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Fernando Alonso kann sich keinen Motorenschaden mehr erlauben © getty

Das Triebwerke-Limit kann den Titelkampf entscheiden: Alonso wird beim nächsten Ausfall bestraft, Webber hat einen Trumpf.

Von Martin Hoffmann

München - Es könnte ein misslungenes Bremsmanöver sein.

Ein ungeplantes Touchieren der Randsteine. Eine taktische Fehlkalkulation in der Boxenstrategie.

In einem Titelrennen, der selten so eng war wie in diesem Jahr, kann jede Kleinigkeit am Ende den Unterschied ausmachen.

Den Fünfkampf um die Fahrer-WM könnte am Ende aber auch eine Regel entscheiden, die längst nicht jedem Fan der Königsklasse geläufig ist: das Motorenlimit.

Alonso am Limit

Nur acht Triebwerke dürfen aus Kostengründen in der gesamten Saison pro Bolide eingesetzt werden - und vor dem fünftletzten Rennen in Singapur (Training, Freitag 12 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE im TV auf SPORT1) geraten die Fahrer inklusive der Titelaspiranten an ihr Limit.

Einer von ihnen kann sich keinen Motorschaden mehr erlauben: Fernando Alonso.

Der Ferrari-Pilot hat beim Heimrennen der Scuderia in Monza seinen achtes Triebwerk zum Einsatz gebracht - ebenso sein Teamkollege Felipe Massa.

Hält der Motor nicht bis zum Saisonende durch, wird Alonso in dem Rennen, in dem er einen neuen einsetzt, zehn Startplätze nach hinten versetzt - was sich so bei jedem weiteren Motorenausfall wiederholen würde.

"Kein Grund zur Sorge"

Die prekäre Situation ist die Folge diverser Probleme in der Anfangszeit der Saison, welche die ersten sieben Triebwerke schneller als geplant verschlissen haben.

[kaltura id="0_2avpey0p" class="full_size" title="Eine Runde in Singapur mit Vettel"]

Seit dem Upgrade für Barcelona scheinen sich die Schwierigkeiten zwar verflüchtigt zu haben, trotzdem müssen die Ferrari-Piloten nun womöglich mit den Konsequenzen leben.

Alonso spielt das Thema betont herunter: "Es gibt keinen Grund sich Sorgen zu machen", meinte der Spanier: "Es kommen keine Kurse mehr, auf denen wir den Großteil der Runde auf dem Gas sein müssen."

Doppelt gelackmeiert

Gerade der Stadtkurs Singapur sei eher ein Schonprogramm für die Triebwerke, sekundierte Teamchef Stefano Domenicali: "Es ist ein Straßenrennen, wo die Motoren nicht so wichtig sind."

Alonsos Fazit: "Wenn alles normal läuft, haben wir kein Problem."

Allerdings: Passiert in den nächsten Rennen ein unvorhergesehener Triebwerksschaden, wäre Alonso durch die anschließende Strafversetzung doppelt gelackmeiert - in einer Phase der Saison, in der er sich eigentlich gar keinen Aussetzer mehr erlauben kann.

Webber hat den Trumpf

Die Konkurrenten des Spaniers haben bei dem Thema weniger Sorgen: Die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button sind mit ihrem siebten Motor unterwegs, ebenso Sebastian Vettel.

Dessen Red-Bull-Kollege Mark Webber hat sogar noch zwei frische Triebwerke in der Hinterhand - ein möglicherweise entscheidender Trumpf in der Titelkonkurrenz.

Der Australier allerdings will das nicht überbewerten und verweist in der "BBC" darauf, dass die Motoren der McLaren-Konkurrenz "etwas zuverlässiger sind".

Heidfeld erbt de la Rosas Problem

Bislang hat übrigens nur ein Fahrer sein Limit überschritten: Pedro de la Rosa, der geschasste Sauber-Routinier.

In Spa hatte er bereits auf den neunten Motor zurückgreifen müssen - und wurde deshalb in der Startaufstellung auf den letzten Platz verbannt.

Das Problem ist durch de la Rosas Rauswurf für Sauber nicht aus der Welt: Nick Heidfeld hat es zusammen mit dem Auto geerbt. Bei einem weiteren Motorenaussetzer kassiert er die nächste Strafe.

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