Der Crash von Istanbul gefährdet das gute Verhältnis von Mark Webber und Sebastian Vettel - wenn Red Bull nicht klug handelt.

Keine Frage, der spektakuläre Zusammenstoß des Red-Bull-Duos Mark Webber und Sebastian Vettel beim türkischen Grand Prix ist für den jungen Deutschen eine weitere schmerzhafte Erfahrung auf seinem Weg zum Rennfahrer der Extraklasse gewesen.

Vettels enttäuschte Reaktionen nach dem völlig missratenen Überholmanöver sind nachvollziehbar. Durch die vermeidbare Kollision sah sich der ehrgeizige 22-Jährige um seinen möglichen zweiten Saisonsieg gebracht und um wichtige WM-Punkte.

Was sich langfristig allerdings als viel gravierender erweisen könnte: Durch den Chaos-Crash droht Vettels österreichischer Rennstall seinen Betriebsfrieden zu verlieren. Bisher haben sich Vettel und Webber bei aller Konkurrenz auf der Rennstrecke außerhalb des Cockpits nämlich stets gut verstanden.

Bei Red Bull war man zu Recht stolz auf den freundschaftlichen Umgang seiner Piloten.

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Das dramatische Manöver von Istanbul könnte dieses weitgehend harmonische Miteinander jedoch bedrohen, wenn die Teamleitung den zerstörerischen Keim durch kluges Management nicht schnell unschädlich macht.

Im Grunde genommen ist es müßig, darüber zu diskutieren, wer sich auf dem Otodrom in Runde 40 besser anders verhalten hätte. War Vettel zu ungestüm? Oder Webber zu unnachgiebig? Oder hat das Team oder eines seiner Mitglieder versagt? Geschenkt.

Entscheidend wird vielmehr sein, wie Vettel, Webber und ihr Umfeld mit dem ärgerlichen Aus des jungen, deutschen WM-Anwärters umgehen werden.

Natürlich muss Red Bull Ursachenforschung betreiben und die Dinge für die Zukunft klären. Den Schwarzen Peter an einen der beiden Fahrer zu verteilen, sollte der österreichische Rennstall dabei allerdings tunlichst vermeiden.

Ruhe zu bewahren, lautet das Gebot der Stunde, so schwer das im ersten Ärger auch ist. Langfristig ist es die Strategie, die den größeren Erfolg verspricht.

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