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Sebastian Vettel (M.) holt in Silverstone die zehnte Pole-Position seiner Karriere © getty

Die Red Bull erweisen sich Qualifying zum Großbritannien-GP als unschlagbar. Vettel lässt Webber hinter sich. McLaren enttäuscht.

Silverstone - Die erste Reaktion auf die Jubiläums-Pole waren drei Worte. "Waka Waka Baby!" schrie der von Shakiras WM-Hymne inspirierte Sebastian Vettel in den Boxenfunk.

Mit einer Gala-Vorstellung stellte der 23 Jahre alte Heppenheimer im Qualifying zum britischen Grand Prix in Silverstone (Rennen, So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) seinen Red-Bull-Renault zum fünften Mal in dieser Saison und zum zehnten Mal insgesamt auf Startplatz eins. (DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis)

Er kann nun von der ersten WM-Führung seiner Karriere träumen.

Nur Teamkollege Mark Webber konnte Vettel ansatzweise folgen, gegenüber dem Rest der Konkurrenz fuhren die Österreicher in einer eigenen Liga. 261583(DIASHOW: Das Qualifying)

"Ich bin sehr glücklich, denn das war ein harter Brocken. Im zweiten Teil des Qualifyings war ich noch nicht so zufrieden. Im dritten Teil bin ich es dann ruhiger angegangen, war insgesamt runder unterwegs, und das hat sehr gut funktioniert. Die Pole ist der Schlüssel für das Rennen", sagte Vettel, der in 1:29,615 Minuten 14 Hundertstelsekunden schneller war als Webber.

Alonso acht Zehntel zurück

Ferrari-Pilot Fernando Alonso hatte als Dritter schon mehr als acht Zehntelsekunden Rückstand auf Vettel, Lokalmatador und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton wurde Vierter.

Sollte Hamilton auch im Rennen nicht über Platz vier hinauskommen, könnte Vettel mit seinem zweiten Sieg in Folge nach Valencia zum ersten Mal die Führung in der WM-Wertung übernehmen.

Vor dem zehnten von 19 WM-Läufen hat Vettel als Dritter mit 115 Punkten zwölf Zähler Rückstand auf Hamilton (127). Dessen Teamkollege, der Weltmeister und aktuelle WM-Zweite Jenson Button (121), kam nicht über Startplatz 14 hinaus und muss seine Hoffnungen auf den ersten Heimsieg wohl begraben.

Vettel: Fühle mich hier zu Hause

Dagegen will Vettel seinem Team ein perfektes Heimspiel bescheren. "Das ist zwar nicht mein Heimrennen, aber ich fühle mich hier auch zu Hause, nur 20 Minuten vom Teamsitz entfernt", sagte er und meinte mit Blick auf den Doppelsieg aus dem letzten Jahr: "Ich hoffe, wir können diese Geschichte wiederholen."

Mercedes-Pilot Nico Rosberg war als Fünfter zweitbester Deutscher. Sein Silberpfeil-Kollege Michael Schumacher schaffte es nach Montreal und Valencia wieder in die letzte Qualifikationsrunde, musste sich dort aber mit Startplatz zehn zufrieden geben.

Schumi enttäuscht

"Ich bin schon ziemlich enttäuscht. Wir hatten das Auto gut hinbekommen, aber es ist zum Teil schon so, dass ich es dann nicht zusammenbekommen habe. Das ist schon frustrierend auf einer Strecke, wo überholen kaum möglich ist und es sehr auf die Startposition ankommt", sagte Schumacher, der dennoch einen Schritt nach vorne gesehen hat: "Das war definitiv besser als beim Valencia-Debakel. Wir haben zu alter, normaler Stärke zurückgefunden."

Das sieht Rosberg ähnlich. "Der fünfte Platz ist ein schönes Resultat. Das heißt, dass wir aus Valencia gelernt haben", sagte Rosberg, der in der WM-Wertung Siebter (75) ist: "Red Bull müssen wir außer Acht lassen, die sind hier unschlagbar, aber McLaren könnte es reichen."

Debakel für Button

Verpasst haben den Sprung in die Top 10 Adrian Sutil im Force-India-Mercedes, der als Elfter 55 Tausendstel zu langsam war, und Nico Hülkenberg.

Der Williams-Pilot lag als 13. aber noch einen Rang vor dem enttäuschten Weltmeister und aktuellen WM-Zweiten Jenson Button im McLaren-Mercedes. Über Funk entschuldigte sich sein Renningenieur bei dem Briten, dessen Chance auf den ersehnten ersten Heimsieg fast auf den Nullpunkt gesunken ist.

Schon im freien Training am Freitag war Button überhaupt nicht zurecht gekommen. Zudem funktionierte bei McLaren die neue Auspuffanordnung überhaupt nicht, sodass das Team wieder auf die alte Version zurückgriff. "Ich weiß nicht, was das Problem war", sagte Button: "Für das Rennen muss ich jetzt beten, dass etwas schiefgelaufen ist, das wir noch beheben können."

Für Timo Glock, im Virgin wie gewohnt deutsches Schlusslicht, war der 20. Platz im Qualifying dennoch "gefühlt wie eine Pole-Position". Nach vielen Problemen im freien Training hätte sein Rennstall das Auto für die Qualifikation einfach nur zusammengewürfelt. "Es ist schön, dass wir wieder näher an Lotus dran sind", sagte er.

In der Startaufstellung rückte Glock im Nachhinein noch auf Rang 19 vor, weil Vitantonio Liuzzi wegen Behinderung Hülkenbergs fünf Plätze nach hinten versetzt wurde.

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