vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel liegt in der WM mit 115 Punkten auf dem dritten Platz © getty

Sebastian Vettel sieht sich nach seinem Sieg in Valencia zurück im Titelrennen. Mit Prognosen hält er sich dennoch zurück.

München - Sebastian Vettel schwebte nach seinem zweiten Saisonsieg im siebten Himmel. Mark Webber war nach seiner spektakulären Salto Flugshow in Valencia unversehrt zurück auf der Erde gelandet.

Für den Red-Bull-Rennstall gab es nach dem Großen Preis von Europa gleich zwei Gründe zum Feiern.

"Jetzt sind wir wieder zurück. Es ist klasse, viele Punkte geholt zu haben", begeisterte sich der 22-jährige Hesse nach seinem Start-Ziel-Sieg: "Das ist gut für die Meisterschaft. Ich bin sehr zufrieden."

Webbers "Air Race"

"Das war wichtig für Sebastian", freute sich Teamchef Christian Horner mit seinem jungen Piloten: "Ein großartiger Erfolg. Ich glaube, er wird ihm sehr viel Selbstvertrauen geben." (DATENCENTER: Rennergebnis)

Mehr als über seine eigene Rückkehr in den Kreis der heißen Titelfavoriten freute sich Vettel darüber, dass Teamkollege Webber nach seinem unglaublichen Unfall nur ein paar blaue Flecken hatte.

"Ich habe mich gleich über Funk nach ihm erkundigt. Ich freue mich, dass es ihm gut geht. Das zeigt, dass die Autos immer sicherer werden", sagte Vettel nach Webbers "Red Bull Air Race" über den Lotus von Heikki Kovalainen hinweg.

"Risiko ist immer dabei"

In Valencia flog Webbers RB6 meterhoch durch die Luft, in der Inboard-Kamera war nur noch blauer Himmel zu sehen. "Motorsport ist gefährlich. Wenn etwas schief geht, dann kann es richtig schief gehen", stellte Vettel dazu fest: "Ein gewisses Risiko ist immer dabei. Den Respekt sollte man niemals verlieren."

Nachdem er seinen Horror-Unfall schadlos überstanden hatte, trauerte Webber den verlorenen Punkten nach und richtete seinen Blick bereits auf das nächste Rennen in zwei Wochen in Silverstone.

Vettel: Schritt in die richtige Richtung

Darauf ist Vettel auch schon heiß. "Wir hatten dort 2009 ein richtig sensationelles Wochenende (Doppelsieg, d. Red.). Das würden wir gerne wiederholen", sagte der Heppenheimer, der in der WM-Wertung als neuer Dritter mit 115 Punkten jetzt wieder in Schlagdistanz zum McLaren-Duo mit Lewis Hamilton (127 Punkte) und Weltmeister Jenson Button (121) ist. (DATENCENTER: WM-Stand)

"Ganz vorne sind wir noch nicht, also gibt es noch einiges zu tun", sagte Vettel, sprach aber von einem guten Schritt in die richtige Richtung: "Wenn wir so weitermachen, sieht es meiner Meinung nach immer besser aus. Die große Lehre dieser Saison ist, dass man bei jedem Rennen ins Ziel kommen muss. Wenn man nicht gewinnen kann, sollte man Zweiter, Dritter oder halt Vierter werden. Es geht um die Punkte."

Kapitaler Verbremser

Nach zahlreichen technischen Tücken in den acht Grands Prix zuvor hatte Vettel diesmal keine größeren Probleme. Trotz einer Berührung mit Hamilton in der zweiten Kurve und eines Bremsplatten, den er sich beim Neustart eingehandelt hatte, fuhr er letztlich locker den Sieg nach Hause.

Größte Schrecksekunde war für den jungen Deutschen sein kapitaler Verbremser nach der Freigabe des Rennens nach der Safety-Car-Phase. (Stimmen: "Manipuliertes Rennen")

Vettel musste sich gegen den anstürmenden Hamilton verteidigen und schoss dabei fast über das Ziel hinaus. "Ich habe mich vor der letzten Kurve dermaßen verbremst", berichtete er. Die Reifen seien kühler gewesen "als ich gedacht hatte. Es ging dennoch alles glatt".

Schwarze Serie beendet

Gleichwohl sei der Erfolg, mit dem der Vize-Weltmeister des Vorjahres eine Serie von fünf sieglosen Rennen beendet hatte, "nicht so einfach gewesen wie wir uns das ausgemalt hatten". Sein Auto sei allerdings immer schnell genug gewesen.

"Es ist jedenfalls schön, wieder zurück zu sein", freute sich Vettel, "und das auf einer Strecke, von der wir nicht unbedingt erwartet hatten, sonderlich stark zu sein".

Das Titelrennen grenzten Vettel und sein Team keinesfalls auf einen Zweikampf zwischen Red Bull und den führenden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Weltmeister Jenson Button ein. "Ferrari, McLaren - und auch Mercedes. Ich bin sicher, dass sie sich zurückmelden werden", urteilte Horner.

"Noch ist es eine lange Reise", antwortete Vettel: "Ich kann nur wiederholen, was ich schon gesagt habe: "Zwei Rennen können sehr viel verändern."

"Es ist sehr anstrengend"

Und obwohl die kommenden Kurse in Silverstone und Hockenheim dem Red-Bull-Renner liegen sollten, blieb der Pilot vorsichtig: "Es ist sehr anstrengend und du musst immer auf der Höhe sein. Das ist die Lektion, die wir bislang gelernt haben."

Außerdem: "Selbst wenn ein bestimmter Kurs dem Auto entgegen kommt, muss das nicht automatisch bedeuten, dass du ein einfaches Wochenende haben wirst." Auch diese Erfahrung hat der junge Fahrer in diesem Jahr bereits gemacht.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel