vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel liegt zehn Punkte hinter WM-Leader Jenson Button © imago

Auf Sebastian Vettel wartet beim spektakulärsten Rennen der Saison eine schwere Aufgabe. Mark Webber hat den Geheimtipp in Nacken.

Monte Carlo - Der Traum von der WM-Führung ist für Sebastian Vettel zunächst in weite Ferne gerückt.

Dichter Stadtverkehr und ein Fahrfehler brachten den deutschen Youngster um die erhoffte Pole Position beim Großen Preis von Monaco (13.45 Uhr im LIVE-TICKER).

In der Qualifikation zum sechsten Saisonrennen musste der 22-Jährige als Dritter nicht nur seinem Red-Bull-Kollegen Mark Webber, sondern auch noch Robert Kubica im Renault den Vortritt lassen.

Webber befindet sich in der Form seines Lebens: Der 33-jährige Australier holte sich die vierte Pole seiner Karriere, die dritte der Saison und die zweite in Folge nach dem unangefochtenen Triumph in Spanien.

Nico Rosberg nutzte den "Heimvorteil" im Fürstentum nur dazu, wenigstens das Mercedes-interne Duell mit Rekordweltmeister Michael Schumacher zu gewinnen.

Aber er war - wie Vettel auch - alles andere als zufrieden mit seiner Leistung und Rang sechs vor dem siebtplatzierten und ebenfalls enttäuschten Rekordweltmeister (DATENCENTER: Die Startaufstellung).

Platz drei als gutes Omen

"Es war heute ziemlich schwierig. Ich hatte viel Verkehr, auch bei nur zehn Autos auf der Strecke. Es war nicht einfach, eine freie Runde zu finden", sagte Vettel, der zudem einmal selbst noch einen Fehler einbaute: "Da war ich zu spät auf der Bremse und musste die Schikane abkürzen."

Für Vettel gibt es dennoch ein gutes Omen: Denn seinen bislang einzigen Sieg in dieser Saison hat er nicht nach einer seiner drei Pole Positionen geholt, sondern als er in Malaysia auch nur von Platz drei ins Rennen ging. Allerdings ist es in Monaco kaum möglich, zu überholen.

"Wenn die beiden Jungs vorne nicht in der ersten Kurve zusammenstoßen, werde ich kaum freie Fahrt haben", sagte Vettel: "Aber das Rennen ist lang, da kann viel passieren."

Webber winkt der Doppelschlag

Sollte der Heppenheimer es doch schaffen zu gewinnen, und WM-Spitzenreiter Jenson Button, der im McLaren-Mercedes nur auf Startplatz acht steht, nicht Zweiter werden, würde er erstmals in seiner Karriere die WM-Führung übernehmen.

Webber dagegen hofft darauf, wie am vorigen Sonntag in Barcelona von der Pole Position ein "sauberes Rennen" fahren zu können und seinen zweiten Sieg innerhalb von acht Tagen zu feiern.

Alerdings hat er mit Kubica, der schon im Training stark auftrumpfte, einen brandgefährlichen Verfolger im Nacken.

Schumacher zurück auf dem Boden

Für Schumacher, der in Barcelona als Vierter sein bestes Resultat seit seinem Comeback gefeiert hatte, wird es unterdessen "schwierig werden, in Podiumsnähe zu kommen".

"Es ist nicht ganz so gelaufen, wie wir es uns gewünscht hätten. Wir hatten gehofft, unter die ersten Drei zu fahren", sagte Schumacher, der sich einmal von seinem Teamkollegen aufgehalten fühlte.

"Ich habe mich bei Michael entschuldigt, und ich glaube, er hat das akzeptiert", meinte Rosberg. "Nico wusste nicht, dass ich so nah dran war. Manchmal funktioniert der Funk an diesem Wochenende nicht", sagte Schumacher.

Rosberg graut es vor dem Start

Für Rosberg, der im zweiten Teil der Qualifikation noch Schnellster war, war es nur ein "kleiner Trost", nach dem Rückschlag in Barcelona wieder vor Schumacher zu stehen.

"Der Rest war eine Katastrophe. Ich hätte auf Pole sein müssen, weil der Speed da war. Zumindest der zweite Platz hätte drin sein müssen", sagte der 24-Jährige, der im Fürstentum aufgewachsen ist: "Dann hatte ich eine freie Runde, aber auch einen Fehler. Mir graut es schon vor dem Start."

Alonso startet aus der Boxengasse

Noch viel schlimmer hat es den Spanier Fernando Alonso erwischt 237408(DIASHOW: Das Qualifying). Der zweimalige Weltmeister und aktuelle WM-Zweite erlebte die Qualifikation nur als Zuschauer.

Alonso hatte seinen Ferrari bei einem Unfall im Freien Training am Samstagvormittag so stark beschädigt, dass sein Team den Boliden nicht mehr rechtzeitig reparieren konnte. Alonso muss am Sonntag jetzt dem kompletten Feld hinterherjagen.

Hülkenberg vor Sutil

Vier Plätze vor Alonso steht Virgin-Pilot Timo Glock, der als 20. das deutsche Schlusslicht bildet.

Nico Hülkenberg stellte seinen Williams auf Startplatz 11 und war eine Tausendstelsekunde schneller als Adrian Sutil auf Rang 12, der erstmals in dieser Saison das interne Duell gegen seinen Force-India-Kollegen Vitantonio Liuzzi verlor (SERVICE: Alle Quali-Duelle).

Im Gegensatz zu den Verkehrsproblemen in der Endphase war das zuvor befürchtete Chaos in der ersten Qualifikationsrunde ausgeblieben. Auch die langsameren Autos der drei neuen Teams hielten die schnellere Konkurrenz nicht auf. Niemand außer den Fahrern von Lotus, Virgin und Hispania schied aus.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel