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Sebastian Vettel liegt in der WM mit 78 Punkten auf Platz fünf © getty

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel steigert sich im Training zum Kanada-Grand-Prix und fährt Bestzeit. Auch Nico Rosberg mischt mit.

Montreal - Sebastian Vettel ist dem Frust nach dem Crash mit seinem Teamkollegen Mark Webber in Istanbul eindrucksvoll davongefahren (248251Die Bilder).

Der Red-Bull-Pilot holte am Freitag in Montreal im Freien Training zum Großen Preis von Kanada (Quali, Sa. ab 18.45 Uhr LIVE im TICKER) die Tagesbestzeit und distanzierte dabei den australischen WM-Spitzenreiter Webber um fast vier Zehntelsekunden (SERVICE: Das Trainingsergebnis).

Zwischen den beiden lagen noch Ferrari-Pilot Fernando Alonso, der bis auf 86 Tausendstelsekunden an Vettels Zeit herankam, und Nico Rosberg im Mercedes-Silberpfeil auf den Plätzen zwei und drei.

"Es war ganz gut. Ich denke, wir sind in etwa dabei. Die Strecke gefällt mir gut, es macht Spaß", sagte Vettel, der allerdings manchmal "näher als geplant" an die Begrenzungsmauern kam: "Man muss sich rantasten, es ist ein Tanz auf dem Seil. Wenn es dann in die Hose geht, dann richtig. Eine Mauer gibt nicht nach, aber das ist die Herausforderung hier."

Schumi Neunter

Rosberg, der in den letzten drei Rennen jeweils langsamer war als Teamkollege Michael Schumacher, hielt den Rekordweltmeister und siebenmaligen Kanada-Sieger diesmal wieder in Schach. (POWERRANKING: Renault macht Red Bull Dampf)

Der 41-Jährige landete auf Position neun und war noch hinter dem sechstplatzierten Adrian Sutil im Force-India-Mercedes lediglich viertbester Deutscher.

"Was unsere Zeiten von heute bedeuten, werden wir erst morgen erfahren wenn alle im Qualifying mit geringer Benzinmenge unterwegs sind", kommentierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug das Resultat: "Sollte es am Sonntag trocken bleiben, dann werden wir - so sah es heute bei den Rennsimulationen jedenfalls aus - ein spannendes Drama zum Thema Reifennutzung erleben - mit Rundenzeiten, die heute bei fast allen Wettbewerbern um drei Sekunden oder mehr variierten."

Und weiter: "Nico und Michael lieben diese Strecke - beide sind gut drauf und unser Auto war das bisher auch."

Glock Vorletzter

Nico Hülkenberg fuhr im Williams auf Rang 13, für Virgin-Pilot Timo Glock blieb nur der vorletzte Platz.

In der WM-Wertung liegt Vettel nach dem Ausfall in Istanbul vor dem 8. von 19 Läufen mit 78 Punkten auf Rang fünf, 15 Zähler hinter Webber (93). Vor ihm liegen auch noch die McLaren-Piloten Jenson Button (88) und Lewis Hamilton (84) sowie Alonso. Rosberg (66), Schumacher (34) und Sutil (22) belegen die Plätze acht bis zehn. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

WM geht vor

Unterdessen zieht die am Freitag in Südafrika eröffnete Fußball-WM auch die Formel-1-Stars in ihren Bann. Schumachers Auslaufrunde nach dem Rennen am Sonntag wird geradewegs vor den Fernseher führen, Vettel ist "richtig geil auf die WM und Fußball", und Alonso möchte gern Spaniens Torwart sein.

"Die Vorfreude ist groß, wir sind voller Erwartung, dass es endlich losgeht, und drücken unseren Jungs kräftig die Daumen", sagte Schumi mit Blick auf das erste Spiel der deutschen Mannschaft am Sonntag gegen Australien.

Da der Anpfiff nicht mal eine Stunde nach Ende des Rennens in Montreal stattfindet, setzt Fußball-Fan Schumacher ausnahmsweise andere Prioritäten. "Das wird ein nebensächliches Briefing werden", kündigte er hinsichtlich der sonst üblichen Nachbesprechung mit seinen Ingenieuren an.

Vettel glaubt an Auftaktsieg

Vettel geht von einem Auftaktsieg gegen die "Aussies" aus. "Deutschland gewinnt, ganz klar. Australien ist der schwächste Gruppengegner. Also sollten wir da auch gewinnen", sagte Vettel, während sein australischer Teamkollege Webber logischerweise zumindest auf ein Unentschieden hofft.

"Mark ist anderer Ansicht, aber wir waren in letzter Zeit ja bei einigen Dingen anderer Ansicht", sagte Vettel in Anspielung auf den teaminternen Crash in Istanbul, den die Red-Bull-Piloten inzwischen offiziell abgehakt haben.

Stars im Fußball-Fieber

Nicht nur die deutschen Fahrer sind im Fußball-Fieber.

Während die McLaren-Weltmeister Jenson Button und Lewis Hamilton England den ersten WM-Triumph seit 1966 zutrauen, hofft Ferrari-Pilot Felipe Massa, dass Brasilien "um den Titel kämpfen kann", schätzt aber auch England, Argentinien und vor allem Spanien hoch ein.

Großer Fan des Europameisters ist natürlich Massas Teamkollege Fernando Alonso, der nach dem Titelgewinn der Spanier vor zwei Jahren gegen Deutschland selbst in der Kabine war.

"Spanien spielt besser als jedes andere Team", sagte Alonso, der gerne zur Mannschaft um Torjäger David Villa gehören würde - am liebsten als Torwart: "Das ist die einfachste Position. Bis zu unserem Torwart kommt nämlich niemand."

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