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Nico Rosberg kam vor der Saison von Williams zu Mercedes GP © getty

Nico Rosberg fand das Überholmanöver seines Mercedes-Teamkollegen korrekt, doch im Fahrerlager herrscht Uneinigkeit über die Aktion.

Monte Carlo - Spektakuläre Crashes, eine überragende Vorstellung des Red-Bull-Teams und haufenweise Promis neben der Strecke.

Und doch gab es nur eine Aktion, die die Fahrer, Fans und Verantwortlichen nach dem Großen Preis von Monaco beschäftigte - die Überholaktion von Michael Schumacher gegen Fernando Alonso kurz vor dem Ziel.

Während der Streit, ob das Manöver kurz vor Schluss nun erlaubt war oder nicht, und die daraus folgende Strafversetzung Schumachers korrekt war, nun wahrscheinlich vor dem FIA-Berufungsgericht weitergeht, wird in Monte Carlo fleißig diskutiert. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

"Alle anderen haben auch Gas gegeben"

Schumis Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg fand die Aktion hervorragend und meinte: "Aus meiner Sicht war es ein echt cooles Manöver, ich fand's richtig super."

McLaren-Pilot Lewis Hamilton war sich dagegen schon kurz nach dem Rennen sicher, dass Schumacher von den Rennkommissaren bestraft werden würde.

Für Mercedes-Teamchef Ross Brawn stand fest: "Fernando Alonso hat einfach geschlafen, und wir haben das ausgenutzt. Alle anderen haben auch Gas gegeben."

Weltmeister Jenson Button musste das Rennen da schon längst aufgrund eines Defektes von außen betrachten.

SPORT1 hat die Stimmen zum Grand Prix von Monaco zusammengestellt.

Mark Webber (Red Bull / Platz 1):

"Das ist schon etwas Besonderes, dass ich nun wie Ayrton Senna und die anderen großen Fahrer in Monaco gewonnen habe. Die letzten Runden waren sehr schwierig. Jenson Button hatte mich schon gewarnt, dass man als Führender das Gefühl kriegt, die Strecke würde immer schmaler werden. Und so war es dann auch."

Sebastian Vettel (Red Bull / Platz 2):

"Ich konnte mit Mark einfach nicht mithalten. Da müssen wir schauen, voran das lag. Es gab einfach keine Gelegenheit, um ihn zu schnappen, insbesondere weil das Überholen in Monaco so schwierig ist. Für uns hätte es aber nicht besser laufen können. Wir nehmen gute Punkte mit, und das zählt eine Menge."

Robert Kubica (Renault / Platz 3):

"Beim Start wusste ich, dass es auf der schmutzigeren Seite schwierig für mich werden würde. Dann stand ich auch noch zu früh auf dem Gas und meine Räder drehten durch. Da war es zu spät, die Tür für Vettel zuzumachen. 30 Runden vor Schluss habe ich Probleme durch einen drohenden Plattfuß und Vibrationen bekommen. Ich hatte wirklich die Befürchtung, dass ich nochmals meine Reifen wechseln müsste. Deshalb sollten wir uns über den dritten Platz freuen."

Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes / Platz 5):

"Nach dem Barcelona-Ergebnis (Rang 14, Anm. d. Red.) wollte ich keine weiteren Pannen riskieren. Deshalb habe ich vor allem auf mein Auto geachtet. Der fünfte Platz war das bestmögliche Ergebnis für mich. Aber ich beschwere mich gar nicht, denn wir brauchen diese Punkte."

Fernando Alonso (Ferrari / Platz 6):

"Das Team sagte mir, dass wir nicht überholen dürfen. Als ich Michael (Schumacher) sah, wusste ich, dass sie ihn bestrafenwürden, und wir am Ende die Sieger sind. Für das Rennen hatten wir uns ohnehin zwei wichtige Punkte vorgenommen. Zum einen wollten wir die sechs langsameren Autos überholen, und zum anderen mit unserer Boxenstrategie noch so viele weitere Wagen überholen wie möglich. Das hat beides gut geklappt."

Nico Rosberg (Mercedes / Platz 7):

"Aus meiner Sicht war es ein echt cooles Manöver, ich fand's richtig super. Aber anscheinend ist es nicht erlaubt. Mir wurde aber auch gesagt, ich soll versuchen zu überholen. [...] Was Kubica an diesem Wochenende gemacht hat, hätte ich auch können und auch sollen. Deswegen ist es schon enttäuschend. Das Wochenende ist nicht wirklich optimal verlaufen." 237749(DIASHOW: Das Rennen)

Michael Schumacher (Mercedes / Platz 12):

"Wir haben die Nachricht erhalten, dass das Safety Car reinkommt und die Strecke freigegeben ist. Das bedeutet, dass man wieder auf Angriff fahren kann. Deshalb habe ich meine Chance genutzt. Dass ich am Ende auf Platz zwölf zurück versetzt wurde, ist enttäuschend und ich verstehe vollkommen, dass wir dagegen Berufung einlegen."

Ross Brawn (Teamchef, Mercedes):

"Um 15.52 Uhr hieß es, die Strecke sei frei, und um 15.53 Uhr kam die Zielflagge. Nach den Anweisungen, die wir von der FIA erhalten haben, hieß es, dass das Safety-Car in der letzten Runde in die Box kommen sollte. Das Rennen aber nicht unter Safety-Car-Bedingungen beendet wird. Und da liegt der Unterschied, weshalb wir unsere Fahrer angewiesen haben, zwischen Safety-Car-Linie und Ziel nochmal zu attackieren."

Nick Heidfeld (Testfahrer / Mercedes):

"Das war ganz sauber. Das Reglement hat sich dieses Jahr geändert. Früher durfte man nur bei Start und Schluss überholen, dieses Jahr ab der Safety-Car-Linie. Da hat Alonso etwas geschlafen."

Jenson Button (McLaren-Mercedes / Ausfall):

"Das war ein menschlicher Fehler, dass wir Abdeckung auf dem Kühllufteingang vergessen haben. Vielleicht wäre es sogar glimpflich ausgegangen, wenn am Anfang nicht diese Safety-Car-Phase gewesen wäre. So überhitzte mein Wagen sehr schnell und ich verlor Leistung. Es war einfach einer dieser Tage..."

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