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Mark Webber und Sebastian Vettel fahren seit 2009 gemeinsam bei Red BUll © getty

Die beiden Red-Bull-Piloten verfolgen unterschiedliche Strategien: Webber fährt auf Sicherheit, Vettel geht volles Risiko.

Von Olaf Mehlhose

München - Mark Webber, der kontrollierte Dr. Jekyll. Sebastian Vettel, der unberechenbare Mr. Hyde.

So ungefähr muss man sich Red Bulls Strategie für die vier letzten Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft vorstellen.

Der mächtige Motorsport-Berater Helmut Marko, hat offiziell erklärt, dass das Team seinen beiden Fahrern für den Rest der Saison eine unterschiedliche Taktik verordnet hat.

Mark Webber, der die Fahrerwertung mit 202 Punkten vor Ferrari-Pilot Fernando Alonso (191) anführt, soll versuchen, seinen Vorsprung durch risikoarmes Fahren zu verteidigen.

"Flucht nach vorne"

Für Vettel, mit 181 Punkten auf Platz vier, gilt dagegen das genaue Gegenteil: Der Vize-Weltmeister soll in den verbleibenden Rennen voll auf Angriff fahren.

"Mit Sebastian fahren wir die aggressive Strategie voll auf Sieg, bei Mark werden wir auf Nummer sicher gehen und ihn eher defensiv fahren lassen", sagte Marko gegenüber "Auto Bild motorsport".

Mit der neuen Taktik scheint sich Vettel bereits angefreundet zu haben: "Ich werde die Flucht nach vorne antreten. Das Auto dafür haben wir."

Formanstieg bei Vettel

Nach dem verkorksten Sommer mit Fehlern und verschenkten Punkten in Spa und Budapest war bei dem 23-Jährigen, in den letzten Rennen ein Formanstieg zu betrachten.

In Monza belegte Vettel dank einer starken fahrerischen Leistung unter schwierigen Bedingungen Platz vier.

In Singapur war der Red-Bull-Pilot am gesamten Wochenende der Schnellste, musste aber wegen eines nicht perfekten Qualifyings am Ende Alonso den Vortritt lassen. Die Krise scheint aber überwunden.

"Die Strecke müsste uns liegen"

"In Ungarn und Spa habe ich mir Fehler erlaubt. Aus Fehlern muss man lernen, sie dürfen nicht wieder passieren", erklärte Vettel seinen zwischenzeitlichen Hänger bei "TV Movie".

[kaltura id="0_5b3oipos" class="full_size" title="Vettel Es war ein schweres Rennen "]

Für das kommende Rennen in Suzuka (1. Training, Fr., ab 6.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) rechnet sich Vettel deshalb auch gute Chancen aus: "Die Strecke sollte uns liegen, sie ist auf unser Auto zugeschnitten - allerdings müssen wir das erst noch unter Beweis stellen."

Ferrari als Haupkonkurrent

Als der größte Konkurrent um den WM-Titel betrachtet wird von den Red-Bull-Fahrern mittlerweile Ferrari betrachtet. "Mit den Siegen in den letzten beiden Rennen ist der Vorteil im Moment bei Ferrari, aber von den Punkten ist noch alles offen", meinte Webber.

Ähnlich sieht es auch sein Teamkollege. "Ferrari hat auf jeden Fall ein Schritt nach vorne gemacht", sagte Vettel, gab aber zu Bedenken "McLaren-Mercedes nicht zu vergessen."

Zumindest hat Red Bull im Gegensatz zum italienischen Rennstallnoch zwei heiße Eisen im Feuer. Vielleicht bringt ja gerade die zweigeteilte Taktik den entscheidenden Vorteil.

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