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Sebastian Vettel belegte beim Belgien-GP den fünfzehnten Platz © getty

Die internationalen Medien kritisieren Sebastian Vettel nach dem Belgien-GP. Auch Ferrari kommt schlecht weg. Die Pressestimmen.

München - Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel erntet nach dem von ihm verschuldeten Unfall mit Weltmeister Jenson Button beim Belgien-Grand-Prix in der internationalen Presse viel Kritik. (DATENCENTER: Rennergebnis)

"Vettel stellt bei jedem Rennen etwas an", schrieb "La Repubblica" in Italien. In Buttons britischer Heimat machte die "Sun" den 23-Jährigen zum "Crash-Kid-Dummy".

Auch Ferrari kommt nicht sonderlich gut Weg. Spa-Sieger Lewis Hamilton hingegen wird vor allem in seiner englischen Heimat bejubelt.

Die internationalen Pressestimmen im Überblick:

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: Alonso und Ferrari müssen auf den Traum des WM-Titels verzichten. Die Hoffnungen Maranellos sind unter dem Druck von Red Bull zusammengebrochen. Webber ist konsequent und schnell. Schumacher kämpft weiter. Er hat große Lust, wieder der Alte zu sein, doch die Vergangenheit kehrt nicht mehr zurück.

Corriere dello Sport: Der Regen ruiniert Ferrari, Alonso muss sich zurückziehen, und Hamilton siegt. Hamilton und Webber sind die einzigen Piloten, die im Rennen um den WM-Titel bleiben. Ferrari, Vettel und Button sind von Gott und vom Glück vergessen worden und müssen sich mit null Punkten begnügen. Ferrari kämpft, doch die Fortschritte des F10 sind ungenügend, um mit den Rivalen Schritt zu halten.

Tuttosport: Vettels kühne Schritte bringen ihm keine Vorteile. Es wäre besser gewesen, wenn er sich dem allgemeinen Trend angepasst hätte. Tiefrote Bilanz für Alonso. Der Spanier und Ferrari verfehlen die richtige Strategie.

La Repubblica: Zusammenstöße und Chaos: Niedergang von Ferrari. Alonso scheidet aus. Vettel stellt bei jedem Rennen etwas an. Er hätte problemlos den WM-Titel gewinnen können, doch jetzt ist es sicher, dass er ihn verlieren wird. Schumacher enttäuscht weiter. Früher war Spa sein bevorzugtes Jagdrevier. Jetzt muss er erdulden, dass ihn Rosberg wenige Meter vor dem Ende überholt.

Corriere della Sera: Vettel ist der große Verlierer dieser Saison. Um sich herum hat er wahrscheinlich zu viele Leute, die ihn als neuen Jesus anbeten, er begeht jedoch Fehler wie ein verantwortungsloses Kind. Während Webber zu einem zuverlässigen Leader dieser WM aufgerückt ist, muss Vettel noch wachsen. Schumacher spielt weiterhin eine Nebenrolle, obwohl die Strecke von Spa und der Regen einst eine perfekte Mischung für seine Höhenflüge waren.

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ENGLAND

The Sun: Seb für Button-Unfall scharf kritisiert. Sebastian Vettel wird als Crash-Kid-Dummy verspottet, nachdem er die Hoffnungen von Jenson Button auf eine erfolgreiche Titelverteidigung zerstört hat. Der bekloppte Überholversuch des Red-Bull-Piloten überschattet Hamiltons beeindruckenden Sieg.

The Independent: Happy Hamilton regiert in Belgien. Vettels Fehleinschätzung kommt Button teuer zu stehen. Auch Hamilton beging einen fürchterlichen Fehler, kam aber damit durch.

Daily Mail: Allmächtiger Lewis! Hamiltons Gebete wurden erhört - Button aber erlebte die Hölle. Der Herr hatte einen anstrengenden Tag. Er hat den Regen gebracht, der den Grand Prix belebte. Er empfing Dank von Hamilton, weil er ihn vor einer ruinösen Kollision bewahrte. Nichts aber konnte Jenson Button vor Sebastian Vettel retten, dessen schlimmer Fehler das Rennen des britischen Piloten beendete und beide fast schon aus dem Titelrennen nahm. Der Herr hat es gegeben, Vettel hat es genommen.

Daily Telegraph: Hamilton erfüllt sich seinen Traum. Vettel erarbeitet sich immer mehr den Ruf eines Hitzkopfes, Webber macht wesentlich weniger Fehler als er. Es war ein brillanter Tag für Hamilton und Webber, die gegenüber ihren Teamkollegen sicher eine gewisse Schadenfreude empfanden. Hamilton fehlt von den klassischen Rennen nur noch Monza. Raten Sie mal, was als nächstes kommt?

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