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Sebastian Vettel liegt in der WM vor Monza 28 Punkte hinter Mark Webber auf Rang drei © imago

Vor dem letzten Europa-GP der Saison in Monza blickt SPORT1-Experte Peter Kohl auf die verbleibenden Strecken und wagt eine Prognose.

Von Peter Kohl

München - Sechs Rennen, fünf WM-Kandidaten, maximal 150 Punkte pro Mann: Mit dem letzten Europa-Grand-Prix der Saison in Monza (Training, Freitag 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) biegt die Formel-1-Saison auf die Zielgerade ein.

Lewis Hamilton, Mark Webber, Sebastian Vettel, Jenson Button und Fernando Alonso heißen die Piloten, die den WM-Titel noch im Blick haben - je zweimal Red Bull und McLaren, einmal Ferrari.

Doch wie stehen die Chancen der Fahrer, in den verbleibenden Rennen die maximale Punktzahl einzuheimsen?

SPORT1 blickt auf den weiteren Saisonverlauf, beleuchtet die Strecken mit ihren Besonderheiten und wagt eine Prognose.

ITALIEN (10. - 12. September):

Parabolica, Lesmo, Variante-Ascari, Curva Grande - das Autodromo Nazionale di Monza ist Kult und gleichzeitig die schnellste Formel-1-Strecke. Hart für die Bremsen, die Motoren heulen bei 70 Prozent Vollgasanteil schmerzhaft, werden belastet bis zur Leistungsgrenze. Gefahren wird mit ultra wenig Bodenfreiheit, weil der Asphalt so eben ist.

Die Tifosi werden wieder jedes Mal rasen, wenn ein Ferrari zu sehen ist. Alonso gehört zu den Favoriten, wird sich bei seinem persönlichen Ferrari-Monza-Debut besonders reinhängen - aber an McLaren geht hier kein Weg vorbei! Hamiltons große Chance, sich an der Spitze ein Polster zu verschaffen, für Red Bull geht es um Schadensbegrenzung.

[kaltura id="0_jwnb3gsk" class="full_size" title="Eine Runde in Monza"]

SINGAPUR (24. - 26. September):

Flutlicht, eine atemberaubende Skyline, dazu eine 5,067 km lange Rumpelpiste mit vielen Bodenwellen und etlichen 90 Grad Kurven, die sehr oft im zweiten oder dritten Gang gefahren werden, mitten in der Stadt ohne wirkliche Mutpassagen. Ich setze hier auf Red Bull.

In Monaco, Valencia und Ungarn hießen die Sieger auch Vettel oder Webber, McLaren kommt mit dieser Art Terrain nicht so gut zurecht. Ferrari könnte im Stadtstaat allerdings zum Spielverderber werden für die Ambitionen der Bullen.

JAPAN (8. - 10. Oktober):

Kaum eine andere Strecke macht den Piloten so viel Spaß, wie der 5,8 km lange Suzuka Racing Course - die "liegende 8" ist ein echter Klassiker, eine besondere Herausforderung stellen die 130R, die schnellen Esses und die Degner-Kurve dar.

Wegen der vielen schnellen Kurven ist hier Red Bull ganz klar absoluter Top-Favorit, allein der überragende Frontflügel garantiert hier für einen Vettel- oder Webber-Sieg. Kein anderes Auto im Feld generiert so viel Abtrieb im Hochgeschwindigkeitsbereich wie die Newey-Rakete.

SÜDKOREA (22. - 24. Oktober):

Die große Unbekannte! Das Streckenlayout und die Parameter kennen die Teams von den Simulationen. Aber bislang ist das alles graue Theorie. Denn gefahren ist auf der neuesten Tilke-Strecke bislang nur einer: Karun Chandhok, jüngst bei einer Demo-Veranstaltung.

Die Strecke führt teilweise durch die Stadt und durchs Hafengelände, hat 17 Kurven mit teilweise interessanten Anbremspunkten. Viele sind aber flüssig und schnell zu durchfahren, wie es aussieht - sollte für Red Bull sprechen! Vettel und Webber sind hier vorne, Hamilton muss schauen, so viele Punkte mitnehmen zu können wie möglich, denn Ferrari wird hier ein gewaltiges Wörtchen mitreden.

BRASILIEN (5. - 7. November):

Zwischen den Seen werden in Interlagos alle wieder auf einer welligen Piste kräftig durchgeschüttelt.

Es geht ständig bergauf und bergab, im Infield ist viel Abtrieb gefragt, etliche Kurven werden im zweiten und dritten Gang gefahren.

Webber hatte im Red Bull im vergangenen Jahr die Nase vorne - ich setze hier dennoch auf McLaren. Hamilton muss allerdings aufpassen, dass ihm der hier immer über die Maßen ehrgeizige Felipe Massa keinen Strich durch die Rechnung macht.

ABU DHABI (12. - 14. November):

Der Yas Marina Circuit ist Red-Bull-Land. Sebastian Vettel gewann hier 2009 bei der Streckenpremiere nahezu konkurrenzlos. Die Strecke ist für die Newey-Boliden wie gemalt.

Hamilton holte die Pole nur, weil McLaren mit ultimativ wenig Sprit im letzten Quali-Segment unterwegs war. Derlei taktische Spielereien gibt es nicht mehr. Sollte erst hier die WM-Entscheidung fallen, haben Webber oder Vettel die besten Karten.

FAZIT:

Unter dem Strich hat es Red Bull selbst in der Hand. Und dann kommt der große Regen, und alles sieht wieder ganz anders aus auf den einzelnen Strecken. Eine Prognose also, wie immer ohne Gewähr...

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