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Sebastian Vettel ist in der WM mit 121 Punkten auf Platz vier zurückgefallen © getty

Im Interview spricht Sebastian Vettel über seinen unglücklichen Start in Silverstone, seine Aufholjagd und den Kampf um die WM.

Silverstone - Für Pole-Setter Sebastian Vettel schien der Großbritannien-Grand-Prix (BERICHT: Webber siegt - und ätzt - Vettel im Pech) unmittelbar nach dem Start ein Rennen zum Vergessen zu werden. Erst musste er sich von seinem Teamkollegen Mark Webber düpieren lassen, dann zog er sich im Duell mit Lewis Hamilton einen Plattfuß am RB6 zu.

Doch der Red-Bull-Pilot steckte nicht auf und kämpfte sich bis auf Platz sieben vor.

Im Interview spricht der Hesse über die schlimme Startphase in Silverstone, den Grund für den Platten und seine anschließende Jagd durchs Feld. Nur über den Ärger im Red-Bull-Team äußert er sich nicht. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Frage: Was ist beim Start passiert?

Sebastian Vettel: Ich hatte nicht so einen guten Start. Wir hatten gedacht, ich hätte mehr Grip. Wir haben uns mit der Kupplung ein bisschen vertan. So habe ich den Platz verloren, halb so wild. Aus der ersten Kurve heraus habe ich dann gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Dann habe ich gemerkt, dass ich einen Platten habe, und hatte alle Hände voll zu tun, das Auto auf der Strecke zu halten.

Frage: Lewis Hamilton hat nach dem Rennen eine kleine Beschädigung an seinem Frontflügel bemerkt ...

Vettel: Dann war das vielleicht die Ursache. Wir hatten erst vermutet, dass vielleicht der Randstein den Reifen beschädigt hat. Aber das war eigentlich ziemlich unwahrscheinlich, wenn man sich anschaut, wie viele Autos im Verlauf des Wochenendes neben die Strecke gefahren sind. Ich habe nichts gespürt. (Red Bull verleiht Flügel - aber nur an Vettel)

Frage: War das Duell zwischen Ihnen und Teamkollege Mark Webber nach dem Start fair zugegangen?

Vettel: In dem Moment lag es an mir, genug Platz zu lassen. Und ich glaube, den habe ich gegeben. Ich wusste, dass Mark rechts neben mir ist.

Frage: Was macht man, wenn man nach einer Runde 80 Sekunden Rückstand hat?

Vettel: Ich hatte sehr viel Zeit verloren. Ich habe dann gehofft, dass ein Safety-Car kommt, denn sonst würde es schwer, das alles wieder aufzuholen. Das kam dann auch, wenn auch vielleicht ein bisschen zu spät. Aber am Ende hatte ich noch ein bisschen Spaß.

Frage: Das macht dann schon noch Spaß?

Vettel: Ja natürlich. Das ging ja wie das heiße Messer durch die Butter, bis zu Adrian Sutil. Da habe ich mich dann ein bisschen schwerer getan, weil er auf der Geraden 10 km/h schneller war als wir. Am Ende habe ich es noch mal probiert, wir haben uns berührt, konnten aber beide weiterfahren. Für mich hat es dann gereicht.

Frage: Sie haben in deutschen Duellen nacheinander Nico Hülkenberg, Michael Schumacher und Sutil überholt. Welches Manöver war denn das härteste?"

Vettel: Am schwierigsten war es, an Adrian vorbeizukommen. Am meisten Spaß hat es mit Michael gemacht. Ich bin in der Kurve innen reingestochen. Man merkt dann schon, dass der, gegen den man fährt, ähnlich viel Spaß hat. Leider war es schneller vorbei. Es war sehr eng. Ich habe ihm so viel Platz gelassen, wie er zum Überleben brauchte, und er mir. Es ist schön, wenn der andere sich dementsprechend verhält, einen zwar nicht vorbeiwinkt, aber genau so hart dagegen hält wie man selbst versucht, vorbeizukommen.

Frage: Wie sehen Sie die WM-Situation bei 24 Punkten Rückstand auf Lewis Hamilton?

Vettel: Das ist nicht die Welt und hört sich nur viel an. Im Idealfall ist das nicht einmal ein Rennen. 24 Punkte Rückstand sind besser als 30.

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