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Michael Schumacher wurde beim Monaco-GP nach der Bestrafung als Letzter gewertet © getty

Schumis Ex-Rivale trägt als Steward zur Bestrafung bei - ein gefundenes Fressen für die britischen Medien. Die Pressestimmen.

München - Sportlich gesehen lieferte das Red-Bull-Team die Geschichten beim sechsten Saisonrennen der Formel 1, und dennoch beherrschte am Montag danach ein anderer die Schlagzeilen.

Thema des Wochenende war natürlich Michael Schumacher, dessen spektakuläres Überholmanöver in letzter Sekunde gegen Fernando Alonso für mächtig Wirbel sorgte.

Zunächst als Geniestreich gefeiert, nahm die Rennleitung dem 41-Jährigen schnell den Wind aus den Segeln und bestrafte Schumacher drei Stunden nach Rennende (DATENCENTER: Der Monaco-GP).

"Wir erinnern uns nur zu gut an den alten Fuchs und wie oft er schon die Regeln brach", schrieb die britische "Times" über Schumacher.

Bei Red Bull knallten ungeachtet dessen die Korken 237749(DIASHOW: Das Rennen).

"Webber ist reif für den Titel", hieß es in der italienischen "Gazzetta dello Sport" über den Sieger des Rennens.

SPORT1 hat die Pressestimmen zum Großen Preis von Monaco zusammengestellt.

ENGLAND

The Sun: "In Rauch aufgegangen. Jenson Button wird nach einer verhängnisvollen Panne vom Helden zum Depp. Ein Mechaniker vergaß eine Abdeckung des Kühlers auf dem McLaren des Weltmeisters. Und so ging der Motor des Briten schon nach zwei Runden in Rauch auf. Damon Hill bekam seine späte Rache, nachdem er 1994 von Schumacher von der Piste gerammt wurde. Als Steward durfte er Schumacher eine Strafe für unerlaubtes Überholen aufbrummen."

The Times: "Das Safety Car verließ die Renstrecke, als es nur noch wenige Meter bis zur Zielflagge waren. Genug Zeit für Michael Schumacher, eines seiner berühmt-berüchtigten Überholmanöver zu starten und sich an Alonso vorbei auf Platz sechs zu drängeln. Wir erinnern uns nur zu gut an den alten Fuchs und wie oft er schon die Regeln brach. Schumacher tat es erneut, überholte, als er dem Ferrari hätte folgen sollen. Dafür gab es eine 20-Sekunden-Strafe - sodass er auf den 12. Platz zurückfiel. Und aus den Punkterängen. Ach ja, wir machen alle mal Fehler."

Daily Mirror: "Jenson Button fiel nach einer Reihe von verrückten Vergesslichkeiten von der Spitze der WM-Wertung."

Daily Mail: "Michael Schumachers Monaco-Misere geht weiter, weil sich der siebenmalige Weltmeister eine 20-Sekunden-Zeitstrafe einhandelt. Vor vier Jahren hatte er während des Qualifyings einen Unfall simuliert, um Alonso daran zu hindern, sich die Pole Position zu schnappen. Damals wurde Schumacher im Ferrari an das Ende der Startaufstellung versetzt, was etwas dazu beitrug, dass er den WM-Titel letztlich an Alonso abgab."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Webber, das Phänomen, ist für den Titel reif. Er war einmalig, perfekter Start und ein tadelloses Rennen. Der Australier hat wie ein großer Meister in Monte Carlo gesiegt: mit Souveränität, Klasse und einem kalkulierten Risiko. Vettel beginnt zu zittern. Er hätte nie geglaubt, dass sein Teamkollege zum schärfsten Gegner aufrücken würde. Schumacher versucht, Alonso zu überholen, wird aber bestraft. Davon abgesehen hat Schumacher ein sehr gutes Rennen bestritten."

Tuttosport: "Schumacher spielt den Schlauen, versucht, Alonso zu überholen, es gelingt ihm aber nicht. Zuerst versucht er das Manöver, danach entschuldigt er sich, wie ein kleiner Junge, der etwas angestellt hat. Ist er nicht 41 Jahre alt? Er behauptet, dass das Team ihn zum Fehlschritt bewogen hat, aber er dürfte die Regeln gut kennen."

Corriere dello Sport: "Webber tadellos, von der Qualifikation bis zur letzten Runde: Zwei Siege in sieben Tage sind beeindruckend. In Monte Carlo zeigt sich wieder die ewige Rivalität zwischen Alonso und Schumacher. Sie werden sich nicht ändern. Beide Piloten haben Klasse und Talent, ihre Rivalität vertieft sich immer mehr. Beide sind vor allem mit sich selbst befreundet."

La Repubblica: "Red Bull mit Flügeln, Spannungen zwischen Alonso und Schumi. Die Red-Bull-Piloten sind die wahren Herrscher dieser Formel 1, sie sind beängstigende Gegner für die Rivalen Ferrari und McLaren, die endlich begriffen haben, mit welchen Monstern sie zu tun haben. Die beiden Red-Bull-Piloten kennen keine Hindernisse, und was für die Gegner noch schlimmer ist: Sie werden voraussichtlich auch in Zukunft dominieren. Der Titelkampf droht zu einer internen Red-Bull-Angelegenheit zwischen Webber und Vettel zu werden."

Corriere della Sera: "Webber und Vettel, das goldene Paar. Red Bull ist allein an der Spitze. Sie könnten zum schönsten Paar der Welt aufrücken. In diesem Fall würde man nur noch bestimmen müssen, wer der König und wer sein Vize ist. Ein großes Problem für das Team."

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