vergrößernverkleinern
Vizeweltmeister Sebastian Vettel liegt in der WM-Wertung 15 Punkte hinter Webber © getty

Red Bull legt sich nach dem Crash von Istanbul fest: Sowohl Vettel als auch Webber tragen Schuld. Button schürt das Feuer.

Von Michael Spandern

München - Drei Tage nach dem verhängnisvollen Crash von Istanbul hat sich Red Bull auf eine Kommunikationslinie festgelegt: Die Kollision in der 40. Runde, die dem führenden Mark Webber und Sebastian Vettel womöglich den Doppelsieg kostete, sei die Schuld beider Piloten. (243334Die Bilder des Crashs)

"Zwei Top-Fahrer in so einer Situation - beide falsch reagiert", urteilte Teamberater Helmut Marko im Interview mit "Servus TV", dem Sender des Rennstalls. (Webber - Vettel: Crash, Lügen und Video?)

Sein Ärger ist jedoch noch nicht verraucht: "Das ist ein Unfall, wie er eigentlich Nachwuchsfahrern passiert", regte sich der ehemalige Formel-1-Fahrer auf.

SPORT1-Mehrheit sieht Schuld bei Vettel

"Beide Fahrer hätten sich mehr Raum lassen sollen", formuliert es Christian Horner im Kern ähnlich. Unmittelbar nach dem Türkei-GP hatte der Teamchef noch Vettel die Hauptschuld gegeben, wie 50,2 Prozent der SPORT1-User (Stand Mittwoch, 12.20 Uhr, 33.930 Stimmen).

Nachdem er sich mit Marko und den Technikern kurzgeschlossen hatte, hatte aber plötzlich Webber den Schwarzen Peter. Im SPORT1-Trend stimmten 36,3 Prozent dementsprechend ab.

Doch Horner deutet an, dass es bereits vor dem Unfall knirschte zwischen den beiden Fahrern, von denen sich keiner die Nummer 1 im Team nennen darf. "Wir erwarten von unseren Fahrern, dass sie gegenseitig Respekt zeigen und sich auf der Strecke genügend Platz lassen."

Webber sucht die Aussprache

Ließ mangelnder Respekt die Beiden zusammenkrachen? Vettel zeigte, als er in Istanbul aus dem gestrandeten Boliden stieg, erst mal den Vogel - wohl kaum sich selbst.

"Das Adrenalin war am Anschlag und natürlich spielt da auch die Frustration mit", beschwichtigt Horner. Schließlich suchte ja auch Webber die Schuld nicht bei sich.

Mittlerweile aber sucht der Australier den Frieden. "Seb und ich werden uns hinsetzen und darüber reden, um so kostspielige Pannen in Zukunft zu vermeiden", schrieb er in einer Kolumne im "Daily Telegraph". (STIMMEN zum Crash: Wie in HD

Und er ist dabei, sich sein Red-Bull-Cockpit auch für 2011 zu sichern: "Ich würde sagen, das ist mehr oder minder eine Formalität", sagte Marko. Der Vertrag werde "in den nächsten Tagen finalisiert".

Keine Friedenssignale von Vettel

Vettel dagegen ist abgetaucht und schweigt sich aus. Kein Wort der Versöhnung vom 22-Jährigen, der vor dem Türkei-GP punktgleich mit Webber an der Spitze des WM-Klassements lag.

"Wir werden jetzt versuchen, den Teamgeist wieder hinzubringen", pocht Marko auf einen Friedensgipfel. "Die zwei Fahrer müssen ja nicht zusammen Abendessen gehen, aber sie müssen kooperieren und müssen sich klar sein: Hallo, das ist das Team."

"Ich bin mir sicher, dass der Streit bis zum GP Kanada aus der Welt ist", betont er.

Button stichelt weiter

Genau das aber ist nicht im Interesse der Istanbul-Doppelsieger von McLaren. "Es wäre für uns gut, wenn sich Sebastian und Mark noch ein bisschen bekriegen würden", zitiert die "Bild" den WM-Zweiten Jenson Button. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Und er glaubt nicht an eine nachhaltige Aussöhnung der Red-Bull-Kollegen: "Kuscheln und knutschen werden sie vor dem nächsten Rennen bestimmt nicht", schürt der Brite das Feuer. "Das könnte denen jetzt einen echten Knacks geben."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel