vergrößernverkleinern
Bereits 1929 wurde das erste Auto-Rennen im Fürstentum ausgetragen © getty

Der Grand Prix im Fürstentum landet auf Ecclestones Streichliste. Der Formel-1-Boss orientiert sich auf Rennen außerhalb Europas.

Von Andreas Kloo

München - Der große Preis von Monte Carlo ist seit Jahrzehnten ein absoluter Höhepunkt der Formel-1-Saison.

Kein Austragungsort symbolisiert besser den Glanz der Motorsport-Königsklasse als der Treffpunkt des Jet-Set und der Schönen und Reichen. Jemand wie der Ex-Renault-Teamchef Flavio Briatore fühlte sich hier stets besonders wohl.

Doch ausgerechnet dem Rennen in Monaco droht nun überraschend die Streichung.

"Sie bezahlen nicht genug"

"Ich denke, es geht auch ohne Monaco", sagte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zu den zukünftigen Planungen des Rennkalenders. "Sie bezahlen nicht genug", behauptete der 79-Jährige.

Der Luxus-Standort und kein Geld? Das überrascht dann doch. Offenbar zahlt der Automobil-Klub von Monaco im Gegensatz zu anderen Rennen keine Veranstaltungsgebühr. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

Die liegt derzeit im Schnitt bei 24 Millionen Euro. Für Ecclestone offenbar noch zu wenig.

Flucht aus Europa

"Die Europäer müssen mehr Geld bezahlen oder wir müssen woanders hingehen", drohte der Brite den europäischen Veranstaltern bereits. Ecclestones Orientierung auf andere Kontinente ist ohnehin bereits in vollem Gange.

Indien kommt im nächsten Jahr neu hinzu, 2012 sollen die USA folgen. Auch der Gastgeber der Fußball-WM, Südafrika, darf sich berechtigte Hoffnungen machen.

Südafrika und Südkorea als Kandidaten

"Wir sprechen seit langer Zeit immer wieder mal mit den Verantwortlichen in Südafrika. Die Chancen sind okay", berichtete Ecclestone am Rande des Großen Preises von Großbritannien der "BBC ".

Afrika sei auch ein Kontinent, auf dem die Formel 1 sein sollte, erklärte der Formel-1-Boss.

In Asien finden 2010 bereits sieben Rennen statt. Zuletzt kam Südkorea neu hinzu. Die gefährliche politische Lage wegen des Konflikts mit Nordkorea störte Ecclestone dabei nicht. "Einen Krieg könnte es überall geben", meinte er lapidar und fügte hinzu: "Mir wurde berichtet, dass Separatisten in Valencia vier Bomben platzieren wollten."

Seit 1955 Rennen in Monaco

Eine Obergrenze bei der Anzahl der Rennen pro Saison hat Ecclestone zwar nicht offiziell festgelegt. Aber offensichtlich benutzt der Brite die Einführung neuer Rennen als Druckmittel für die bisherigen Standorte.

Dass er dabei selbst an die Streichung des Monaco-Grand-Prix denkt, mutet wie die geplante Schlachtung einer heiligen Kuh an.

Seit 1955 ist die Formel 1 jährlich im mondänen Fürstentum zu Gast. Die Fahrt am Casino vorbei und durch die Hafen-Schikane ist seitdem aus der Königklasse nicht mehr wegzudenken. Ecclestone denkt offenbar anders.

Oder ist die geplante Streichung nur Teil eines Pokers, um mehr Geld aus den Veranstaltern herauszupressen?

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel