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Sebastian Vettel holte in seinem 59. Formel-1-Rennen den achten Sieg © getty

Immer noch fünf Titelkandidaten - doch nach dem Sieg in Suzuka lässt sich Sebastian Vettel zu einer positiven Prognose hinreißen.

Von Julian Meißner

München - Auf Rechenspiele wollte sich Sebastian Vettel nach seinem Triumphzug im Land der aufgehenden Sonne nicht einlassen.

"Das überlasse ich Euch", sagte der Sieger des Großen Preises von Japan schmunzelnd zu den Journalisten: "Ich konzentriere mich aufs Fahren."

Natürlich hatten die deutschen Reporter nach dem 16. Saisonrennen vom Heppenheimer wissen wollen, wie es denn nun bestellt ist um die Chancen auf den ersten WM-Titel eines Landsmannes seit Michael Schumacher 2004.

Auch wenn der Souverän von Suzuka, der am Sonntag zunächst die wegen Regens verspätet ausgefahrene Pole-Position und dann überlegen den Rennsieg vor seinem Teamkollegen Mark Webber herausgefahren hatte, bedeckt hielt: Die Aktien des Hessen sind deutlich gestiegen.

In Lauerstellung gleichauf mit Alonso

14 Punkte sind es in der Gesamtwertung nun nur noch zum Führenden Webber. Punktgleich mit Ferrari-Star Fernando Alonso, dem Drittplatzierten von Suzuka, liegt Vettel bei noch drei verbleibenden Grands Prix in Lauerstellung.

Doch das Momentum hat sich gedreht. Wie schon beim vergangenen Rennen in Singapur zeigte Vettel in Japan die stärkere Performance innerhalb des überlegenen Red-Bull-Teams und tankte mächtig Selbstvertrauen für den Saisonendspurt.

Kontrolle statt Grenzgang

Vettel, der von einem "sehr kontrollierten Rennen" sprach, erklärte seinen Arbeitstag: "Ich bin einfach so schnell gefahren, wie ich musste. Wenn Mark näher kam, habe ich ein bisschen mehr Gas gegeben."

Die Flucht nach vorne hätte keinen Sinn gemacht, erklärte Vettel, der das Rennen vom Start weg dominierte - offenbar ohne ans Limit zu gehen 297593(DIASHOW: Bilder des Rennens).

[kaltura id="0_1ms2tzlr" class="full_size" title="Eine Runde in Suzuka"]

Schließlich hätte man im Falle einer Safety-Car-Phase nur seine Reifen unnötig verschlissen, so der Vizeweltmeister, der es immer noch zum jüngsten Champion aller Zeiten bringen kann.

Webber: "Ich muss wieder siegen"

Dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist, liegt hauptsächlich an Webber.

Der Spitzenreiter musste anerkennen: "Sebastian hat den Sieg verdient." Der Australier erkannte auch, dass er die Krone des Motorsports nur mit Platzierungen hinter seinem jungen Rivalen wohl nicht gewinnen wird. "Ich muss wieder siegen", sagte Webber.

Weiter fünf Titelkandidaten

Ähnlich geht es den weiteren Kandidaten im Titelrennen, das auch in Japan keine Dezimierung erfuhr: Neben Alonso ("Platz drei war das Maximum") sind die McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button trotz durchwachsener Performances ebenfalls noch im Geschäft.

Und die Hoffnung der Mitstreiter ist nicht unbegründet. Die Überlegenheit der Boliden von Red Bulls Design-Guru Adrian Newey wird auf keinem der drei verbleibenden Kurse in Südkorea, Brasilien und Abu Dhabi ähnlich groß sein wie in Japan.

"Wir sind überzeugt, dass dies die schlechteste Strecke der restlichen Rennen (für uns, Anm. d. Red.) war", meinte Alonso, der aufgrund eines Sieges mehr auf dem Konto vor Vettel liegt: "Insofern war es insgesamt ein gutes Wochenende."

Hamilton hadert

Bei McLaren hörte sich das schon anders an. Hamilton sah nach zwei Ausfällen in Folge zwar die Zielflagge, aber eben - auch aufgrund einer Strafversetzung und Problemen mit dem Getriebe - nur als Fünfter.

"Die Jungs sammeln konstant Punkte, ich kann mich nicht an ihren letzten Ausfall erinnern", haderte der Engländer mit Blick auf die Konkurrenz: "Es wird jetzt sehr, sehr schwierig, aber wir greifen weiter an."

Vettel mit positiver Prognose

Vettel wiederum ließ sich an einem "unglaublichen Tag" am Ende doch zu einer Prognose hinreißen.

"Die Saison war nicht die einfachste bis jetzt", meinte er hinsichtlich der zahlreichen technischen Pannen und eigenen Fehler, ohne die er die WM wohl schon lange anführen würde: "Aber der Trend zeigt nach oben. Wenn ich die nächsten drei Rennen gewinnen würde, wäre alles in Ordnung."

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