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Sebastian Vettel schied beim Ungarn-GP 2009 in Runde 31 aus © getty

Sebastian Vettel genießt den Windschatten der Ferrari-Affäre und will in Ungarn aufholen. Schumi fordert Verbesserungen.

München - Die Aufregung um den Teamorder-Skandal von Ferrari will Sebastian Vettel ausnutzen und der lachende Dritte sein.

Nach wochenlangen Schlagzeilen über die "Hornochsen von Red Bull" freute sich die deutsche Titelhoffnung vor dem Formel-1-Grand-Prix in Budapest über die neue Rolle abseits der Schlagzeilen.

"Für uns wird es eine ruhige Woche. Jetzt haben die Leute etwas anderes, über das sie schreiben und reden können", sagte der 23-Jährige vor dem Ungarn-Grand-Prix (Training, Fr. ab 10 Uhr im LIVE-TICKER und live im TV auf SPORT1): "Es ist fast schon wie in einer Comedy. Aber es ist gut, mal nicht im Rampenlicht zu stehen. So können wir uns darauf fokussieren zurückzuschlagen." (132835DIASHOW: Der Massa-Crash 2009)

Vier Wochen Pause

Nachdem Vettel in den letzten beiden Rennen in Silverstone (7. ) und auf dem Hockenheimring (3.) Startplatz eins nicht zum Sieg nutzte, würde ein Erfolg auf dem Hungaroring das Klassement vor der vierwöchigen Sommerpause richtig eng zusammenrücken lassen.

Derzeit führen die McLaren-Piloten Lewis Hamilton (157) und Weltmeister Jenson Button (143) noch vor den punktgleichen "Bullen" Vettel und Mark Webber (beide 136). "Deshalb war es wichtig, dass wir in Deutschland vor McLaren ins Ziel gekommen sind", sagte Vettel.

Der 23-Jährige schaut nur nach vorne, mit dem durch den fragwürdigen Hockenheim-Sieg herangerückten Fernando Alonso (123) beschäftigt er sich ebenso wenig wie mit den verpatzten Starts in den jüngsten beiden Rennen: "Dieses ganze Wenn und Aber: Bei uns in der Gegend gibt es ein ganz gutes Sprichwort: Hätt' der Hund nicht geschissen, hätt' er die Katz' gekriegt." (Vettel spielt Sonntagsproblem herunter)

Ferrari am Pranger

Die Lockerheit spricht also scheinbar für Vettel, Ferrari steht dagegen nach wie vor am Pranger. Eine weitere Strafe muss die Scuderia nach dem plumpen Überholmanöver von Alonso und Felipe Massa aber wohl nicht befürchten.

Zumindest nicht, wenn man Carlos Gracia, einem der sieben Vizepräsidenten des Automobil-Weltverbandes FIA, Glauben schenkt. "Man hat entschieden, den Fall an den Motorsport-Weltrat zu geben. Aber dort wird nichts passieren", sagte der Spanier. (FIA-Vize gegen härtere Ferrari-Strafe)

Die Rennkommissare hatten Ferrari am Sonntag mit einer Strafe von 100.000 Dollar belegt.

Ein besonderes Wochenende steht in Ungarn vor allem für Massa an. Der Brasilianer kehrt zurück auf die Strecke, auf der er 2009 das Opfer des schlimmsten Unfalls der letzten Jahre geworden war. Nachdem eine Stahlfeder gegen seinen Kopf geknallt war, hatte er zwischenzeitlich im künstlichen Koma gelegen, sein Leben hing am seidenen Faden. (Massa schon wieder tragische Figur)

Buttons erster Sieg

Mit schöneren Erinnerungen reist derweil McLaren nach Ungarn. Die Briten stimmen sich mit Nostalgie ein, um die Doppel-Führung mit in die Sommerpause zu nehmen.

"2009 habe ich hier nach einer großen Aufholjagd den ersten Sieg gefeiert. Das war eine große Erleichterung", sagte Lewis Hamilton. Und Jenson Button beschwört gar das Jahr 2006, als er immerhin beim 113. Start seinen ersten Grand-Prix-Sieg einfuhr: "Daran erinnere ich mich noch wie gestern." (Button: Bin Schuld an Schumis Problem)

"Problem nicht zwischen Lenkrad und Tank"

Auch bei Rekord-Weltmeister Michael Schumacher ist der Blick in die Vergangenheit derzeit der schönere, ausgerechnet beim Heimspiel am Sonntag wurde der siebenmalige Champions sogar überrundet. (Silbernes Trauerspiel: Schumi fordert mehr Tests)

"Jeder hat gesehen, dass das Problem nicht zwischen Lenkrad und Tankdeckel lag, von daher habe ich damit kein Problem", versichert Schumacher und fordert weitere Verbesserungen an seinem Mercedes.

"Wir müssen das Auto besser verstehen, alle Details betrachten und analysieren", sagt der Kerpener, will sich aber noch nicht beunruhigen lassen: "Vielleicht können wir unsere Situation ja schon an diesem Wochenende verbessern. Ich fliege mit einem guten Gefühl nach Ungarn."

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