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Fernando Alonso (l.) liegt in der Fahrerwertung 29 Punkte hinter Lewis Hamilton © getty

Der Brite schießt gegen Fernando Alonso zurück und staunt, dass der Ferrari-Pilot sich von einem Sauber überholen lässt.

Von Michael Spandern

München - Fernando Alonso rudert zurück, doch so einfach will Lewis Hamilton die Vorwürfe, die sein alter Erzrivale beim Europa-GP (255773Bilder) erhoben hatte, nicht auf sich sitzen lassen.

Dem Spanier, der am Sonntag von einem "manipulierten" Rennen gesprochen hatte, rede da wohl die Trauben sauer, die ihm zu hoch hängen, meinte Hamilton bei der "BBC".

Der McLaren-Pilot hatte in Vancia Alonsos Zorn auf sich gezogen, als er trotz gelber Flaggen ein Safety-Car überholt hatte und sich dadurch in den Augen des Ferrari-Fahrers "einen Vorteil erschlichen" hatte.

Hamilton beendete das Rennen trotz einer späteren Durchfahrtsstrafe auf dem zweiten Platz, Alonso schob als letztlich Achter Frust. (DATENCENTER: Rennergebnis)

"Sehr untypisch für ihn"

Hamilton lenkt nun die Aufmerksamkeit auf ein ganz anderes Überholmanöver: das des Japaners Kamui Kobayashi gegen Alonso in der vorletzten Runde.

"Ich sah, wie er von einem Sauber überholt wurde. Er muss in einer komplett anderen Welt gewesen sein", lästert Hamilton.

"Es ist doch sehr untypisch für ihn, dass er sich von einem Sauber überholen lässt", bohrt der 25-Jährige in der Wunde seines McLaren-Stallgefährten von 2007.

Langes Nachdenken über Hamiltons Manöver

Tatsächlich war der Sichtkontakt zu Alonso, der vor der Safety-Car-Phase direkt hinter Hamilton fuhr, kurz vor Rennende abgerissen.

Nur durch nachträgliche Bestrafungen anderer Piloten war der Spanier noch vom neunten auf den achten Rang vorgerückt. (Safety-Car-Lotto frustriert Rot und Silber)

Dennoch hatte er die Rennstewards, die sich für die Hamilton-Bestrafung fast eine halbe Stunde Zeit gelassen hatten, scharf attakiert. Ferrari-Boss Luca di Montezemolo hatte dies als "unakzeptabel" gebrandmarkt.

Dickes Lob an die Stewards

Red-Bull-Sportchef Christian Horner wertete etwas diplomatischer, dass die McLaren-Manöver "vielleicht ein wenig schmutzig" gewesen seien.

Hamilton hält dagegen: Er verstehe nicht, welchen Einfluss dies alles auf Alonsos Rennen gehabt habe. "Jeder hat ein Recht auf seine Meinung, und er muss von seinem Resultat sehr enttäuscht sein. Aber ich habe ihm ja nichts getan."

Und dann schiebt er ein dickes Lob an die Stewards hinterher: "Sie machen ihren Job einen unglaublich gut, weil sie uns in diesem Jahr das Rennfahren erlauben."

Alonso relativiert seine Attacke

Auf eine versöhnlichere Linie schwenkt auch Alonso ein: "Ich weiß natürlich, dass die Stewards keinen leichten Job haben und schwierige Entscheidungen treffen müssen", erklärte er in einer Kolumne auf der Webseite seines Rennstalls mit.

Er habe nie beabsichtigt, Gerüchten Vorschub zu leisten, das Rennen in Spanien sei durch den Weltverband FIA manipuliert worden.

Und er habe auch keinen Fahrer im Speziellen angreifen wollen. "Es ist ein generelles Problem und wir sollten darüber vernünftig reden, damit solche Dinge künftig nicht mehr passieren."

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