Jacques Schulz sieht die Top-Teams im Power-Ranking zum Südkorea-GP dicht beieinander. Um so mehr kommt es auf die Piloten an.

Hallo Formel-1-Fans!

Allen Unkenrufen zum Trotz findet das Rennen in Südkorea nun doch statt - und das ist auch gut so. Aus deutscher Sicht braucht Sebastian Vettel wirklich jedes Rennen, um den Rückstand in der WM noch aufzuholen.

Die unbekannte Strecke für das Power-Ranking zum Grand Prix (Training, Freitag, 7 Uhr im LIVE-TICKER und im TV auf SPORT1) einzuschätzen, fällt extrem schwer, weil es weder Referenzpunkte noch aktuelle Erfahrungen gibt. Die Erkenntnisse stammen alle aus Simulationen und Indizien-Statements.

Es verdichten sich jedoch die Anzeichen, dass die drei erstplazierten Teams - Red Bull, Ferrari und McLaren - auch in Yeongam um den Sieg kämpfen werden. Für eine klare Reihenfolge fehlen die Fakten, daher diesmal ein Ranking ohne Pfeilwertung zur Formentwicklung.

Vom Gefühl her glaube ich, dass sich Ferrari, ähnlich wie in Singapur, auf Augenhöhe mit Red Bull befindet, McLaren liegt knapp dahinter. Ich halte es für sehr gut möglich, dass Vettel oder Mark Webber das Rennen gewinnen.

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Die Besonderheit des Kurses ist eine ultralange Gerade, die nach einem Linksknick von Start und Ziel natürlich viel Power und einen funktionierenden F-Schacht erfordert. Das sind Punkte, die bei McLaren sicherlich gerne gesehen werden.

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Der hintere Teil der Strecke ist allerdings geschlängelt und hat enge Kurven. Hier sind die Wagen mit einer guten Traktion bevorzugt. Meines Erachtens spricht das für Ferrari, also Fernando Alonso.

Insgesamt aber spielt das Layout des Kurses, mit den zwei langen Geraden und dem geschlängelten Teil, auch dem Red-Bull-Paket von Adrian Newey in die Karten.

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Jenson Button und Lewis Hamilton sollten noch nicht abgeschrieben werden, und Alonso muss unbedingt gewinnen, wenn er in den zwei folgenden Grands Prix noch eine Chance auf den Titel haben will.

Die große Unbekannte ist der Asphalt. Die Frage ist, ob der relativ frisch aufgetragene Zement den Belastungen eines Rennens standhält - ein Formel-1-Auto generiert 2000 Kilo Abtrieb, die auf den Asphalt einwirken.

Natürlich werden die Koreaner alles versuchen, um für faire und reguläre Bedingungen zu sorgen. Aber irgendwann kommt auch der Faktor Glück ins Spiel.

Zumindest drohen vom Wetter keine Kapriolen - die Temperaturen sollen bei 20 Grad stabil bleiben. Außer, der Taifun "Megi" dreht noch von Vietnam nach Westen ab...

Im Hinblick auf die WM-Entscheidung nimmt der Südkorea-Grand-Prix eine ganz wichtige Rolle ein. Unter diesen schwierigen Bedingungen kommt es für die Fahrer darauf an, die Fehlerquote auf Null zu fahren und Selbstvertrauen in Speed umzusetzen.

Ganz wichtig ist es aber natürlich auch, nach dem Qualifying auf der Pole-Position zu stehen.

Ich sehe hier eine Analogie zu Singapur: Die Piloten, die es schaffen, sich aus Startgetümmel, Safety-Car-Phasen und Asphalt-Problemen herauszuhalten, haben sicherlich sehr gute Siegchancen.

Das gilt verstärkt für Ferrari und McLaren, weil Red Bull in Südkorea bestimmt nicht den überragenden Top-Speed hat. Vettel und Webber können nicht unbedingt vorne weg fahren, auch wenn sie auf der Pole stünden. Von den Top-Fahrern sind sie am ehesten überholbar.

Eines steht fest: Es wird megaspannend - ich rechne mit einem ganz engen Rennen!

Keep Racing,

Ihr Jacques Schulz

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