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Sebastian Vettel liegt nach seinem Sieg mit 115 Punkten auf Platz drei © getty

Mark Webber schlägt beim Europa-GP einen meterhohen Salto, hat aber einen Schutzengel. Red-Bull-Kollege Sebastian Vettel siegt.

Valencia - Sebastian Vettel hat im Duell Deutschland gegen England vorgelegt und vor McLaren-Pilot Lewis Hamilton den Großen Preis von Valencia gewonnen. (255773Die Bilder)

Durch seinen zweiten Saisonsieg kletterte er in der WM-Wertung auf Platz drei. (DATENCENTER: Rennergebnis)

"Es ist gut, wieder da zu sein, für die Punktewertung und für die Meisterschaft", sagte Vettel, der im vierten Anlauf in diesem Jahr aus einer Pole-Position auch einen Sieg machte: "Beim Start war es ein bisschen eng, enger als ich erwartet hatte. Nach der Strafe für Lewis konnte ich dann das Tempo anpassen und das Rennen nach Hause fahren."

Webber mit meterhohem Salto

Überschattet wurde der siebte Sieg des Red-Bull-Piloten von einem spektakulären Crash seines Teamkollege Mark Webber, der nach einer Kollision mit Lotus-Pilot Heikki Kovalainen einen meterhohen Salto schlug, dem Auto aber unverletzt entstieg.

Vettel gewann einmal mehr als Ralf Schumacher (6), nur dessen Bruder Michael ist mit 91 Siegen noch weit vor dem 22-Jährigen. In Valencia gab es für Schumacher dagegen nichts zu feiern. Nach einem taktisch verunglückten Rennen mit drei Reifenwechseln landete der Mercedes-Pilot am Ende auf Rang 15. (Gerüchte über Schumi-Abgang)

Hamilton baut WM-Führung aus

Hamilton, der nach zwei vergeblichen Attacken gegen Vettel durch eine Durchfahrtsstrafe zurückgeworfen wurde, baute durch Platz zwei vor seinem Teamkollegen Jenson Button allerdings die Führung in der WM-Wertung weiter aus.

Mit 127 Zählern liegt er jetzt sechs Punkte vor Button (121). Vettel hat jetzt 115 Punkte auf dem Konto, zwölf mehr als Webber (103). Ferrari-Pilot Fernando Alonso hatte bei seinem Heimspiel vor 83.443 Zuschauern Pech mit dem Safety-Car und landete am Ende zur Enttäuschung der Fans nur auf Rang acht. (Stimmen: "Manipuliertes Rennen")

Neben Vettel holte von den deutschen Piloten noch Adrian Sutil im Force-India-Mercedes als Sechster und Nico Rosberg als Zehnter WM-Punkte, die Williams-Pilot Nico Hülkenberg durch einen Reifenschaden sechs Runden vor Schluss an zehnter Stelle liegend verpasste. Timo Glock im Virgin landete auf Platz 19.

Enger Fight beim Start

Beim Start kam Vettel gut weg, geriet aber schnell unter Druck von Hamilton, der sich von Startplatz drei an Webber vorbeigeschoben hatte. In der zweiten Kurve behauptete Vettel ganz knapp zwischen dem McLaren und der Begrenzungsmauer seine Führung.

Dabei berührte sein rechtes Hinterrad sogar den linken Vorderreifen von Hamilton. "Ich konnte nicht weiter nach links und hatte erst Angst, dass etwas kaputt gegangen ist. Aber dann konnte ich wegziehen", sagte Vettel, der allerdings die Tatsache, dass Webber unverletzt blieb, höher wertete als seinen Sieg.

Safety-Car nach Webber-Crash

Der Crash des Australiers hatte für eine riesige Schrecksekunde gesorgt. Nach seinem frühen ersten Reifenwechsel im hinteren Feld raste er mit hohem Tempo ins Heck des Lotus von Heikki Kovalainen und hob wie ein Flugzeug ab. Nach einem halben Salto rückwärts landete sein Red Bull zunächst auf dem Kopf, drehte sich dann noch einmal zurück auf die Räder und rutsche in einen Reifenstapel. Beide Fahrer blieben dabei aber unverletzt.

Das Safety-Car wurde auf die Strecke geschickt, als Vettel, Hamilton und die beiden Ferrari-Piloten schon an der Boxengasse vorbei waren, Hamilton hatte sich allerdings an der Boxenausfahrt im Gegensatz zum Ferrari-Duo noch verbotener Weise am Safety-Car vorbeigequetscht.

Schumi muss Feld passieren lassen

So konnte er wie Vettel mit deutlichem Vorsprung vor dem Rest des Feldes mit Alonso und Massa an der Spitze sich neue Reifen holen. Die Ferrari-Piloten wurden dagegen nach ihrem Stopp weit zurückgeworfen.

In Runde 12 kam auch Schumacher an die Box, holte sich weiche Reifen, fiel aber bis auf Rang 19 zurück, weil er an der Ausfahrt der Boxengasse erst das ganze Feld vorbeilassen musste.

"Unserer Meinung nach hätte eigentlich Grün sein müssen, weil die anderen Autos zwanzig Sekunden weiter hinten waren", haderte Schumacher: "Das Team hatte eigentlich perfekt entschieden, wir hätten die Chance gehabt, vielleicht aufs Treppchen zu fahren." Nach nur einer Runde tauschte er die weichen Reifen dann gegen einen neuen Satz harter und kam als Letzter zurück auf die Strecke.

Durchfahrtsstrafe für Hamilton

In Runde 15 wurde das Rennen wieder freigegeben, und Vettel behauptete sich wieder mit etwas Mühe vor Hamilton, nachdem er in einem heftigen Drift aus der letzten Kurve auf die Zielgerade eingebogen war.

Danach erarbeitete er sich wieder ein kleines Polster zu Hamilton, den dann aber eine Durchfahrtsstrafe für das Überholen des Safety-Cars zurückwarf. Allerdings schaffte es der Brite noch, trotz der Strafe vor dem langsameren Sauber von Kamui Kobayashi seinen zweiten Platz zu behaupten. Der Rückstand auf Vettel war allerdings auf mehr als 14 Sekunden gewachsen.

Schumacher dagegen wechselte in Runde 36 noch ein drittes Mal die Reifen, diesmal wieder zurück auf weich, und fuhr danach sogar mehrmals die schnellste Rennrunde - allerdings auf Rang 17.

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