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Mark Webber (l.) zog am Start an Pole-Setter Vettel vorbei © getty

Webber siegt in England und gibt Red Bull einen bösen Spruch mit. Vettel kämpft sich nach einem Start-Desaster in die Punkte.

Silverstone - Ein Plattfuß schon in der zweiten Kurve hat Pechvogel Sebastian Vettel um die Chance auf seine erste WM-Führung gebracht und ihn im Rennen um die Formel-1-Krone wieder zurückgeworfen.

Die deutsche Ehre rettete Mercedes-Pilot Nico Rosberg, der als Dritter zum dritten Mal in dieser Saison einen Silberpfeil aufs Podium stellte.

Beim dritten Saisonsieg seines Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber holte Vettel beim britischen Grand Prix trotz einer beeindruckenden Aufholjagd vom Ende des Feldes als Siebter lediglich vier Punkte, nachdem ihm McLaren-Pilot Lewis Hamilton unabsichtlich das rechte Hinterrad aufgeschlitzt hatte.

Zuvor hatte sich Webber mit einem Blitzstart an Vettel vorbeigeschoben und damit den Grundstein zum fünften GP-Sieg seiner Karriere gelegt (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Die Berührung mit Hamiltons Auto hatte Vettel selbst gar nicht gespürt. "Plötzlich habe ich gemerkt, dass ich einen Platten habe, und hatte alle Hände voll zu tun, das Auto auf der Strecke zu halten. Ich habe danach viel Zeit verloren", sagte Vettel.

Hamilton baut Vorsprung aus

Lokalmatador Hamilton gewann zwar nicht wie von 120.000 Fans erhofft sein Heimrennen, war aber dennoch der große Sieger von Silverstone.

Denn durch den zweiten Platz baute der 25-Jährige seine Führung in der WM-Wertung deutlich aus und liegt jetzt mit 145 Punkten zwölf Zähler vor seinem Landsmann und Teamkollegen Jenson Button (133), der von Startplatz 14 noch auf Rang vier nach vorne fuhr.

Webber (128) ist wieder Dritter, Vettel fiel vom dritten auf den vierten Platz zurück und liegt 24 Punkte hinter Hamilton.

"Nicht schlecht für einen Nummer-2-Fahrer"

"Fantastisch Jungs, nicht schlecht für einen Nummer-2-Fahrer", meinte Webber nach der Zieldurchfahrt über Boxenfunk zu seinem eigenen Team.

Aus Webber sprach der Frust, dass er am Samstag für die Qualifikation seinen neuen Frontflügel an Vettel abtreten musste und daher hinter dem Heppenheimer nur auf Startplatz zwei gelandet war (Red Bull verleiht Flügel - aber nur an Vettel).

"Gut gemacht, Mark. Jetzt kannst du lächeln", antwortete Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Fünf Deutsche in den Punkten

Direkt hinter Vettel fuhren auch noch Adrian Sutil im Force-India-Mercedes, Rekordweltmeister Michael Schumacher im zweiten Mercedes und Williams-Pilot Nico Hülkenberg auf den Plätzen acht bis zehn noch in die Punkteränge. Timo Glock kam im Virgin auf Rang 18.

Webber hielt nach dem besseren Start gegen den Teamkollegen energisch dagegen und quetschte sich vor der ersten Kurve an ihm vorbei auf Platz eins.

Hinter Vettel kam Hamilton stark auf und berührte mit seinem Frontflügel leicht das rechte Hinterrad des Red Bull, das Sekunden später plötzlich Luft verlor.

Vettel früh in die Box

Vettel rutschte dadurch gleich zweimal von der Strecke, fing sein Auto mit viel Mühe ab und musste langsam zum Reifenwechsel die Box ansteuern. Nach dem Wechsel auf harte Reifen war er mit weitem Abstand Letzter.

Webber dagegen hatte an der Spitze freie Fahrt und setzte sich leicht von Hamilton ab. Dahinter folgten Kubica und Rosberg, die auf den ersten Metern die Plätze getauscht hatten, aber beide an Alonso vorbeigegangen waren.

Schumacher gewann in der ersten Runde drei Plätze und fuhr auf Rang sieben vor, Button verbesserte sich sogar um sechs Positionen auf Rang acht.

Safety Car verringert die Abstände

Schumacher eröffnete in Runde 11 die geplanten Reifenwechsel, verlor im Anschluss allerdings einen Platz an Sauber-Pilot Kamui Kobayashi. Für Rosberg, der vier Runden später stoppte, lief es besser. Er schob sich an Kubica vorbei. Hamilton (Runde 16) und Webber (Runde 17) hielten ihre Positionen.

Der komfortable Vorsprung dieser beiden auf den drittplatzierten Rosberg ging dann komplett verloren, als in der 28. Runde das Safety-Car auf die Strecke musste, weil der Sauber von Pedro de la Rosa Teile seines Heckflügels verloren hatte.

Schumacher lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang acht direkt vor Sutil und Hülkenberg, Vettel auf Position 15.

Rosberg unter Druck von Button

Allerdings lag vor ihnen auf Rang vier noch Ferrari-Pilot Alonso, der erst nach Ende der Safety-Car-Phase nach der 30. Runde eine Durchfahrtstrafe antreten konnte, weil er in einem harten Zweikampf mit Kubica eine Kurve abgekürzt hatte.

Weil der Pole zwischenzeitlich ausgefallen war, konnte ihn Alonso auch nicht wieder vorbeilassen. Der Spanier fiel wie schon bei seinem Heimspiel in Valencia weit zurück.

Während sich nach Freigabe des Rennens Webber und Hamilton schnell wieder absetzten, geriet Rosberg unter Druck von Button.

Vettel hängt an Sutil fest

Schumacher verlor Platz sieben in einem harten Zweikampf mit Sutil. Vettel erkämpfte sich Position um Position und war in der 37. Runde als Zehnter erstmals wieder in den Punkterängen.

Danach schnappte er sich erst Hülkenberg und in der 41. Runde nach einem konsequenten Manöver auch seinen Freund Schumacher. "Mit ihm hat es am meisten Spaß gemacht", meinte Vettel.

Danach hing Vettel aber lange hinter Sutil fest, den er erst in der vorletzten Runde überholen konnte. Nicht auf redliche Weise, wie Sutil fand: "Sebastian hat mich am Ende angeschoben und ist vorbeigefahren. Fair hätte er mich nicht überholen können."

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