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Erst vor einer Woche wurde die Austragung des Formel-1-Rennens in Südkorea bestätigt © getty

Ob Fahrerstreik oder Rutschpartien - in Südkorea scheint alles möglich. Schumi findet's "interessant", Vettel ist "gespannt".

Yeongam - Ein Fahrerstreik ist nicht völlig ausgeschlossen, Asphaltrisse und Rutschpartien sind wahrscheinlich, eine unliebsame Beeinflussung des spannenden WM-Rennens ist durchaus möglich.

Die WM-Premiere in Südkorea (2. Training, Freitag, 7 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) ist für die Formel-1-Piloten eine Reise ins Ungewisse (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

"Niemand weiß, was auf einen zukommt", sagt Rekord-Weltmeister Michael Schumacher.

Sebastian Vettel, einziger Deutscher im Fünfkampf um den Titel, will sich vor Freitag kein Urteil über die Strecke entlocken lassen.

Streckenkenntnis nur vom Simulator

Meldungen von umfallenden Kränen und brachliegenden Streckenteilen bestimmten wochenlang die Schlagzeilen, erst vor wenigen Tagen genehmigte der Automobil-Weltverband die Austragung nach einem alles andere als euphorischen "Okay" ihres Technischen Delegierten Charlie Whiting.

Die Strecke kennen die Fahrer nur von Simulatoren, und in die flossen nicht einmal Informationen von Rennen anderer Rennserien ein.

Auch Details über Ashpalt, Streckenbegrenzungen und Bodenwellen konnten in den Hochleistungsrechnern nicht erfasst werden - schließlich rollten vor zwei Wochen noch die Dampfwalzen über den Asphalt.

Schumi freut Chancengleichheit

Die Fahrer wollen sich nicht von allzu negativen Gedanken ablenken lassen.

"Endlich kommen wir dieses Jahr mal auf eine Strecke, die nicht nur für mich, sondern für alle Fahrer neu ist", sagt Schumacher und hofft im Comeback-Jahr endlich auf Chancengleichheit.

Ob die wirklich herrscht, oder ob durch Rutscher auf dem noch nicht ausgehärteten Aspahlt oder gar daraus folgende Unebenheiten auf der Strecke nicht dem Zufall Tür und Tor geöffnet sind, ist fraglich.

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Und das im drittletzten Rennen des Jahres mit dem knappsten Titel-Mehrkampf aller Zeiten.

Fahrerstreik ist vorstellbar

Es brodelt jedenfalls im Fahrerlager. Wenn Schumacher andeutet, es werde "interessant" und Vettel signalisiert, er sei "gespannt", lässt sich darin ein zweifelnder Unterton nicht leugnen.

Die Fahrergesellschaft will sich erst einmal ein Bild machen, ob der Asphalt hält. Sollte dies nicht der Fall sein, ist sogar ein Fahrerstreik vorstellbar.

"Ich bin sicher, das Rennen wird trotz aller Spekulationen stattfinden", sagt Vettel. Würde der Lauf abgesagt werden, blieben ihm nur noch zwei statt drei Möglichkeiten, die 14 Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen Mark Webber in der WM-Wertung aufzuholen (DATENCENTER: WM-Stand Teams).

Fernando Alonso (Ferrari) ist derzeit punktgleich mit Vettel, die Briten Lewis Hamilton und Jenson Button (beide McLaren) sind bei weiteren 14 beziehungsweise 17 Punkten Rückstand zuletzt ins Hintertreffen geraten.

Chandhok tippt auf Red Bull

Die Chancen auf einen Vettel-Sieg in Korea stehen - sollte alles fair zugehen - eigentlich recht gut.

Zum einen zeigte der 23-Jährige bei seinem ganz starken Wochenende zuletzt in Suzuka, dass er mit dem Druck kurz vor dem Saisonfinale zurechtkommt.

Zum anderen sieht Karun Chandhok, der die Strecke bisher als einziger bei Testfahrten nutzte, Vettels Team in der Favoritenrolle.

"Südkorea wird Red-Bull-Terrain sein", sagt der Inder.

Vettel mit perfekter Vorbereitung

Vettel, der in dieser Saison wahrlich schon genug Punkte mit dem wie Webber besten Auto im Feld verschenkte, hat sich akribisch auf den Lauf vorbereitet.

Da dies individuell mit Bezug auf die Strecke nicht möglich war, hat er zumindest körperlich und mental alles getan. Nach dem Sieg in Japan hat er Asien gar nicht erst verlassen.

"Es ist besser für meinen Körper", sagt der Hesse: "Die Hin -und-Herreiserei mit den Zeitunterschieden kann einen schwächen. Das will ich vor dem Saisonfinale beginnend mit Korea nicht riskieren. Oft entscheiden Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage."

Dies könnte in Yeongam, rund 400 km südlich von Seoul, mehr denn je gelten. Bleibt nur zu hoffen, dass McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh auch in der Praxis Recht behält.

Er tröstet sich und seine Fahrer nämlich mit der Aussicht: "Die Bedingungen sind für alle gleich."

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