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Lewis Hamilton freut sich mit Freundin Nicole Scherzinger über den Siegerpokal © getty

Lewis Hamilton hat die beste Sicht auf den Webber-Vettel-Crash und ist lachender Dritter. Die Stimmen zum Türkei-Grand-Prix.

München - Es war der Aufreger des Rennwochenendes - und es war die Szene, die mit großem Abstand für den meisten Gesprächsstoff sorgte.

Die Kollision der Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel und Mark Webber bescherte Vettel das Renn-Aus und kostete Webber den möglichen Sieg (243334Die Bilder).

Vettel gibt Webber die Schuld, der weist sie von sich. Teamchef Christian Horner ärgert sich über die Gesamtsituation, Berater Helmut Manko kritisiert Webber und einen anderen, der beim Crash eine unrühmliche Rolle spielte.

Nutznießer Lewis Hamilton reibt sich die Hände und schwärmt scherzhaft über die gute Sicht, die er auf die Kollision hatte (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

SPORT1 hat die Stimmen zum Grand Prix in Istanbul:

Mark Webber, Red Bull: Es war eine Katastrophe: Sebastian hatte bei seinem Überholmanöver bei Höchstgeschwindigkeit einen ordentlichen Vorsprung und er ging nach innen. Als wir Seite an Seite waren, hat er ziemlich schnell nach rechts gelenkt und wir haben uns berührt. Ich hatte nicht erwartet, dass er dort rüberzieht. Es ist so schnell passiert.

Ich wollte natürlich nicht, dass es bei dieser Geschwindigkeit dort zu einer Kollision kommt. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass ich etwas zu Riskantes gemacht habe. Für das Team ist es schade, das ist natürlich das Schlimmste, was einem Rennstall passieren kann. Es ist natürlich jetzt sowohl für Sebastian als auch für mich ein harter Tag, den müssen wir erstmal verdauen.

Sebastian Vettel, Red Bull: Wenn man die Fernsehbilder sieht, ist es ziemlich eindeutig. Ich lag auf der inneren Seite, hatte also den Vorrang für die folgende Kurve. Ich habe mich nur auf das Anbremsen fokussiert. Dann hat es einen Schlag gegeben und schon war das Rennen vorbei. Da habe ich völlig überraschend die Kontrolle über das Auto verloren. Das tut weh. Leider Gottes passiert manchmal so etwas - und wenn es unter Teamkollegen passiert, ist es natürlich doppelt hart. Offensichtlich bin ich jetzt nicht der glücklichste Mensch auf Erden. Da sind sehr wichtige Punkte für mich und auch für Mark, für das Team flöten gegangen.

Lewis Hamilton, McLaren-Mercedes: Das Duell Vettel - Webber war großartig anzusehen, ich hatte die beste Sicht. Es war wie einen Film in HD oder 3D zu sehen. Als Seb (Sebastian Vettel) nach innen gegangen ist, hat Mark seine Linie gehalten, und es gab keinen Platz, um nach rechts zu ziehen - und für Seb gab es keinen Grund nach rechts zu sehen. Es war unglücklich für die beiden und Glück für uns. Es ist fantastisch, den zweiten Doppelsieg bekommen zu haben. Man sieht, wie eng das Rennen zwischen uns Vieren ist. Es geht jetzt ums Momentum - und wir tun jetzt unser Bestes, beide Titel zu holen.

Christian Horner, Temchef Red Bull: Aus der Sicht des Teams bin ich wirklich enttäuscht, denn es hat alles richtig gemacht. Wir haben McLaren in Sachen Strategie geschlagen. Es war dann wirklich enttäuschend zu sehen, wie sich beide Autos berühren. Sie hätten niemals dort fahren dürfen, wo sie fuhren.

Diese Sache hat das Team jede Menge Punkte gekostet. Er sah danach aus, als hätte Mark Sebastian nicht genug Platz gelassen. Es war ganz klar, dass Sebastian an der Seite und vorne lag. Es ist natürlich inakzeptabel, dass so etwas passiert. Heute haben wir McLaren 43 Punkte auf dem Silbertablett serviert.

Dr. Helmut Marko, Motorsport-Beauftragter Red Bull: Vettel war so viel schneller, er musste an Webber vorbei. Durch den Druck von McLaren hatte Vettel gar keine andere Wahl, ansonsten wäre er von Hamilton überholt worden. Mark hätte unter Teamkollegen und unter dem Druck der beiden McLaren von hinten dieses Manöver niemals machen dürfen. Leider hat der Renningenieur nicht reagiert. Er hätte ihm das Überholmanöver vorher ankündigen müssen. Das ist ihm auch deutlich gesagt worden.

Michael Schumacher, Mercedes: Es ging für mich so los, wie ich gehofft hatte, als ich Jenson direkt am Start überholen konnte. Leider hatte ich nicht viel Reifengrip, weil die Einführungsrunde recht langsam war - so konnte ich Jenson nicht hinter mir halten. Für mich gab es dann nicht mehr viele Möglichkeiten, aber vorne ist einiges passiert und es war eine gute Show für die Fans. Wir haben alles in allem einen Schritt hin zu Red Bull und einen Schritt weg von Ferrari gemacht, damit können wir recht glücklich sein.

Jenson Button, McLaren-Mercedes: Die Geschwindigkeit unserer Autos war sehr gut. Es war toll, mit den Red Bulls mithalten zu können, so oft wie sie uns schon auf Distanz gehalten haben. Das Duell mit Lewis am Ende hat Spaß gemacht. Als Team sollten wir mit Platz eins und zwei natürlich glücklich sein. Vor ein paar Wochen erst konnte man sagen, dass wir mit den Red Bulls nicht mithalten konnten: Wir müssen dem Team also danken.

Fernando Alonso, Ferrari: Wir waren etwas überrascht, denn sowohl in Barcelona als auch hier waren wir nicht allzu konkurrenzfähig. Für Kanada haben wir Verbesserungen und für Valencia dann noch mal ein größeres Paket, aber wir wissen nicht, ob es reicht: McLaren und Red Bull sind sehr weit weg. Wir müssen also sehr hart arbeiten. Allerdings bin ich einen Punkt vor Vettel, obwohl wir nicht das schnellste Auto haben. So schlecht stehen wir von den Punkten her also nicht da.

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