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Sebastian Vettel kam vor Saisonbeginn 2009 von Toro Rosso zu Red Bull © getty

Sebastian Vettel fährt in Suzuka einen souveränen Triumph vor seinem Teamkollegen Mark Webber heraus. Alle Titelkandidaten punkten.

Suzuka - Mit einer perfekten Doppelschicht hat Sebastian Vettel den Großen Preis von Japan in Suzuka gewonnen und seine Chancen auf den WM-Titel deutlich verbessert.

Bei der Wiederholung seines Vorjahrestriumphes verwies der Red-Bull-Pilot seinen Teamkollegen Mark Webber auf den zweiten Platz und verkürzte damit seinen Rückstand in der Gesamtwertung auf den WM-Spitzenreiter auf 14 Punkte.

Erst vier Stunden vor Start des Rennens war Vettel zur Pole-Position gerast, nachdem die Qualifikation am Samstag wegen anhaltender Regenfälle ausgefallen war.

Vettel wiederholte durch seinen dritten Saisonsieg und Nummer acht seiner Karriere das Kunststück von Rekordweltmeister Michael Schumacher, der 2004 ebenfalls in Suzuka an einem Tag erst die Pole-Position und dann den Sieg im Rennen geholt hatte.

Damals war es wegen einer Taifunwarnung zu dieser Premiere gekommen.

Strecke "wie gemalt" für Red Bull

"Das habe ich Euch doch gesagt. Fantastisch", sagte Vettel nach der Zieldurchfahrt über Boxenfunk und bedankte sich bei seinem Team: "Ich weiß, ihr hattet nicht viel Schlaf gestern Nacht. Das ist unsere Strecke, ich bin stolz, ein Teil dieses Teams zu sein."

Später in der Pressekonferenz beschrieb er, wieviel Spaß ihm das Rennen gemacht hatte.

"Diese Strecke ist wie gemalt für uns", sagte Vettel: "Der Start war der Schlüssel. Am Ende habe ich versucht, den Abstand zu kontrollieren. Pole-Position und Sieg an einem Tag, das ist eine spezielle Erfahrung."

Alonso punktgleich vor Vettel

Vor Vettel auf dem zweiten Gesamtrang liegt noch der punktgleiche Ferrari-Pilot Fernando Alonso, der nach zuletzt zwei Siegen diesmal Platz drei belegte.

Dagegen verloren Titelverteidiger Jenson Button und dessen McLaren-Kollege Lewis Hamilton im heißen Fünfkampf um den Titel durch die Plätze vier und fünf ein wenig Boden.

Hinter Webber, der mit 220 Punkten an der Spitze liegt, sowie Alonso und Vettel (je 206) ist Hamilton mit 192 Punkten nur noch Vierter, Button liegt mit 189 Punkten noch ein Stückchen weiter zurück.

Schumacher zweitbester Deutscher

Mercedes-Pilot Schumacher, der vor zehn Jahren in Suzuka mit dem ersten WM-Titel für Ferrari seinen wichtigsten Erfolg gefeiert hatte, kam bei seiner Rückkehr nach Japan auf Platz sechs.

[kaltura id="0_1ms2tzlr" class="full_size" title="Eine Runde in Suzuka"]

Er war damit zweitbester Deutscher vor Sauber-Mann Nick Heidfeld, der bei seinem zweiten Einsatz nach der Rückkehr zu den Schweizern als Achter ebenfalls in die Punkte fuhr.

Timo Glock kam im Virgin als 14. ins Ziel, das Schumachers Mercedes-Kollege Nico Rosberg nach einem späten Reifenschaden, Adrian Sutil offenbar nach einem Motorproblem und Nico Hülkenberg nach einem unverschuldeten Unfall in der ersten Runde nicht erreichten 297593(DIASHOW: Bilder des Rennens).

Wetterbedingte Quali-Verschiebung

Am Samstag war wegen anhaltender Regenfälle erst zum zweiten Mal in der Geschichte der Königsklasse eine Qualifikation abgesagt und auf den Sonntagvormittag verschoben worden. Dort hatte Vettel für einen perfekten Tagesauftakt gesorgt.

Er setzte sich gegen Webber durch und holte seine achte Pole-Position in dieser Saison.

Alonso und Button dagegen mussten sich hinter dem Polen Robert Kubica im Renault mit den Startplätzen vier und fünf begnügen. Hamilton startete sogar nur von Position acht, weil er wegen eines Getriebewechsels fünf Plätze zurückgesetzt worden war.

Problemloser Start von Vettel

Beim Start behauptete Vettel problemlos seine Spitzenposition, Webber dagegen verlor den zweiten Rang an Kubica. Schumacher gewann zwei Plätze und schob sich auf Rang acht vor, während es hinter dessen Silberpfeil gleich zweimal krachte.

Renault-Pilot Witali Petrow riss Nico Hülkenberg mit von der Strecke, Ferrari-Pilot Felipe Massa den Force-India-Mercedes von Vitantonio Liuzzi. Um die Wracks von der Strecke zu räumen, schickte die Rennleitung für fünf Runden das Safety Car auf die Strecke.

Kubicas Ausfall ist Webbers Glück

Schon in der ersten davon hatte Webber Glück, denn er bekam den zweiten Platz direkt hinter Vettel kampflos zurück. Bei Kubica hatte sich plötzlich das rechte Hinterrad gelöst und die Hoffnungen des Polen auf einen Podiumsplatz, aber auch die von Vettel auf einen "Abschirmdienst" gegen Webber platzen lassen.

Nachdem das Rennen in Runde sieben wieder freigegeben worden war, überholte Schumacher seinen früheren Ferrari-Teamkollegen Rubens Barrichello und schob sich auf Platz sechs.

In Runde 23 ging Schumacher zum Reifenwechsel an die Box und kam unmittelbar hinter Rosberg wieder auf die Strecke, der schon die Safety-Car-Phase zum Boxenstopp genutzt hatte. Bis zu Rosbergs spätem Ausfall lieferten sich die beiden ein enges Duell, bei dem Rosberg seinen Platz behauptete.

Vettel taktisch souverän

An der Spitze hatten sich Vettel und Webber kontinuierlich vom Feld abgesetzt, bis Vettel in Runde 24 parallel zu Alonso die Box ansteuerte und die Führung zunächst abgab. Webber wurde eine Runde später abgefertigt, blieb aber hinter Vettel.

Die Führung fiel an Button, der als einziger aus der Spitzengruppe mit den haltbareren harten Reifen losgefahren war.

Erst als der Titelverteidiger in der 38. Runde seinen Stopp absolvierte, hatte Vettel an der Spitze wieder freie Fahrt, die er sofort mit der bis dahin mit Abstand schnellsten Rennrunde zelebierte.

Hamilton erneut im Pech

Button fiel zunächst auf Rang fünf zurück, rückte aber nach ein paar Runden wieder auf Platz vier vor, als Teamkollege Hamilton wegen eines Getriebeproblems langsamer wurde.

Vettel kontrollierte dagegen an der Spitze das Rennen bis ins Ziel.

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