SPORT1-Experte Peter Kohl zieht in den Tops und Flops eine Bilanz des Türkei-Grand-Prix. Red Bull bekommt kein gutes Zeugnis.

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FLOPS

Vettel und Webber: Beide kämpfen um den WM-Titel, sie waren punktgleich an der Spitze, für keinen von beiden gibt es einen Grund, freiwillig zur Seite zu fahren. Aber genug Platz zum Überleben müssen sich beide lassen! Webber hat nicht nachgegeben, Vettel zog rechts rüber - ein möglicher Doppelsieg ging dabei flöten. Kompromisslosigkeit und rausgestreckte Ellenbogen führen nicht zum Titel, siehe Alonso und Hamilton 2007. Am Ende blieb als lachender Dritter Kimi Räikkönen als Titelgewinner. Wollen Vettel und Webber soetwas 2010 verhindern, müssen sie sich zusammenraufen - und zwar möglichst schnell.

Dr. Marko: Die Art und Weise, wie er schon kurz nach dem Rennen sämtliche Schuld auf Webber und dessen Renningenieur ablud, war einfach unterste Schublade.

Christian Horner: Die Aufgabe eines Teamchefs ist es, ein Team zu leiten. Dazu gehört auch, dass er seinen beiden Jockeys klar macht, wie sie sich auf der Strecke zu verhalten haben, was ihm in Istanbul offensichtlich nicht gelungen ist.

Lotus: Beide Boliden sind liegengeblieben - wieder einmal mit Hydraulikschäden. Bitter, denn der Speed war da, um sich mit Williams zu messen.

Williams: Sir Frank Williams hat es selber schön formuliert: "Wir sind in einer Situation wie beim Segeln am Äquator, wenn Du in eine Flaute gerätst, warte, und wenn Du nicht weiter kommst, fang an, die Beiboote runter zu lassen und zu rudern." Na dann, kräftig in die Hände gespuckt und skull.

Ferrari: In Istanbul präsentierten sich die roten Renner aus Maranello mehr als lahmende Ackergäule, denn als springende Pferde. Der 800. Grand-Prix der Teamgeschichte war ein absolutes Desaster. Sie wollten Red Bull attackieren, und prügelten sich mit Renault im Mittelfeld rum. Stefano Domenicali muss jetzt zeigen, dass er sein Team in die Spur zurück treiben kann, sonst lässt Luca Di Montezemolo wohl bald Köpfe rollen.

Liuzzi: Zum wiederholten Mal chancenlos gegen Teamkollege Sutil. Irgendwo im Niemandsland, nichts mehr zu sehen von der Performance des Saisonauftakts, als er noch in die Punkteränge fuhr. Dass Testfahrer Paul Di Resta den Italiener auf die Reservebank verdrängt, ist für mich nur noch eine Frage von ein paar Rennen.

TOPS

Hamilton und Button: Große Show der beiden, die gezeigt haben, wie man beinhart kämpfen und sich gegenseitig dabei respektieren kann. Ein echter Showdown auf der Piste, mit Fairplay danach - siehe gegenseitige Gratulationen und die beiderseitige Freude auf dem Siegerpodest.

McLaren Mercedes: Bemerkenswert, wie schnell das Team sich an die Überflieger von Red Bull herangearbeitet hat - das war bereits ein Duell auf Augenhöhe.

Schumacher: Geile Attacke beim Start gegen Button, Fairplay bei dessen Konter - so fährt ein Champion! Mehr als Platz vier ist mit diesem Mercedes GP nicht drin, so gesehen hat Schumi das Optimum herausgeholt.

Kubica: Unauffällig, aber konstant stark und eifrig beim Punktesammeln. Massa war gegen ihn chancenlos.

Petrow: Auch wenn ihm am Ende eines GP immer wieder Fehler unterlaufen - sein Duell mit Alonso fast über die gesamte Distanz des Rennens war äußerst unterhaltsam und spektakulär.

Ich freue mich auf Montreal - spannende Themen gibt es ja genug, und die Strecke ist ein MUSS für die F1 - schön, dass dort wieder gefahren wird.

Bis dahin,

Ihr Peter Kohl

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