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So gehen sie auch ins Rennen: Sebastian Vettel vor Fernando Alonso © imago

Sebastian Vettel hat in Hockenheim von der Pole-Position gute Chancen auf den Sieg. Mark Webber wirft ein Fehler zurück.

Von Julian Meißner

München - Den ersten Stresstest bei seinem Heimspiel hat Sebastian Vettel bestanden, wenn auch nur denkbar knapp.

Um die Winzigkeit von zwei Tausendstelsekunden distanzierte der Heppenheimer am Samstag Ferrari-Star Fernando Alonso und startet von der Pole-Position in den Großen Preis von Deutschland (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) .

"Das ist nicht gerade der Vorsprung, den man sich erhofft", sagte Vettel trotz aller Erleichterung über einen geglückten Einstieg in den Heim-Grand-Prix (DATENCENTER: Die Startaufstellung).

Es ist die dritte Pole in Folge für den jungen Deutschen und den maßgerechte Auftakt auf dem Weg zum Fernziel WM-Titel: Ein Sieg in Hockenheim soll die Ordnung wieder herstellen beim zuletzt reichlich konfus auftretenden Red-Bull-Team.

Webber gibt Fehler zu

Dazu gehört, zumindest aus Vettels Sicht, dass er seinen Stallgefährten Mark Webber im Zaum hält. Was in Hockenheim gelang - weil der Australier diesmal eine Schwäche zeigte.

"Ich bin eingangs der ersten Kurve zu weit neben die Ideallinie gekommen", so der viertplatzierte Webber über seine letzte schnelle Runde: "Das war mein Fehler, das war nicht gut genug."

Über eine halbe Sekunde betrug der Rückstand auf Vettel am Ende. Red-Bull-Teamchef Christian Horner sprach dennoch davon, beide Fahrer seien "einmal mehr sehr eng beieinander" gewesen: "Mark ist in Kurve eins ein kleiner Fehler unterlaufen, doch er ist noch immer vorne mit dabei."

Alonso von eigener Stärke überrascht

Das sind eher unerwartet auch die beiden Ferrari. Alonso selbst bekannte, er sei überrascht, dass die Scuderia nach zehn Rennen endlich in der Lage ist, um die Pole-Position zu kämpfen: "Es hat ein bisschen länger gedauert, aber jetzt sind wir dran."

Angesichts der knappen Abstände in der Quali werden die beiden roten Renner vom Start weg ordentlich Druck machen auf Lokalmatador Vettel.

Nebenrolle für Mercedes

Nur eine Nebenrolle spielen beim so wichtigen Auftritt vor heimischer Kulisse die Silberpfeil-Piloten Michael Schumacher und Nico Rosberg.

"Neunter Platz für Nico und elfter für Michael sind nicht die Ausgangsbasis, die wir für das Rennen erreichen wollten", bilanzierte Mercedes-Chefdiplomat Norbert Haug, während seine Fahrer etwas deutlicher wurden.

Rosberg schwer unzufrieden

"Eine absolute Katastrophe", schimpfte Rosberg nicht zum ersten Mal in dieser Saison: "Ich hatte gar keinen Grip, das Auto wurde auch immer schlimmer. Wir haben wieder einmal größere Probleme mit unseren Updates."

Und auch Schumacher übte angesichts der trüben Aussichten für das prestigeträchtige Rennen Kritik.

"Wir sind in einer Situation, in der unsere Waffen zu stumpf sind", sagte der Hockenheim-Rekordsieger: "Nach den guten Eindrücken im Freien Training sind wir im Qualifying durchgereicht worden."

Hamilton sieht sich bestätigt

Ohne Chance auf den Sieg dürften bei normalem Rennverlauf auch die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button sein.

Die Führenden in der WM-Gesamtwertung fühlten sich durch das magere Qualifying-Ergebnis mit den Startplätzen fünf (Button) und sechs (Hamilton) jedoch nur in ihren Einschätzungen bestätigt. "Ich habe es doch schon die ganze Zeit gesagt, es hat nur keiner geglaubt", sagte Hamilton: "Wir sind momentan das drittstärkste Team und einfach nicht schnell genug."

Red Bull und diesmal auch Ferrari hätten eben ausnahmsweise beide ihre Top-Leistung abgerufen, so der Brite, der sogar die WM-Führung verlieren könnte.

Vettel, der für den Sprung an die Spitze unbedingt einen Sieg braucht, weiß: "Die eigentliche Herausforderung kommt im Rennen. Heute gibt es - abgesehen von der Tatsache, dass man mit einem guten Gefühl schlafen geht - nichts."

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