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Mark Webber feierte in Monaco den vierten Sieg seiner Formel-1-Karriere © getty

Der Red-Bull-Pilot fährt seinen zweiten Saisonsieg in Folge ein und übernimmt zusammen mit Sebastian Vettel die WM-Führung.

Monte Carlo - Als das Red-Bull-Duo Mark Webber und Sebastian Vettel schon den Doppelsieg und die doppelte WM-Führung feierte, gab es für Michael Schumacher schlechte Nachrichten von der Rennleitung.

Der Mercedes-Pilot verlor nachträglich seinen sechsten Platz beim Großen Preis von Monaco, den er durch ein Überholmanöver in der letzten Kurve gegen Fernando Alonso geholt hatte.

Weil dies aber hinter dem Safety-Car verboten ist, brummten ihm die Kommissare nach Rennende eine 20-Sekunden-Strafe auf, durch die er auf Rang zwölf zurückfiel (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Den "Bullen" war das relativ egal, auch wenn ihr schärfster Verfolger Alonso dadurch zwei Punkte näher gerückt ist. Sie freuten sich über einen perfekten Tag.

Der Australier Webber feierte in den Straßenschluchten seinen zweiten Sieg innerhalb von acht Tagen und übernahm damit vor seinem punktgleichen Teamkollegen Vettel die Führung in der Gesamtwertung.

Vettel zufrieden, Webber überwältigt

"Der zweite Platz war am Ende für mich das Optimum. Ich bin sehr glücklich und habe viele Punkte geholt", sagte Vettel.

Webber war nach seinem Erfolg überwältigt: "Das ist absolut unglaublich, der größte Tag in meinem Leben. Hier zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes."

Lange Gesichter bei Mercedes

Dagegen gab es bei den Silberpfeilen von Mercedes lange Gesichter. Denn neben der Strafe für Rekordweltmeister Schumacher gab es für "Lokalmatador" Nico Rosberg beim Saisonhöhepunkt im Fürstentum auch nur Rang sieben 237749(DIASHOW: Das Rennen).

Schumacher war sich vor der Untersuchung der Rennkommissare noch keines Fehltritts bewusst, nachdem er eiskalt einen Fehler von Ferrari-Pilot Alonso ausgenutzt hatte und auf Rang sechs vorgerückt war.

Erinnerungen an 2006

"Ich kann keine Strafe sehen, aber vielleicht haben wir etwas übersehen", hatte Schumacher unmittelbar nach dem Rennen noch mit Unschuldsmiene gesagt: "Das Team hatte mir gesagt, dass die Strecke frei ist. Deshalb hatte ich meine Reifen auch so aufgewärmt und gehofft, dass mir noch jemand eine Chance gibt."

Übrigens: Keine 100 Meter von der Stelle des illegalen Überholmanövers entfernt war der Rekordweltmeister 2006 wegen der "Park-Affäre" einmal mehr zum Schummel-Schumi geworden.

Kubica trumpft auf

Mit dem 33 Jahre alten Webber, der bei seinem insgesamt vierten GP-Erfolg erstmals in Monaco triumphierte und auch zum ersten Mal in seiner Karriete die WM anführt, und Vettel durfte der Pole Robert Kubica zur Siegerehrung in die Loge von Fürst Albert.

Vettel hatte dem Renault-Piloten mit einem Blitzstart den zweiten Platz entrissen. "Das war heute der Schlüssel zum zweiten Platz. Da überholen hier unmöglich ist, habe ich danach eigentlich mehr in die Rückspiegel geschaut. Ich wusste, wenn ich keinen Fehler mache, kommt Robert nicht vorbei", sagte Vettel.

Alonso mit wilder Aufholjagd

Erster Red-Bull-Verfolger ist Alonso, der nach dem Verzicht auf die Qualifikation aus der Boxengasse gestartet war und sich bis auf Rang sechs nach vorne kämpfte.

Mit 75 Zählern liegt er drei Punkte hinter Webber und Vettel (beide 78), die ihr Team auch in der Konstrukteurswertung von Rang drei an die Spitze katapultierten. Weltmeister und Vorjahressieger Jenson Button (Großbritannien/70) verlor seine WM-Führung, weil er schon in der dritten Runde ausschied.

Auf Platz acht holte Adrian Sutil (Force India) als dritter Deutscher WM-Punkte. Formel-1-Neuling Nico Hülkenberg schied bei seinem ersten Monaco-Rennen schon in der ersten Runde aus, als er mit seinem Williams im Tunnel spektakulär in die Leitplanke krachte. Für Timo Glock im Virgin kam das Aus in Runde 23 wegen einer gebrochenen Spurstange.

Vettel mit Blitzstart

Beim Start hatte Vettel es geschafft, sich irgendwie zwischen dem vor ihm von Platz zwei losgefahrenen Kubica und der Leitplanke hindurch zu schieben und bog so hinter Webber am Ende der kurzen Zielgeraden in die St.-Devote-Kurve hinauf zum Casino ein.

"Ich hatte erst ein schlechtes Gefühl, aber mein Start war doch besser als von Mark und Robert. Robert hatte dann durchdrehende Räder, das habe ich gesehen und bin dann nach innen gezogen", sagte Vettel. Kubica hatte Webber attackieren wollen, dabei aber "zu spät die Tür für Sebastian zugemacht".

Heftiger Crash von Hülkenberg

Bereits am Ende der ersten Runde musste wegen des Hülkenberg-Unfalls das Safety-Car ausrücken. Der Schützling von Michael Schumachers Manager Willi Weber kletterte aber unverletzt aus dem Wrack. Hülkenberg hatte den Start verpatzt und war von Position 11 auf Rang 23 zurückgefallen.

"Ich konnte den ersten Gang nicht einlegen", beschrieb der 21-Jährige sein Problem beim Start. Im Tunnel müsse dann etwas am Auto kaputt gegangen sein, meinte er: "Es fuhr einfach geradeaus." Erst nachdem Hülkenbergs Wrack geborgen war, wurde das Rennen in Runde sechs wieder freigegeben.

Button fällt früh aus

Zu diesem Zeitpunkt war auch Button schon nicht mehr dabei. Sein McLaren-Mercedes rollte mit einer Rauchwolke aus dem Heck während der Safety-Car-Phase aus. Eine vergessene Abeckung vor einem Kühllufteintritt hatte für eine Überhitzung gesorgt, zudem war eine Ölleitung defekt.

Webber büßte durch die zweite Safety-Car-Phase seinen komfortablen Vorsprung vor Vettel ein, als in der 32. Runde zum zweiten Mal das Safety-Car ausrücken musste. Wieder war ein Williams dafür verantwortlich, auch Barrichellos Auto brach unvermittelt in einer leichten Kurve plötzlich aus.

Wegen eines lockeren Kanaldeckels musste das Safety-Car in Runde 43 zum dritten Mal ausrücken, die Reihenfolge änderte sich dadurch nicht. Für die vierte Safety-Car-Phase sorgten Karun Chandhok (Indien/Hispania) und Jarno Trulli (Italien/Lotus).

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