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Abkühlung nach einem schweißtreibenden Rennen: Monaco-Sieger Mark Webber © getty

Mit dem Doppelsieg in Monaco katapultiert sich Mark Webber an die WM-Spitze. Sebastian Vettel ist chancenlos, aber zuversichtlich.

Von Julian Meißner

Monte Carlo/München - Für das als feierwütig bekannte Red-Bull-Team gab es nach dem triumphalen Doppelsieg beim wichtigsten Grand Prix des Jahres kein Halten mehr.

Mark Webber und Sebastian Vettel zelebrierten ihren bärenstarken Auftritt mit einem Sprung ins monegassische Hafenbecken, im Pool der Hospitality tummelte sich neben einigen Hostessen und Mechanikern auch Chef-Designer Adrian Newey - in voller Arbeitsmontur, versteht sich 237749(DIASHOW: Das Rennen).

Gerade Webber, der in Monte Carlo den vierten Großen Preis seiner Karriere und den zweiten in Folge in dieser Saison gewann, strahlte bis über beide Ohren und bejubelte den "schönsten Tag in meinem Leben".

Punktgleich an der Spitze

Mit den Siegen in Spanien am vergangenen Wochenende und nun in Monaco hat sich der 33-jährige Australier in rasendem Tempo an die Spitze der WM-Wertung manövriert - punktgleich mit seinem Teamkollegen, der erst einen Saisonerfolg feiern durfte .

"50 Punkte aus zwei Rennen sind überwältigend, aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns", meinte Webber.

Hatten vor kurzem nur wenige Experten den Routinier als ernsthaften Titelkandidaten auf dem Zettel, ist Webber nun endgültig in diesem Kreis angekommen. Fast mehr noch: So wie der besonnene Mann mit dem kantigen Gesicht den jungen Vettel am Sonntag distanzierte, muss man ihn als einen der Top-Favoriten nennen.

Webber in eigener Liga

"Besonders zu Beginn des Rennens und nach den Safety-Car-Phasen konnte ich mit Mark nicht mithalten", musste Vettel zugeben: "Es war für mich schwierig, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Später im Rennen war der Unterschied dann nicht mehr ganz so gravierend."

Dennoch fuhr Webber - wie schon in Barcelona - in einer eigenen Liga (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

"Es hätte keinen Sinn gemacht zu versuchen, ihn einzuholen", sagte Vettel: "Da Überholen hier unmöglich ist, habe ich danach eigentlich mehr in die Rückspiegel geschaut. Der zweite Platz war am Ende für mich das Optimum."

Blitzstart als Schlüssel zum Erfolg

Vettel konnte tatsächlich zufrieden sein, auch wenn es für die erste WM-Führung in seiner Karriere noch nicht reichte. Immerhin machte er direkt bei Rennbeginn eine Position gut, als er den Überraschungsgast auf dem Podium, Robert Kubica im Renault, hinter sich ließ.

"Der Start war der Schlüssel zu diesem zweiten Platz", analysierte Vettel: "Ich hatte erst ein schlechtes Gefühl, aber mein Start war doch besser als von Mark und Robert. Robert hatte dann durchdrehende Räder, das habe ich gesehen und bin dann nach innen gezogen."

Vettel voller Zuversicht

Mit einem Teamkollegen in der Form seines Lebens hat Vettel nun zwar das Momentum gegen sich, lässt sich aber deswegen noch lange nicht entmutigen.

"Für die nächsten Rennen bin ich sehr, sehr zuversichtlich", sagte er mit Blick auf den Sonderstatus des Rennens in Monacos Gassen: "Ich denke, dass es dann wieder anders aussieht."

Führung auch in der Team-WM

In der Teamwertung zeigt sich vor dem siebten Saisonlauf in Istanbul in zwei Wochen das Bild, das man auf der Strecke schon seit Saisonstart betrachten kann: Red Bull fährt mit Abstand vorneweg.

Natürlich profitierten Webber und Vettel auch von den Schnitzern der Konkurrenz. Fernando Alonso schlitterte mit seinem Auto im dritten Training in die Leitplanke, verpasste die Quali und beraubte sich so selbst besserer Chancen im Rennen, das der Ferrari-Star nach einer kühnen Aufholjagd immerhin noch auf Rang sechs beendete.

Fauxpas bei McLaren

Jenson Button, zweimaliger Sieger dieser Saison und bis dato WM-Spitzenreiter, fiel nach einem peinlichen Fauxpas seines McLaren-Teams aus.

Die Crew hatte eine Abdeckung vor einem Kühllufteintritt vergessen, die den Motor des MP4-25 schon in Runde zwei überhitzen ließ. "Einer dieser Tage", kommentierte der Weltmeister und blieb gelassen: "Es sind nur acht Punkte bis zum WM-Führenden."

Mercedes herbe abgewatscht

Bei Mercedes ergötzte man sich nach dem verkorksten Qualifying, in dem sich Michael Schumacher und Nico Rosberg gegenseitig behindert hatten, zunächst an Schumachers spektakulärem Manöver gegen Alonso unmittelbar vor Rennende, bekam dann aber auch noch diese Freude genommen.

Die Rennleitung bestrafte Schumacher, weshalb er aus den Punkterängen rutschte und nun auf Platz neun in der WM rangiert, Rosberg ist Achter.

Das Red-Bull-Duo Webber/Vettel jedenfalls agiert momentan in anderen Sphären.

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