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Nico Rosberg wurde in Silverstone zum dritten Mal dritter in diesem Jahr © imago

Bei Mercedes zeigt der Pfeil nach dem Großbritannien-GP wieder nach oben. Das verdankt das Team vor allem einem Piloten.

Von Marc Ellerich

München - Mercedes atmet auf.

Dass der Pfeil bei der Silbermarke wieder nach oben zeigt, hatte Michael Schumacher schon nach dem Qualifying zum Silverstone-Grand-Prix geahnt.

Nach dem katastrophalen Wochenende in Valencia habe sein Team wieder zur Normalform zurückgefunden, stellte Schumi nach der Zeitenjagd fest. Im Großbritannien-Grand-Prix belegte dann allerdings lediglich sein Teamkollege Nico Rosberg die ansteigende Formkurve der Silberpfeile. (STIMMEN: "Das ist gigantisch")

Während Rosberg zum dritten Mal in dieser Saison den dritten Platz belegte und von einem gigantischen Ergebnis sprach, ärgerte sich Schumacher darüber, dass er ein weiteres Mal nicht so recht in Tritt kam. Nur Platz neun stand am Ende zu Buche, das nächste durchschnittliche Resultat für den Rekord-Weltmeister. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

"Nicht geradeaus gelaufen"

Er sei "wirklich überhaupt nicht zufrieden", urteilte Schumacher, im Rennen seien "ein paar Sachen nicht geradeaus gelaufen". (RENNBERICHT: Webber siegt und ätzt - Pech für Vettel)

Wie so oft hatte der Formel-1-Rückkehrer auch beim Insel-Klassiker einen famosen Start hingelegt und sich nach einer Runde von Startplatz zehn bis auf die siebte Position vorgearbeitet.

Doch ein früher Wechsel, der Schumacher freie Fahrt ermöglichen sollte, verpuffte wirkungslos. Vor allem, weil der 41-Jährige danach einen entscheidenden Fahrfehler beging, wie er später einräumen musste.

"Das hat mich zwei Plätze gekostet, und damit war mein Rennen gelaufen." In der Finalphase des Rennens wurde der Mercedes-Pilot obendrein von seinen anstürmenden Landsleuten Sebastian Vettel und Adrian Sutil überholt. "Ich musste mich mit einem lädierten Frontflügel und alten Reifen verteidigen."

Haug: Stehen hinter Schumacher

"Nico hat heute unser Potenzial aufgezeigt", räumte Schumacher ein: "Ich hoffe, dass wir das in Hockenheim mit beiden Autos hinbekommen." Für das Heimrennen der deutschen Piloten wünschte sich der Mercedes-Star ein neues Chassis, "denn mit dem jetzigen fahre ich schon länger. Aber das wird wohl erst für Spa fertig".

Motorsportchef Norbert Haug stellte sich hinter den Superstar. "Wir stehen hundertprozentig hinter Michael Schumacher", sagte Haug: "Der Mann verdient Unterstützung. Ich kann versprechen, dass der Knoten noch aufgeht."

"Großartige Wende"

Doch letztlich konnte auch der Schwabe den der Eindruck nicht zerstreuen, der sich schon in den neun Rennen zuvor aufgedrängt hatte: Bei der Renommiermarke vermag unter den gegebenen Arbeitsbedingungen weiterhin nur der 17 Jahre Jüngere zu glänzen, selbst wenn "Auto und Reifen wieder normal arbeiten", wie auch Schumacher einräumte.

Rosberg, der nach Haugs Worten "rausgequetscht hatte, was möglich war", sprach nach seiner Podiumsfahrt von "einer großartigen Wende. Wir haben einen großartigen Schritt nach vorne gemacht".

Valencia, wo er und Schumacher die Plätze zehn und 15 belegt hatten, sei für sein Team "desaströs" gewesen, räumte Rosberg ein und sprach mit Blick auf den Europa-Grand-Prix von einem "Katastrophen-Auto".

Rosberg: Noch größere Fortschritte

"Das Podium in Silverstone haben wir praktisch aus dem Nichts geschafft. Wir haben wirklich analysiert, wo wir falsch lagen und haben große Verbesserungen vorgenommen", schilderte der junge Deutsche die fieberhafte Aufholjagd seines Rennstalls.

Beim kommenden Rennen in Hockenheim werde Mercedes "sogar noch größere Fortschritte machen", kündigte Rosberg an: "Große Dinge wie der F-Schacht arbeiten an unserem Auto noch nicht ordentlich. Wenn das funktioniert, werden wir einen weiteren großen Schritt machen."

Mercedes sei "wieder im Geschäft", stellte auch Haug fest und richtete ein großes Lob an seinen jugendlichen Angestellten Rosberg: "Er ist ein ganz kluges Rennen gefahren."

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