleibt locker

Titelverteidiger und Vorjahressieger Jenson Button, der vor dem 6. von 19 WM-Läufen in der Gesamtwertung mit 70 Punkten vor Ferrari-Pilot Fernando Alonso (Spanien/67) und Vettel (60) führt, sieht die Situation gelassen (Fatalist Glock: "Es wird eine Katastrophe").

"Natürlich wird das ein bisschen schwierig. Einige von uns werden am Ende der ersten Runde ein bisschen sauer sein, aber die Situation ist für alle gleich", meint der britische McLaren-Pilot.

Glock: Fokus auf dem Rückspiegel

Timo Glock, in seinem Virgin einer der sechs langsamen Kandidaten, sagt: "Die Situation ist nun einmal so, und wir können sie nicht ändern. In der GP2-Serie haben sie auch 24 oder 26 Autos, und da bekommen sie es auch hin, auch wenn es schwierig ist."

Das richtige Reagieren auf blaue Flaggen sei in Monaco allerdings eine größere Herausforderung als zuletzt in Barcelona, wo es "einfacher ist, in die Rückspiegel zu schauen".

Senna erwartet auch Nachsicht

Der Brasilianer Bruno Senna, dessen 1994 tödlich verunglückter Onkel Ayrton mit sechs Siegen immer noch der "König von Monaco" ist, verspricht, auf die schnelleren Kollegen zu achten.

"Wir werden so oft wie möglich in den Rückspiegel schauen. Aber wenn ich meine echte Qualifyingrunde fahre, dann muss ich die auch durchziehen und versuchen, für mich das Beste herauszuholen. Da kann ich nicht ständig in den Spiegel schauen oder andere vorbeilassen", sagt der HRT-Pilot.

Er wünscht sich aber auch ein bisschen Rücksicht von den Top-Stars: "Die müssen genauso sensibel sein und genau überlegen, wo sie uns überholen und was sie von uns erwarten."

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