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Sebastian Vettel liegt in der WM mit 151 Punkten auf Platz drei © imago

Zwei deutsche Piloten lösen nach dem Ungarn-Grand-Prix ein gewaltiges Medienecho aus. SPORT1 dokumentiert die Pressestimmen.

München - Zwei Deutsche im Fokus: Michael Schumachers hartes Manöver gegen seinen früheren Ferrari-Teamkollegen Ruben Barrichello und Sebastian Vettels verschenkter Sieg beim Ungarn-Grand-Prix beherrschen die internationalen Medien nach dem Rennen auf dem Hungaroring.

Während das Schicksal des deutschen Red-Bull-Piloten lediglich zur Kenntnis genommen wird, packen die Journalisten den Rekord-Weltmeister im Mercedes deutlich härter an.

SPORT1 hat die internationalen Pressestimmen.

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: Super-Webber gewinnt in Budapest, doch Alonso bleibt im Rennen. In acht Tagen hat Ferrari die Saison gerettet, jetzt könnte die zweite Halbzeit der Meisterschaft für Maranello einfacher sein. Vettel muss sich mit dem dritten Platz begnügen. Zum dritten Mal in Folge hat Vettel die Pole Position nicht ausgenutzt. Vettel hat den Sieg aber wegen seiner Zerstreuung weggeworfen. Von dem stets lächelnden und heiteren Vettel ist keine Spur mehr geblieben. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Corriere dello Sport: Webber siegt, doch Alonso gelingt ein historischer zweiter Platz. Alonso ist ein Riese, der gegen Red Bulls Domäne kämpft. Red Bull ist deutlich stärker als Teams mit Tradition wie Ferrari und McLaren. Doch Maranellos Mission Impossible, wieder um den WM-Titel zu kämpfen, scheint Resultate zu zeigen. Jetzt kann die Formel 1 bis Ende August in den Urlaub gehen, den nur Webber wirklich genießen wird.

Tuttosport: Alonso, Zweiter und glücklich. Vettel verschwendet wieder einmal ein phantastisches Auto und nutzt die Pole Position nicht für einen Sieg aus. Webber ist ein außerordentlicher Pilot mit einem außerordentlichen Auto. Er verdient die Führungsposition voll. Schumacher verhält sich gegen Barrichello unkorrekt. Sein Verhalten ist seiner großartigen Karriere unwürdig.

La Repubblica: Verrückte WM: Webber führt, doch Ferrari hofft jetzt auf den Titel. Auch in Budapest hat Red Bull das Rennen dominiert. Trotz eines perfekten Autos hat der Rennstall jedoch nicht alle Punkte erobert, die er verdient hätte. Alonso ist es gelungen, sich vor Vettel auf den zweiten Platz zu drängen.

Corriere della Sera: Alonso, goldene Punkte. Red Bull super, mit Webber an der Spitze. Das schnellste Auto siegt in Budapest. Zwei Red Bulls und zwei Ferraris erobern die ersten vier Plätze. Der Australier siegt mit einer perfekten Strategie. Vettel schläft am Lenkrad ein und muss sich mit dem dritten Platz begnügen. Schumacher zerstört sein Image mit einem aggressiven Verhalten. Von dem alten Schumi ist nur die lästige Gewohnheit geblieben, die Rivalen von der Bahn zu drängen. Zwischen den beiden Opas der Formel 1, Schumi und Barrichello, ist ein offener Krieg ausgebrochen. (BERICHT: "Eines seiner schrecklichsten Manöver")

ENGLAND

The Sun: 'Schumacher wollte mich in den Himmel schicken.' Rubens Barrichello hat Michael Schumacher vorgeworfen, er hätte ihn mit dem Horror-Manöver bei 320 km/h beinahe 'in den Himmel' geschickt. Vettel sah wie der sichere Sieger aus, als er einen deutlichen Vorsprung herausfahren konnte und Webber hinter Alonso zurückfiel. Aber seine fehlende Erfahrung zeigte sich, als das Safety-Car herausgerufen wurde, um Teile der Verkleidung eines Force India aufzusammeln.

The Times: Webbers Sieg wird von Schumachers Rückkehr zu schmutzigen Methoden überschattet. Michael Schumacher tauchte gestern bei einem chaotischen Großen Preis von Ungarn aus der Anonymität auf - in der Gestalt des Bösewichts.

Der skrupellose siebenmalige Weltmeister nötigte Rubens Barrichello, in Richtung einer Betonmauer zu fahren, weshalb dieser anschließend behauptete, sich glücklich schätzen zu können, noch lebendig zu sein. (269736Die Bilder des Rennens)

Für beinahe noch größere Schlagzeilen sorgten einerseits die Mechaniker, die ihre Schutzanzüge auch gut gegen Clownskostüme hätten austauschen können, und andererseits Sebastian Vettel, der schon wieder den Faden verlor. Auf dem Podium schaute er düster drein und hielt seinen Pokal für den dritten Platz mit einer Miene, als hätte ihm jemand vergammeltes Obst überreicht.

Vettel könnte eine Lehrstunde von Schumacher im Fach 'eiskalt bleiben' gebrauchen, der unter der brennenden Sonne von Budapest einen bleibenden Eindruck hinterließ. Was für ein Glück, dass seine Fahrweise keinen bleibenden Abdruck von Barrichello auf der Wand des Hungarorings hinterließ.

Daily Mail: 'Du hättest mich beinahe umgebracht!' Schumacher sollte nach dem gefährlichen Manöver gegen Barrichello zurücktreten. Michael Schumacher, der Rücksichtslosigkeit seiner Jugend mit der Verzweiflung seiner Altersschwäche vermischte, zeigte einen schrecklichen Auftritt, von dem man nur hoffen kann, dass es der letzte seiner Formel-1-Karriere war. Niemand dürfte da mehr zustimmen, als Rubens Barrichello, der zwischen Schumacher und der Betonwand zur Boxengasse beinahe ausradiert worden wäre.

Daily Telegraph: Michael Schumacher fand sich am Sonntagabend in altbekannten Gefilden wieder - im Zentrum einer Debatte über gefährliche Rennmanöver, in der ihn sein ehemaliger Teamkollege von Ferrari bezichtigt, ihn und sich selbst beim Großen Preis von Ungarn beinahe umgebracht zu haben.

Schumachers Fahrstil war eine Erinnerung an frühere Kontroversen, etwa als er 1994 in Adelaide in Damon Hills Williams fuhr oder ähnlich 1997 mit Jacques Villeneuve in Jerez. Und die Aktion brachte ihm Verachtung auf breiter Front sowie eine Strafversetzung um zehn Plätze beim nächsten Rennen in Spa am 29. August ein.

ÖSTERREICH

Kronen Zeitung: Die Nerven rissen: Diese Strafe könnte Vettel den WM-Titel kosten.

Kurier: Sebastian Vettel, der schnellste Mann des Tages, musste sich Red-Bull-Kollege Webber und Alonso geschlagen geben.

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