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Michael Schumacher und Renningenieur Andrew Shovlin haben Diskussionsbedarf © getty

Mercedes beklagt das schlechteste Quali-Ergebnis der Teamgeschichte, Sebastian Vettel ist erleichtert. Die Stimmen aus Valencia.

Valencia/München - Nach dem Qualifying zum Großen Preis von Europa in Valencia (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) gab es lange Gesichter in der Mercedes-Box.

Die Startpositionen 12 für Nico Rosberg und 15 für Michael Schumacher bedeuten das schlechteste Qualifikations-Ergebnis in der noch jungen Geschichte des Silberpfeil-Teams (DATENCENTER: Die Startaufstellung).

Dabei hatte man mit einem umfangreichen Update-Paket eigentlich einen großen Schritt in Richtung der Spitzenteams machen wollen

Während Schumacher weitgehend ratlos wirkte, übte Rosberg - wie schon beim vergangenen Rennen in Montreal - deutliche Kritik am Team: "Die Enttäuschung ist sehr groß, denn es wurde ja davon geredet, dass unsere Saison hier erst beginnt. Das ging komplett nach hinten los!"

Erleichterung machte sich dagegen bei Sebastian Vettel breit, der seinen Red Bull erstmals seit dem China-Grand-Prix im April wieder auf die Pole-Position stellte.

Zufrieden war auch Williams-Pilot Nico Hülkenberg über die bislang zweitbeste Platzierung seiner Formel-1-Karriere.

SPORT1 hat die Stimmen zum Qualifying zusammengestellt.

Sebastian Vettel (Red Bull / Startplatz 1):

"Das Ergebnis fühlt sich gut an, nachdem zuletzt nicht alles glatt gelaufen ist. Am Ende war es sehr eng. Ich habe zuerst einen Fehler gemacht und dann alles auf eine Karte gesetzt. Es war dort draußen sehr schwierig, besonders, da wir den F-Schacht und viele andere Dinge wieder ans Auto montiert haben. Einige Mechaniker hatten wohl nur eine oder zwei Stunden Schlaf, da ist es schön, sich mit den Startplätzen eins und zwei zu bedanken. Für das Rennen sind wir in einer starken Position."

Mark Webber (Red Bull / 2):

"Für Startplatz eins war ich heute nicht gut genug. Ich freue mich, in der ersten Reihe zu stehen, hätte es aber natürlich lieber andersherum gehabt. Dies ist keiner unserer stärkeren Kurse, und die Strecke ist wie ein Supermarkt-Parkplatz. Dennoch hatten wir heute einen guten Tag, mal sehen, was morgen passiert. Ich bin sehr optimistisch, dass wir ein gutes Rennen fahren können."

Lewis Hamilton (McLaren / 3):

"Ich bin super happy. Wir wussten, dass die anderen Teams Updates bringen und waren im Training etwas hintendran. Ich dachte nicht, dass wir soweit vorne sein könnten. Nach meinem Fahrfehler am Ende dachte ich zudem, ich würde viel weiter zurückfallen. Ich kann mich über die Startposition also nicht beklagen. Die Stopps werden entscheidend sein, und natürlich auch die erste Kurve. Wir werden so viel Druck wie möglich machen, um das Rennen zu gewinnen."

Fernando Alonso (Ferrari / 4):

"Ich bin zufrieden mit diesem Ergebnis. Hier haben so viele Teams, inklusive Ferrari, neue Teile mitgebracht. Es war deshalb wichtig zu zeigen, dass wir in der Lage sind, um Top-Platzierungen zu kämpfen. Das haben wir geschafft, und wir müssen im Hinterkopf behalten, dass wir ohne die Updates, womöglich damit gekämpft hätten, es in den dritten Qualifying-Durchgang zu schaffen. Wir haben das Potenzial, um eine Podiumsplatzierung zu kämpfen."

Nico Hülkenberg (Williams / 8):

"Immerhin Top Ten - und ich habe meinen Teamkollegen geschlagen. Danach sah es das ganze Wochenende nicht aus, er war eigentlich immer etwas schneller. Ich habe nie wirklich die Antwort gefunden, habe am Freitag viel mit dem Auto gekämpft. Heute ging es besser, ich habe mich mit dem Setup wohlgefühlt. Wenn man schon in den ersten Zehn startet, dann will man auch Punkte mitnehmen. Jetzt sind aber viele große Namen in schnellen Autos hinter uns. Von daher wird es sicher kein einfaches Rennen."

Nico Rosberg (Mercedes / 12):

"Die Enttäuschung ist sehr groß, denn es wurde ja davon geredet, dass unsere Saison hier erst beginnt. Das ging ja komplett nach hinten los! Es ist eine ähnliche Situation wie in Montreal: Das Team hat nicht das Beste aus den Aerodynamik-Upgrades gemacht. Sie haben in der Fabrik sehr gut gearbeitet, aber wir haben wieder nicht das Maximale rausgeholt. Wir hatten einige Probleme am Wochenende, mussten zurückschrauben und so weiter. Dann fehlt es halt. Aber trotzdem: Auch wenn alles hinhaut, sind wir nicht da, wo wir sein wollen. Meine Runde war super. Viel mehr geht einfach nicht."

Adrian Sutil (Force India / 13):

"Die ganze Einheit über war es schwierig. Wir konnten die Reifen nicht zum Arbeiten bringen. Das war ein großer Unterschied im Vergleich zur Einheit am Morgen. Das ist natürlich sehr enttäuschend, da wir hier sehr stark aussahen, und wir im Vergleich zum Morgen nicht viel verändert haben. Ich konzentriere mich nun auf das Rennen. Wir hatten hier im vergangenen Jahr eine gute Veranstaltung, und wie wir in Montreal gesehen haben, ist unsere Geschwindigkeit im Rennen sehr stark. Es gibt also immer Möglichkeiten, um Positionen gutzumachen."

Michael Schumacher (Mercedes / 15):

"Wir sind etwas ratlos. Unsere Performance reicht im Moment nicht aus. Neben dem bekannten Reifenproblem haben die Bremsen nicht richtig funktioniert. Natürlich ist das enttäuschend, es wird ein schwieriges Rennen. Aber wir sind Kämpfer und kennen das Geschäft lange genug, um zu wissen, dass es Hochs und Tiefs gibt."

Timo Glock (Virgin / 22):

"Ich habe einen Fehler gemacht, und wir haben uns bei den Reifen verschätzt. Ich hatte im Freien Training das Gefühl, dass der weiche Pneu etwas schneller sein könnte. Im Qualifying haben wir dann rasch festgestellt, dass er doch nicht besser ist. Ich hatte dann noch nur einen Versuch, der deutlich schneller war. In der letzten Kurve bin ich aber zu hart über den Randstein gefahren und aufgesessen. Dabei habe ich fünf bis sechs Zehntel verloren. Hätte, wäre und wenn bringt aber nichts. Es war mein Fehler."

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