SPORT1-Experte Kohl zieht in den Tops und Flops eine Bilanz des Valencia-GP. Er versteht Webber wie Kovalainen nicht.

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TOPS

Sebastian Vettel: Souveräne Vorstellung ohne Fehler. Zu Recht damit wieder voll dabei im Kampf um den WM-Titel.

Red Bull: Auf einer Strecke, auf der McLaren Favorit war, saustark übers gesamte Wochenende!

Sauber-Strategie: Alles richtig gemacht in der Safety-Car-Phase. So wurde Kobayashi ganz nach vorne gespült. Sonderlob für den Japaner, wie couragiert er sich auf Position 3 nach dem Restart bis zu seinem einzigen Stopp behauptet hat.

Williams: Klare Steigerung, beide Autos im Qualifying in den Top 10, dazu massig Punkte durch Barrichello. Schade für Hülkenberg, dass sein Auto gegen Ende in die Knie ging. Punkte wären auch für ihn verdient gewesen.

Ferrari: Auch hier eine eindeutige Steigerung des Teams, wenn auch nicht so krass, wie sich viele Ferraristi das erhofft hatten. Das Pech mit dem Safety Car kostete eine Podiumsplatzierung.

Adrian Sutil: Der Junge beißt ohne Ende, wenn er den Hauch einer Chance sieht, schlägt er konsequent zu - sein Duell mit Buemi war frech, riskant, aber ungeheuer unterhaltsam.

Robert Kubica: Mr. Konstanz, sammelt fleißig Punkte - wie das viel zitierte Eichhörnchen. Beschert Renault immer wieder erhöhte Aufmerksamkeit, das Team lebt klar von seinen Qualitäten.

Fahrgastzellen der F1: Die Sicherheitsverantwortlichen der Formel 1 haben in den letzten Jahren ganze Arbeit geleistet. Das Webber diesen Horrorcrash nahezu unangetastet übersteht, ist Beweis dafür, wie richtig die harten Auflagen bei den Crashtests sind.

FLOPS

Rennleitung: Ein Safety Car so rauszuschicken, dass es das Führungsfahrzeug nicht erwischt, führt immer zu undurchsichtigen Situationen. Das geht besser. Die Bestrafung von Hamilton kam viel zu spät, der Ärger von Ferrari ist nachvollziehbar. Die Fünf-Sekunden-Strafen wegen des Nicht-Einhaltens des Zeitlimits unter Safety-Car-Bedingungen sind lächerlich. So karikiert man das eigene Reglement!

Mark Webber: Die Aktion mit Kovalainen war überflüssig, dass die Lotus-Boliden deutlich langsamer sind als die Red Bulls, ist ihm seit dem ersten Rennen bekannt. Und er wusste, wer vor ihm fährt. Auf diese Art volles Risiko zu gehen, um einen - durch eigene Schuld - verpatzten Start wieder wett zu machen, ist Bockmist! Eine Gefahr für sich, für andere und so wirft er wichtige Punkte im Kampf um WM-Titel weg.

Heikki Kovalainen: Klar ist Schuld, wer hinten auffährt: Aber der Versuch, einen um Welten schnelleren Red Bull aufhalten zu wollen, in dem er sich mitten auf der Straße breit macht, rechts und links keinen Platz lässt, ist idiotisch. Webber wäre so oder so ein paar Meter später an ihm vorbei gekommen. Was soll das?

Jenson Button: Wie kann man so leidenschaftslos eine Ewigkeit hinter einem Sauber hängen bleiben ohne zu attackieren? Der McLaren ist eine Rakete mit dem am besten funktionierenden F-Schacht-System im Vergleich zum C29. Das war zu wenig!

Mercedes GP: Der Rückstand zu den Top-Teams wird größer statt kleiner. Die Nummer mit der Roten Ampel war blöd - okay. Aber die Silberpfeile haben auch diesmal nicht die Reifen richtig zum Arbeiten gekriegt. Erstmals kein Auto in den Top 10 im Qualifying, dazu gleich in der Anfangsphase des Rennens Bremsprobleme für Rosberg, der wieder einmal einen Start verpennt hat. Viel Müll auf einmal...

Timo Glock: Ich mag ihn wirklich sehr! Aber an diesem Wochenende hat er komplett verwachst. Das Qualifying war eine Katastrophe, seine Fehler im Rennen auch. Hoffentlich ist das nicht Frust über die Gurke, in der er sitzt, der sich da breit macht...

Fernando Alonso: Nach der Singapur-Nummer von 2008 sollte er sich damit zurückhalten, anderen Manipulation vorzuwerfen.

Für Silverstone haben einige Teams große Updates angekündigt, zudem wurde die Strecke umgebaut. Es bleibt interessant und spannend!

Ich freue mich drauf. Bis in zwei Wochen!

Ihr Peter Kohl

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