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Michael Schumacher hat in seiner Karriere viermal in Budapest gewonnen © getty

Schumacher wird nach seiner Aktion gegen Barrichello bestraft. Bei Rosberg geht eine gefährliche Situation glimpflich aus.

Budapest - Nico Rosberg hatte ein Rad ab, Michael Schumacher einen Aussetzer: Für die Silberpfeile von Mercedes war der Große Preis von Ungarn in Budapest ein Rennen zu Vergessen.

Eine Panne beim Reifenwechsel warf Rosberg aus dem Rennen und sorgte zudem für eine sehr gefährliche Situation in der Boxengasse 269736 (DIASHOW: Die Bilder des Rennens) .

Auf der Strecke drückte Schumacher im Kampf gegen Rubens Barrichello seinen früheren Ferrari-Teamkollegen fast gegen die Begrenzungsmauer und musste sich danach schwere Vorwürfe anhören.

"Ich mag faire Kämpfe, aber das war kein fairer Kampf. Wenn er als Erster im Himmel sein will, dann bitte. Aber ich will da oben nicht der Erste sein", schimpfte der Brasilianer und bekam Rückendeckung vom dreimaligen Weltmeister Niki Lauda.

"Das war gefährlich und inakzeptabel", sagte der "RTL"-Experte.

Schumi: "Da war genug Platz"

"Ich denke, das war eines meiner schönsten Manöver und eines der schrecklichsten von ihm", sagte Barrichello gegenüber "La Sexta": "Drei Jahre Pause zu machen um dann zurückzukommen und so etwas zu tun - das brauchen wir nicht."

Schumacher meinte zu der Situation: "Wir haben uns nicht berührt und Rubens ist leider an mir vorbeigekommen. Also muss da genug Platz gewesen sein."

Bei der Aktion ging es um den zehnten Platz und damit den letzten WM-Punkt.

"Ich wollte ihm das Leben natürlich so schwer wie möglich machen", sagte Schumacher, der von den Rennkommissaren nachträglich bestraft wurde.

Beim nächsten Rennen am 29. August in Spa werden ihm zehn Startplätze abgezogen. Die Rennkommissare werteten Schumachers Versuch, das Überholmanöver zu verhindern, als unzulässige Behinderung. (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Haug schießt gegen Barrichello

Mercedes-Sportchef Norbert Haug wollte die Vorwürfe an Schumacher aber nicht gelten lassen.

"Die Situation kann man sicher so oder so sehen", meinte Haug und konterte die heftige Kritik Barrichellos: "Michael ist bekannt dafür, dass er taff ist. Aber Rubens nutzt natürlich die Gelegenheit, um das zu sagen, was er aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit mit Michael gerne sagt."

Williams-Techniker ins Krankenhaus

Auch das Mercedes-Team wurde noch mit 50.000 Dollar Geldstrafe belegt.

Denn nach dem Boxenstopp hatte sich Rosbergs rechter Hinterreifen kurz nach dem Losfahren gelöst und war wie ein Gummiball mitten durch die Mechaniker der benachbarten Teams gehüpft.

Ein Techniker von Rosbergs früherem Rennstall Williams wurde getroffen und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Nach einer kurzen Untersuchung konnte er das Hospital wieder verlassen. Rosberg hatte sich persönlich bei seinem früheren Arbeitgeber nach ihm erkundigt.

Rosberg selbstkritisch

"Es gibt aber kein ernstes Wort von mir, die Jungs tun ja auch immer ihr Bestes. So etwas kann passieren", sagte Rosberg unmittelbar nach seinem vorzeitigen Dienstschluss.

Vielmehr nahm der 25-Jährige sich auch selbst mit in die Kritik.

"Leider habe ich zu spät realisiert, was passiert ist", sagte Rosberg: "Dadurch konnte ich auch nicht mehr anhalten und mich vielleicht zurückschieben lassen."

Keine Chancen aufs Podium

Chancen auf einen Podestplatz hatte sich Rosberg, der bis zur Panne auf Platz sieben gelegen hatte, ohnehin nicht mehr ausgerechnet.

"Ich hatte mich im Auto überhaupt nicht wohl gefühlt", erklärte der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg, der natürlich lieber "mit einem tollen Resultat" in die Sommerpause gegangen wäre.

Sutil-Crash mit Kubica

Nicht nur bei Rosberg ging bei dem Boxenstopp in Runde 16, der während einer Safety-Car-Phase ablief, einiges schief, auch für Adrian Sutil kam das vorzeitige Aus.

Den Force-India-Pilot erwischte es aber ohne eigenes Verschulden, denn als Sutil gerade zum Reifenwechsel einbiegen wollte, ließ die benachbarte Renault-Box den Polen Robert Kubica losfahren und es kam zum Crash.

Kubica konnte zwar weiterfahren, bekam aber eine Zehn-Sekunden-Durchfahrtstrafe aufgebrummt.

"Der Renault-Mann hat mich offensichtlich nicht kommen sehen", sagte Sutil: "Plötzlich kam dann von der Seite ein Auto angeschossen.

Auch Renault kostete der Aussetzer 50.000 Dollar Strafe.

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