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In Singapur fand 2008 das erste Nachtrennen der Formel-1-Geschichte statt © getty

Der Red-Bull-Pilot will in Singapur den Rückstand im WM-Rennen weiter verringern. Es ist womöglich seine letzte Chance.

Singapur - Wenn es Nacht wird in Singapur, steigt der nächste Sonntags-Krimi der Formel 1. Und Sebastian Vettel will sie zur Nacht des Jägers machen.

Auf dem spektakulären Stadtkurs will Vettel nach dem perfekten Pokerspiel von Monza den Rückstand in der WM-Wertung weiter verkürzen und seine Position im turbulenten Titelrennen verbessern.

Zwar ist der Red-Bull-Pilot vor dem 15. von 19 WM-Läufen am Sonntag (Training, Freitag 12 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE im TV auf SPORT1) nur Gesamt-Fünfter, der Rückstand auf seinen führenden Teamkollegen Mark Webber ist mit 24 Punkten jedoch geringer als es den Anschein hat.

"Das neue Punktesystem scheucht die Leute mehr auf als notwendig. Viele haben sich immer noch nicht damit vertraut gemacht, dass es 25 Zähler für einen Sieg gibt. Hätte ich jetzt 8 oder 9 Punkte Rückstand nach dem alten System, wo es 10 für den Sieg gab, dann würden das alle viel weniger dramatisch sehen", sagte Vettel der "Bild am Sonntag".

Vettel: "Arbeiten ganz ruhig"

161 Zähler hat der 23-Jährige auf dem Konto. Knapp vor ihm liegen Titelverteidiger Jenson Button (McLaren-Mercedes/165) und Monza-Sieger Fernando Alonso (Ferrari/166).

Zweiter hinter Webber (185) ist Buttons McLaren-Kollege Lewis Hamilton (182), der in Italien durch seinen Unfall in der ersten Runde als Einziger aus dem Spitzen-Quintett leer ausgegangen war.

Vettel sieht die Situation vor den letzten fünf Rennen betont gelassen. "In der Ruhe liegt die Kraft. Wir schieben keine Panik, sondern arbeiten ganz ruhig weiter", meint er: "Ich glaube an den Titel, und das ist entscheidend."

Setzt Webber sich ab...

Der Stadtkurs in Singapur sollte seinem Auto entgegen kommen.

[kaltura id="0_2avpey0p" class="full_size" title="Eine Runde in Singapur mit Vettel"]

Die winklige Strecke, die von einer Flutlichtanlage taghell ausgeleuchtet wird, ähnelt den Kursen in Monte Carlo und Budapest, wo der Red-Bull-Renault das Maß aller Dinge war.

Diese beiden Rennen gewann aber jeweils Webber, was aus Vettels Sicht diesmal nicht passieren sollte. Falls der Australier seinen teaminternen Vorsprung vor Vettel wieder ausbauen sollte, würden - nicht nur von ihm selbst - die Rufe wieder lauter, in der Endphase der Saison auf ihn zu setzen.

"In diesem Fall würde es beim Team liegen, den besten Kurs für den Gewinn der beiden Titel auszugeben", sagte der 34-Jährige: "Ich kann diese Frage ganz sicher nicht beantworten."

Hamilton sieht das Positive in der Nullnummer

Während Alonso der Sieg beim Ferrari-Heimspiel viel Rückenwind gegeben hat, will sich Hamilton aus der Nullnummer Positives ziehen.

"Ich habe schon einen Schlussstrich unter Monza gesetzt und aus dieser Erfahrung meine Lehren gezogen", sagte der Brite: "Es war zwar ungeheuer enttäuschend, aber solche Dinge schärfen manchmal deinen Geist und stacheln deine Motivation an - und das in einer so unheimlich wichtigen Saisonphase."

"Hatten unsere liebe Not"

Um seinen Vorjahressieg, den der Weltmeister von 2008 selbst als einen der befriedigendsten seiner Karriere bezeichnet, zu wiederholen, braucht er allerdings ein verbessertes Auto.

Denn in Monte Carlo und Budapest "hatten wir im Vergleich zu unseren Rivalen so unsere liebe Not", meinte Hamilton. Aber der Brite setzt wie Landsmann Button auf einige neue Entwicklungen des britischen Traditionsteams.

"Wir werden sehen, ob unsere Bemühungen aus den vergangenen zwei Monaten ausreichen, um uns auf Kursen mit hohem Abtrieb nach vorne zu bringen", sagte der Titelverteidiger.

Erstmals sieben Deutsche

Dagegen wächst die deutsche Kolonie weiter. Durch das Comeback von Nick Heidfeld bei Sauber werden am Sonntag erstmals in der Königsklasse sieben deutsche Fahrer an den Start gehen: neben Vettel und Heidfeld der Vorjahreszweite Timo Glock, Nico Hülkenberg, Adrian Sutil sowie die beiden Silberpfeil-Piloten Nico Rosberg und Michael Schumacher.

Für Rekordweltmeister Schumacher wird das Rennen eine doppelte Premiere: Erstmals fährt er in Singapur, und sein 265. Rennen wird das erste unter Flutlicht.

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