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Michael Schumacher wartet noch auf die erste Podiumsplatzierung nach dem Comeback © getty

Vor dem Großen Preis von Kanada bemängelt Michael Schumacher den fehlenden Topspeed. Und die Konkurrenz reibt sich die Hände.

Von Julian Meißner

München - In der Türkei feierte Mercedes GP mit den Plätzen vier und fünf das bislang stärkste Gesamtergebnis der Saison, doch der Aufwärtstrend könnte ganz schnell wieder vorbei sein.

Am kommenden Wochenende steht der Große Preis von Kanada auf dem Programm, und der schnelle Kurs auf der Ile Notre Dame inmitten des Sankt-Lorenz-Stroms liegt den Silberpfeilen nicht unbedingt.

"Bei der Strecke in Montreal spielt Topspeed eine große Rolle, also haben wir in diesem Bereich hart gearbeitet - gerade weil wir wissen, dass wir hier nicht top sind", erklärte Michael Schumacher.

Der Rekordweltmeister gab sich vorsichtig optimistisch: "Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir in der Lage sein werden, das Beste aus unserem Paket heraus zu holen."

Ob das reicht? Nico Rosberg hofft auf die Power des Mercedes-Motors.

McLaren Top-Favorit

"Die Strecke mit einer sehr langen Geraden sowie engen Kurven ist technisch anspruchsvoll", sagte Schumachers Teamkollege. Seine Hoffnung: "Auf der langen Geraden ist der Mercedes-Motor sicher von Vorteil."

Doch den hat die Konkurrenz von McLaren bekanntlich auch im Heck. Die Briten sind neben dem gewohnt schnellen Red-Bull-Team der Top-Favorit auf dem Circuit Gilles Villeneuve, der nach einem Jahr Pause wieder im Rennkalender auftaucht.

Button zuversichtlich

Lewis Hamilton und Jenson Button profitierten bei ihrem Doppelsieg am Bosporus vom 243334dramatischen Unfall zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber, doch in Kanada könnten die beiden aus eigener Kraft ganz vorne stehen.

"Das Streckenlayout sollte unserem MP4-25 gut liegen", sagte Weltmeister Button: "Es gibt ein paar langsame Kurven, die auf die langen Geraden führen. Da sollten wir die Kombination aus dem Mercedes-Motor und dem Aero-Paket nutzen können, um sowohl im Qualifying als auch im Rennen konkurrenzfähig zu sein."

Brawn braucht Zeit

Den Briten hilft neben der schwäbischen Antriebs-Power auf dem schnellen Kurs das F-Schacht-System, das die Konkurrenz seit der Einführung durch McLaren fieberhaft zu kopieren versucht.

Mercedes-Teamchef Ross Brawn musste nun jedoch anerkennen, dass die Entwicklung noch mehr Zeit erfordert: "McLaren hat dieses clevere Konzept erfunden und dementsprechend deutlich mehr Erfahrung damit. Grundsätzlich funktioniert unser System, aber wir können nicht alle Vorteile daraus ziehen. Es ist derzeit ein Kompromiss, der uns auf langen Geraden angreifbar macht. Wir arbeiten beharrlich weiter daran."

Laut Brawn haben "viele Teams ihre Systeme in Istanbul wieder eingepackt".

Motivationsspritze von Hamilton

Wird der F-Schacht der Joker, der am Ende die WM zugunsten McLarens entscheidet?

Hamilton, der in Istanbul seinen ersten Saisonsieg feierte, betätigt sich vorsorglich als Motivationskünstler und lobt die eigene Technik-Crew über den grünen Klee.

"Das gesamte Team gibt Vollgas, um neue Teile zu entwickeln. Dieses Team ist eine unglaubliche Entwicklungsmaschine", schrieb der Champion von 2008 auf seiner Homepage: "Wir leben und atmen den Motorsport - und die Teile strömen nur so aus der Fabrik."

Im Kampf um die Fahrer-WM liegen die beiden McLaren-Piloten vor dem achten Saisonlauf auf den Rängen zwei und drei aussichtsreich im Rennen.

Rosberg und Schumacher dagegen müssen das Ergebnis von Istanbul zumindest bestätigen, um nicht vollends den Anschluss zu verlieren.

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