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Lewis Hamilton gewann 2008 mit McLaren-Mercedes den WM-Titel © getty

Der Brite gibt nach dem Crash in Singapur ein überraschendes Bekenntnis ab. Heidfeld und Schumi beschuldigen sich gegenseitig.

München - Zum zweiten Mal in Folge war Fernando Alonso der große Sieger.

Und zum zweiten Mal in Folge war sein ehemaliger Teamkollege und Intimfeind Lewis Hamilton der große Verlierer.

Der Brite baute in Singapur bei einem Überholmanöver gegen Red-Bull-Pilot Mark Webber einen Unfall und schied aus - so wie in Monza, wo er seine WM-Führung an Webber verlor (DATENCENTER: WM-Stand).

Frustriert pfefferte Hamilton nach seinem Ausfall das Lenkrad auf den Boden - und erklärte hinterher den Reportern, dass er nun "nicht mehr besonders auf die WM schauen" wolle (291932DIASHOW: Die Bilder des Rennens).

Auch Rückkehrer Nick Heidfeld beendete das Rennen aufgrund einer Kollision mit Michael Schumacher nicht.

Der Sauber-Pilot gab dem Rekordweltmeister die Schuld daran - der aber sah die Sache anders.

SPORT1 hat die Stimmen zum Rennen.

Fernando Alonso (Ferrari), 1

"Es war super schwer. Singapur ist physisch sicher das härteste Rennen. Dieser Sieg bedeutet sehr viel für mich. Jetzt sind wir also nach wie vor in der WM dabei. Das hier hat gezeigt, dass wir auf allen Strecken konkurrenzfähig sind. Das WM-Rennen bleibt aber eng. Alle fünf Anwärter haben noch mehr oder weniger die gleichen Chancen."

Sebastian Vettel (Red Bull), 2

"Ich habe 18 Gründe zur Freude - die Punkte für den zweiten Platz sind sehr wichtig. Es war ein sehr anstrengendes Rennen. Es ging darum, Alonso unter Druck zu setzen, dass er Fehler macht. Er hat auch kleine Fehler gemacht, aber leider keinen großen. Es geht einem ein bisschen auf den Keks nach einer Weile, weil es auf der Strecke kaum Überholmöglichkeiten gibt, aber trotzdem war es ein sehr gutes Rennen. Wir haben in den letzten beiden Rennen mehr oder weniger das Optimum rausgeholt, also ist in Sachen WM noch alles offen."

[kaltura id="0_2avpey0p" class="full_size" title="Eine Runde mit Vettel in Singapur"]

Mark Webber (Red Bull), 3

"Es ist gut für uns gelaufen. Beim ersten Safety Car hat das Team beschlossen, dass ich reinkomme. Ich habe das in Frage gestellt, aber habe schließlich gemerkt, dass es vernünftig war. Als Lewis von hinten kam, haben wir uns berührt, das war eine entscheidende Phase im Rennen. Das kann manchmal passieren, wenn wir so hart an der Grenze erst auf die Bremse treten. Ich habe versucht, das Rennen gut zu Ende zu bringen. Der dritte Platz für mich ist klasse. Das war ein schwieriges Wochenende für mich, wahrscheinlich das härteste im ganzen Jahr."

Jenson Button (McLaren), 4

"Meine WM-Hoffnungen sind etwas gedämpft worden, weil Mark vor mir ins Ziel kam. Aber der Abstand zwischen mir und der Spitze ist nur einen Rennsieg groß. Noch ist nichts verloren - ein schlechtes Wochenende kann einen viele Punkte kosten."

Nico Rosberg (Mercedes), 5

"Es war ein super Rennen. Ich hatte einen tollen Start, genau wie erhofft. Ich habe am Anfang mit Jenson mithalten können, von hinten machte Kubica etwas Druck, was aber kein großes Problem war. Ich habe davon profitiert, dass Lewis ausschied. Fünfter Platz - besser ging es nicht heute."

Adrian Sutil (Force India), von 8 auf 10 strafversetzt

"Das war ein richtig harter Grand Prix. Wir waren ständig großer Hitze und dieser hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Und ich hatte immer ein Auto vor der Nase, dem ich dichtauf folgte. Nachdem wir nur von Platz 15 aus ins Rennen gegangen waren, halte ich dieses Ergebnis für das Maximum, was wir erzielen konnten"

Michael Schumacher (Mercedes), 13

"Ich hatte ja aus meiner Perspektive den kompletten Überblick auf den Vorfall mit Nick - und würde ihn als Rennunfall bezeichnen. Ich liege dahinter, er zieht natürlich im letzten Moment rüber, um auf der guten Seite zu bremsen, ich probiere mein Glück auf der Innenseite, bin halb daneben. Und er ist der Meinung, dass er voll rein ziehen muss. Wenn er mir ein bisschen Platz gelassen hätte, dann wären wir wohl beide durch die Kurve gekommen. So konnte ich natürlich nicht mehr zurückziehen."

Lewis Hamilton (McLaren), Ausfall

"Ich werde jetzt nicht mehr besonders auf die WM schauen, sondern versuchen, den Rest der Saison zu genießen - und was immer passiert, passiert. Aber ich werde bis zum Ende kämpfen. 20 Punkte Abstand sind nicht unüberwindlich. Ich weiß nicht genau, was mit Mark und mir passiert ist: Er hat einen Fehler gemacht und ich habe versucht außen zu überholen. Er war hinter mir und ich habe ihn nicht gesehen, dachte aber, ich wäre weit genug vorbei und würde genug Raum für ihn lassen. Das nächste was ich weiß ist, dass ich berührt wurde, mein Reifen platzte und es das war. Aber wie man eben so sagt: so ist Rennsport."

Nick Heidfeld (Sauber), Ausfall

"Ich hatte natürlich auf ein besseres Ergebnis gehofft und wollte ins Ziel kommen. Aber in meinen Augen hat Michael etwas zu spät gebremst und mich aus dem Rennen gekickt. Mein Rennen war aber schon von Anfang an nicht gut gelaufen. Das Auto war später wegen der fehlenden Endplatte des Heckflügels nicht einfach zu fahren, und die Abstimmung war ohnehin nicht perfekt, weil man ja nach dem Qualifying nichts mehr ändern darf. Wenn man das bedenkt, waren die Rundenzeit phasenweise nicht schlecht.?

Timo Glock (Virgin), Ausfall

"Ich hielt mich einige Runden lang auf dem zehnten Platz und vor all den anderen Jungs. Einige Runden später überholte mich Sutil und da gab es kein Halten mehr für die anderen Autos in dieser Gruppe. Bei der zweiten Safety-Car-Phase hatten wir schließlich Pech: Ich musste zum Boxenstopp hereinkommen und prompt landeten wir ganz hinten. Wenige Runden vor Schluss hatten wir ein Hydraulikproblem und unser Rennen war beendet."

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