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Sebastian Vettel hat den achten Sieg in der Formel 1 vor Augen © getty

Die Konkurrenz erstarrt nach der Dominanz der Red-Bull-Piloten im Qualifying von Budapest mit Sebastian Vettels Pole in Ehrfurcht.

Von Julian Meißner

München/Budapest - Beim Red-Bull-Team herrschte nach der dominanten Vorstellung im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) Genugtuung, bei der Konkurrenz dagegen blankes Entsetzen.

"Es geht hier nicht um ein oder zwei Zehntel", klagte WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton angesichts des massiven Vorsprungs von Pole-Setter Sebastian Vettel und dessen Teamkollegen Mark Webber: "Wir reden von einer Sekunde im Mittelsektor und einer halben Sekunde im letzten Sektor."

Der Brite, der mit Startplatz fünf noch das Maximale aus seinem McLaren MP4-25 herausholte, kann sich den Rückstand nicht erklären (DATENCENTER: Die Startaufstellung) .

"Wenn wir uns die Fernsehbilder anschauen, lachen wir nur noch", so Hamilton: "Unser Auto ist so gut wie es noch nie war auf diesem Kurs. Aber es ist verrückt, wie schnell sie sind. Ich weiß nicht, was zur Hölle sie machen, aber ihre Pace ist unglaublich."

Horner mit Sonderlob für Vettel

Das hob auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner hervor und bejubelte den "größten Vorsprung des gesamten Jahres." (DATENCENTER: Das Quali-Ergebnis)

Vettels schnelle Runde, die dem Heppenheimer die siebte Pole des Jahres und die vierte in Folge bescherte, sei zudem "genial" gewesen.

"Ich bin natürlich sehr glücklich", meinte Vettel: "Es läuft bis jetzt wirklich wie geschmiert hier. Den Start sollte ich diesmal hinkriegen."

Big Point vor der Sommerpause?

Kurzum: Red Bull kann sich beim zwölften Saisonlauf in Budapest nur selbst schlagen. Den Fahrern bietet sich eine große Chance, den Rückstand in der Weltmeisterschaft auf McLaren im letzten Rennen vor der Sommerpause deutlich zu verringern - sollten sie nicht wieder, wie Vettel in Hockenheim, den Start verpatzen.

"Wir haben uns mit dem Start von Hockenheim intensiv beschäftigt und analysiert, warum es dort nicht nach Wunsch lief. Es sollte hier kein Problem mehr sein", räumte Horner entsprechende Bedenken aus dem Weg. Beim Deutschland-Grand-Prix hatte Vettel nach einem Kupplungsproblem gleich beide Ferrari vorbeiziehen lassen.

Ferrari mit schwachen Hoffnungen

Und auch in Ungarn sind es die Roten, die Red Bull in die Suppe spucken wollen. Der Drittplatzierte Fernando Alonso konnte den Speed der "Bullen" wenigstens noch annäherungsweise mitgehen 269398 (DIASHOW: Die Bilder des Qualifyings).

Die Hoffnung des Spaniers, dessen Titelhoffnungen durch den Sieg in Hockenheim dank der viel diskutierten Stallorder-Affäre wieder etwas Auftrieb erhielten: "Die schmutzige Seite ist hier ziemlich übel, vielleicht die schlimmste überhaupt."

Anerkennung des Kollegen

Er selbst steht wie Vettel auf der sauberen Seite und sagt über die dominante Konkurrenz: "Hoffentlich können wir ihnen im Rennen das Leben schwer machen, denn bisher lief es für sie zu einfach."

Selbst mit einer nach eigener Aussage "nicht sauberen" Runde schaffte es Vettels Stallgefährte Webber noch locker in die erste Startreihe, über acht Zehntelsekunden vor Alonso. "Es war nicht mein Tag. Seb verdient heute die Pole", meinte der Australier anerkennend.

Zweitschlechtestes Quali-Ergebnis für Schumacher

Bei Mercedes GP geht die Formschwäche unterdessen weiter, wenngleich Nico Rosberg von Startplatz sechs aufs Podium schielen darf. Michael Schumacher dagegen vergaloppierte sich in der Zusammenarbeit mit seinen Ingenieuren und musste mit Rang 14 das zweitschlechteste Quali-Ergebnis nach dem Comeback hinnehmen.

Man sei ratlos gewesen bei der Abstimmungsarbeit am Freitag, bekannte der Altmeister. "Wir haben gesehen: Mit unserer normalen Abstimmung kommen wir auf keinen grünen Zweig, lasst uns doch was anderes probieren."

Ohne Erfolg. Acht Zehntelsekunden betrug der Rückstand auf seinen Teamkollegen, der am herkömmlichen Setup festhielt. "Wir haben für Michael nicht die richtige Lösung gefunden", sagte Teamchef Ross Brawn.

Webber: Start entscheidend

Mit dem Sieg werden Schumacher und auch Rosberg bei normalem Rennverlauf also einmal mehr nichts zu tun haben.

Webbers Prognose für das Rennen, nach dem sich die Formel 1 in die dreiwöchige Sommerpause verabschiedet: "Es wird ein interessanter Start. Die ersten drei Sekunden des Rennens können entscheidend sein und 70 Prozent des Ergebnisses ausmachen. Danach wird es eher darum gehen, wach zu bleiben."

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