vergrößernverkleinern
Jenson Button startete 2000 mit BMW Williams in die Formel 1 © getty

Vor dem Japan-GP setzen die wenigsten im Titelkampf auf den Weltmeister. Doch McLaren-Pilot Button gibt sich selbstbewusst.

Von Julian Meißner

München - Fünf Fahrer streiten sich vier Rennen vor Saisonende noch um die Krone des Motorsports, doch den Weltmeister hat keiner so richtig auf der Rechnung.

Außer Jenson Button selbst.

"Manch einer wird die Nerven verlieren, ich nicht", kündigte der Brite vom McLaren-Team vor dem Großen Preis von Japan (Freies Training, Freitag, 7 Uhr im LIVE-TICKER und im TV auf SPORT1) im "Express" selbstbewusst an: "Das habe ich letztes Jahr bewiesen."

Im überlegenen Boliden von Brawn GP rettete der schon als ewiges Talent verschriene 30-Jährige 2009 den Titel gegen Red-Bull-Youngster Sebastian Vettel ins Ziel.

Zwei Favoriten

2010 ist Button als Fünftplatzierter in der engen WM-Wertung der Jäger.

"Die drei Topteams sind vom Speed her sehr eng beieinander", sagte Button, ebenso sei es unter den fünf Rivalen: "Schon beim Start zwischen uns knistert es."

Sein Teamkollege Lewis Hamilton, der ihn mit zwei Ausfällen in Folge erst wieder ins Geschäft brachte, und Ferrari-Star Fernando Alonso seien die härtesten Brocken im Kampf um die Krone, denn: "Beide wissen, wie man Titel gewinnt."

"Vettel ist noch am Lernen"

Doch auch die Red-Bull-Piloten, vor allem Spitzenreiter Mark Webber, müsse man natürlich auf der Rechnung haben.

"Ich muss aufpassen, was mit Mark und Vettel passiert. Bei denen ist es ja ein bisschen schwierig", so Button, der dem Routinier die besseren Chancen einräumt: "Vettel ist immer noch am Lernen. Er ist oft schneller als Mark, aber in entscheidenden Momenten dahinter. Überraschend."

Man dürfe jedoch keinen abschreiben, sagte Button, der mit einer WM-Entscheidung erst beim letzten Rennen in Abu Dhabi rechnet.

Große Hoffnungen für Suzuka

Doch zunächst steht mit Japan eine Paradestrecke für den Red-Bull-Kurvenflitzer RB6 auf dem Plan.

"Suzuka liegt Red Bull natürlich besonders gut", musste auch Button zugeben, er schränkte aber ein: "Sie mussten einige Änderungen am Frontflügel und Unterboden vornehmen. So dominant wie in Budapest werden sie nie mehr sein."

Im Gegenzug zeige sein McLaren-Team aufsteigende Form: "Unser F-Schacht bringt dort sehr viel und wir haben einige neue Teile im Gepäck. Ich liege nur einen Sieg hinter Mark, und den gedenke ich in Suzuka einzufahren."

Moss glaubt an Button

Auch wenn diese Ankündigung mutig klingt, Altmeister Stirling Moss hat den älteren seiner beiden Landsmänner im britischen Traditionsteam durchaus noch auf dem Zettel.

"Sein wahres Talent ist es, einen klaren Kopf zu behalten und das Maximum aus den Möglichkeiten zu machen, die sich ihm bieten", schrieb der 81-Jährige in seiner Kolumne für "ESPN" über Button: "Er zieht seinen Vorteil aus schlechtem Wetter, Safety-Car-Phasen und Setup-Entscheidungen, wo die anderen Punkte liegenlassen."

Für das Gros der Experten galt eigentlich als ausgemacht, dass Hamilton McLarens Waffe im Titelkampf ist und der Champion nur schmückendes Beiwerk.

Sollte sich Hamilton, der zuletzt formschwache Weltmeister von 2008, in Suzuka jedoch den nächsten Patzer leisten, könnte sich das Blatt tatsächlich noch einmal wenden.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel