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Fernando Alonso war 2005 und 2006 Weltmeister mit Renault © getty

Fernando Alonso ist stinksauer. Frust herrscht mal wieder bei Mercedes, Erleichterung bei Red Bull. Die Stimmen zum Europa-GP.

Valencia/München - Fernando Alonso war kaum zu bremsen.

Nach Platz neun beim Heimspiel in Valencia schäumte der Spanier von der Scuderia Ferrari vor Wut und sprach von einem "manipulierten Rennen" (255773Bilder).

Seiner Meinung nach war sein ehemaliger Teamkollege bei McLaren, Lewis Hamilton, nicht hinreichend dafür bestraft worden, dass er das Safety Car bei dessen Ausfahrt einen Tick zu spät überholt hatte.

Hamilton fuhr einen so großen Vorsprung heraus, dass er es trotz einer Durchfahrtsstrafe noch auf den zweiten Platz hinter dem strahlenden Sieger Sebastian Vettel schaffte (DATENCENTER: Rennergebnis).

"Das habe ich noch nie gesehen": schimpfte Alonso: "Wir waren auf einen Meter beieinander. Und dann wird er, der die Regeln nicht respektiert, Zweiter und ich Neunter."

Da war es nur ein kleiner Trost, dass Alonso am Ende noch eine Position gewann, weil neun Fahrer wegen zu hohen Tempos während der Safety-Car-Phase mit Zeitstrafen von jeweils fünf Sekunden belegt wurden.

Das Safety Car war auf die Strecke gekommen, weil Mark Webber und Heikki Kovalainen einen furchtbaren Crash gebaut hatten, den beide zum Glück unverletzt überstanden.

"Zu einem Tango gehören immer zwei", meinte Webber zur Unfallursache.

SPORT1 hat die Stimmen zum Großen Preis von Europa zusammengestellt.

Sebastian Vettel (Red Bull / Platz 1):

"Es war für uns zuletzt nicht einfach, aber das können wir nicht mehr ändern. Aber jetzt hat es geklappt. Es ist schön, wieder da zu sein und wichtige Punkte für die Meisterschaft geholt zu haben. Wichtiger ist heute allerdings, dass Mark bei seinem Unfall nichts passiert ist. Beim Neustart war es noch einmal kritisch, denn da hatten meine Reifen heftig blockiert, weil sie kälter waren als gedacht. Ich hatte dann sogar einen leichten Bremsplatten, nach der Strafe für Lewis konnte ich dann aber das Tempo anpassen und das Rennen nach Hause fahren."

Lewis Hamilton (McLaren / 2):

"Es ist sehr positiv, die Meisterschaft anzuführen. Hoffentlich können wir die Lücke auf Red Bull schließen und sie dann wirklich herausfordern. In der zweiten Kurve gab ich Sebastian Raum, aber wir berührten uns, und dabei brach mein Frontflügel. Während des Safety Cars kam ich an die Box und das Team leistete großartige Arbeit, um den Flügel und die Reifen zu wechseln. Danach konnte ich Druck machen, aber Überholen war unmöglich."

Jenson Button (McLaren / 3):

"Es ist für unser Team und für uns zwei Briten Wahnsinn, dass wir als Erster und Zweiter in der Gesamtwertung nach Silverstone kommen. Mehr hätten wir nicht erwarten können. Zudem gehen wir in dieses Rennen mit einem Update, hier hatten wir nichts. Dennoch haben wir ein gutes Ergebnis erzielt, das ist alles positiv. Ich war über unseren Speed nicht überrascht, aber wenn man von der siebten Position aus startet und dann Dritter wird? Das Safety-Car hat mir definitiv geholfen."

Fernando Alonso (Ferrari / 8):

"Das ist eine Schande für all die Fans, die gekommen sind und ein manipuliertes Rennen gesehen haben. Hamilton hat das Safety Car überholt, das habe ich noch nie gesehen. Wir waren auf einen Meter beieinander. Und dann wird er, der die Regeln nicht respektiert, Zweiter und ich Neunter. Leider lief alles gegen uns. Es sieht so aus, als würden sie alles erlauben."

Nico Rosberg (Mercedes / 11):

"Kein tolles Rennen und Spaß hat es auch nicht gemacht. Ich kämpfte um Grip und hatte Mühe, meine Bremsen zu schonen ? so war es mir nicht möglich, mich zu verbessern. Doch auch in solchen Rennen kann man Erfahrungen für später sammeln. Ein schwaches Wochenende für uns alle und wir müssen hart arbeiten, um unsere Probleme zu lösen und uns zu steigern.?"

Michael Schumacher (Mercedes / 15):

"Was für ein Rennen. Es wäre schön, wenn man die Situation in der Safety Car Phase klären könnte, als die rote Ampel an der Boxenausfahrt nach meinem ersten Stopp mein Rennen zerstörte. Ohne diesen Vorfall hätte ich recht gute Chancen gehabt. Unserer Ansicht nach hatte das Safety Car die Boxen passiert, ohne dass die Auto dahinter aufgereiht waren, deshalb hätte die Ampel nicht rot zeigen dürfen. Für einen Moment leuchtete grün, doch dann sprang die Ampel gleich wieder auf rot. Das war unserer Meinung nach nicht in Ordnung. Unsere Strategie war in diesem Zusammenhang richtig, denn wir hatten die Möglichkeit, sogar in Podiumsnähe ins Ziel zu kommen."

Mark Webber (Red Bull / DNF):

"Man benötigt immer zwei für einen Tango. An diesen Zwischenfall waren wir beide beteiligt. Ich hielt nach dem besten Windschatten Ausschau, um meinen Job zu erledigen und zu überholen. Er (Kovalainen, Anm. d. Red.) verteidigte sich ziemlich hart, blockierte plötzlich sehr aggressiv. Mich überraschte die Tatsache, wie früh er bremste. Das ist das, was mich kalt erwischt hat. Zu Beginn dachte ich, er lässt mich vorbei, denn der Geschwindigkeitsunterschied war natürlich gewaltig. Es war ein scheußlicher Zwischenfall."

Heikki Kovalainen (Lotus / DNF):

"Ich bin in Ordnung, und bin sehr glücklich, dass es auch Mark gut geht. Das hätte nicht passieren dürfen, aber es ist passiert. Ich denke, dass Mark überrascht war, wie früh ich für diese Kurve bremsen musste. Er lag hinter mir, und ich verteidigte mich, denn ich fuhr direkt gegen ihn. Ich denke, dass er sich nicht sicher war, welche Seite er wählen soll. In diesem Moment trat ich auf die Bremsen und er hatte keine Möglichkeit zu reagieren."

Nico Hülkenberg (Williams / DNF):

"Es lief eigentlich gut und Punkte waren definitiv möglich. Als das Safety Car rein kam, konnte ich Alonso zwar nicht hinter mir halten. Aber danach war es ein ziemlich professionelles Rennen, bis irgendetwas an meinem Auto Feuer gefangen hat. Das war dann natürlich das Ende für mich."

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