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Nur 24 Punkte liegen zwischen WM-Leader Mark Webber und dem Fünften, Sebastian Vettel © getty

Die WM nähert sich ihrer Entscheidung. Fünf Fahrer können Weltmeister werden. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Plan.

Singapur - Sebastian Vettel bezeichnet sich als Außenseiter, Fernando Alonso gibt den Rechenkünstler und Super-Optimisten, und Mark Webber will noch gar nicht an den Titel denken.

Die fünf WM-Aspiranten der Formel 1 stehen vor der wichtigen Frage, mit welcher Taktik sie im engsten Titelrennen seit vielen Jahren in den Saisonendspurt gehen sollen. Abwarten oder angreifen, lautet die schwierige Entscheidung für die letzten fünf Rennen des Jahres.

"Ich bin der letzte der Jäger, daher bin ich der Außenseiter", sagte Vettel vor dem Großen Preis von Singapur (Qualifying, Sa., ab 15.45 Uhr Uhr im LIVE-TICKER) .

Der Red-Bull-Pilot hat mit 163 Punkten 24 Zähler Rückstand auf seinen führenden Teamkollegen Webber (187). Die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton (182) und Jenson Button (165) sowie der drittplatzierte Alonso (166) liegen noch zwischen den beiden.

Vettel will nichts ändern

Dass er gegenüber den Konkurrenten aufholen muss, ändert für Vettel nach eigener Aussage "nichts an meiner Herangehensweise".

Er versuche, sich auf sich selbst zu konzentrieren und in jedem Rennen das Optimum herauszuholen, erklärte der 23-Jährige. So wie zuletzt mit Platz vier in Monza.

"Wenn das Auto gut genug ist für Platz vier, dann muss man halt Vierter werden. Wenn es gut genug ist für einen Sieg, dann will man gewinnen", sagte Vettel, der sich seinen Druck komplett selbst macht: "Ich weiß, wofür ich hier bin. Ich will Rennen gewinnen und Weltmeister werden. Ich muss mein Zeug erledigen."

[kaltura id="0_2avpey0p" class="full_size" title="Eine Runde in Singapur mit Vettel"]

Vettel weiß, dass man in dieser Phase der Saison vor allem Rennen beenden müsse, um Punkte zu machen. Wenn er eine Chance zum Überholen sehe, werde er sie aber auch weiter nutzen, wenn es zu riskant sei, dann werde er es lassen, sagte er: "Jeder hat da seinen eigenen Stil und macht es auf seine Art."

Alonso tippt auf sich selbst

Die von Webber sieht so aus, dass er auch als Spitzenreiter seinem Stil treu bleiben will. "Ich bin hierher gekommen, um das Rennen zu gewinnen", sagte der Australier, der sein Schicksal in der eigenen Hand behalten will - möglichst bis zum Saisonfinale in Abu Dhabi: "Da muss ich noch der Gejagte sein, darauf kommt es an."

In der WM-Rechnung von Alonso landet Webber am Ende auf Rang zwei vor Vettel - aber hinter ihm selbst. Auf diesen Tipp legte sich der Ferrari-Pilot in der "Bild"-Zeitung fest.

Vettel, der gerade drei Punkte weniger auf dem Konto hat als er selbst, traut Alonso den Titel nicht zu. "Es ist eine Mischung aus verschiedenen Dingen. Das Auto hat Sebastian schon zu oft im Stich gelassen, er hatte ein paar schlechte Starts und ein paar Unfälle zu viel", sagte der Spanier.

Sticheleien gegen Red Bull

Als eigenen Trumpf im Titelrennen sieht Alonso, der zuletzt in Monza siegte, die Erfahrung. "Hier bei Ferrari wird keiner nervös, bloß weil wir um den Titel fahren, und ich selbst war schon zweimal Weltmeister. Ich stehe also nicht unter Super-Druck", meinte der 29-Jährige.

Bei Ferrari werde man in einem schlechten Jahr halt mal Dritter. "Andere Fahrer vertun hingegen vielleicht ihre einzige WM-Chance", sagte er. Das Problem von Webber und Vettel sei, "dass sie sich in den letzten 14 Rennen nicht absetzen konnten, obwohl sie das schnellste Auto haben".

"Es geht ständig auf und ab"

Auf seine Erfahrungen aus dem letzten Jahr setzt Titelverteidiger Button. Damals sei er "viel zu vorsichtig gewesen", erklärte der Brite: "Jetzt ist es viel einfacher für mich. Ich muss kämpfen, weil ich zurückliege. Ich muss wesentlich aggressiver sein, aber das macht mir viel Spaß."

Teamkollege Hamilton hat auch schon Erfahrungen in engen WM-Entscheidungen gemacht. 2007 verlor er den Titel durch eigene Fehler, ein Jahr später reichte es ganz knapp. Zuletzt in Monza patzte er, will das aber zu einem Vorteil ummünzen. "Es geht ständig auf und ab, von solchen Situationen lernt man aber. Und man geht meist gestärkt daraus hervor", sagte er.

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