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Mark Webbers bestes WM-Ergebnis war bis dato Rang vier in der Saison 2009 © getty

Auf der Pressekonferenz vor dem Südkorea-GP bleiben Kampfansagen der fünf Titelkandidaten aus. Vettel ist noch am aufgewecktesten.

Yeongam - Die Helden der Formel 1 wirkten müde.

Alle fünf Titelkandidaten saßen bei der Pressekonferenz vor dem drittletzten Rennen des Jahres auf dem Podium (302097Bilder), doch statt mit Kampfansagen überboten sich die Rivalen vor der umstrittenen Premiere in Südkorea (2. Training, Freitag, 7 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) allenfalls mit gelangweilten Gesten.

Sebastian Vettel machte noch den aufgewecktesten Eindruck.

Beim einzigen deutschen Titelkandidaten blitzte hin und wieder das Lausbubenlächeln durch.

Doch auch Vettel streckte sich einmal kräftig auf seinem Stuhl, ein weiteres Mal konnte er trotz größter Anstrengungen ein Gähnen nicht vermeiden.

Phrasen stat Kampfansagen

Wollte man aus dem Gipfeltreffen vom Donnerstag die Titelchancen ableiten, wäre der Hesse dennoch der Favorit.

Sein Teamkollege Mark Webber, immerhin WM-Spitzenreiter mit 14 Punkten Vorsprung auf Vettel, wirkte verkrampft und angespannt.

Der 34-Jährige redete monoton und formulierte Phrasen, war wie auf der Strecke in erster Linie darum bemüht, Fehler zu vermeiden.

Alonso kämpft mit der Müdigkeit

Fernando Alonso stützte sein Kinn gar abwechselnd auf die linke und rechte Hand und hatte offenbar ernsthaft Mühe, nicht einzuschlafen.

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Lewis Hamilton und Jenson Button scheinen den Titel angesichts von 28 beziehungsweise 31 Zählern Rückstand auf Webber derweil schon abgeschrieben zu haben.

Und während sich Titelverteidiger Button zumindest um ordentliche Antworten bemühte, begnügte sich sein Teamkollege meist mit einem gelangweilten: "Ich sehe es genauso."

Vettel erinnert an 2007

Der Fünfkampf um den Titel ist also praktisch ein Dreikampf, auch wenn Vettel den beiden Briten noch Chancen einräumt.

"Wir alle können es noch schaffen. Die einen mehr, die anderen weniger", sagte er: "Man muss sich nur an 2007 erinnern."

Damals holte der Finne Kimi Räikkönen im Ferrari nach alter Punktewertung 17 Zähler Rückstand auf Hamilton vor den letzten beiden Rennen noch auf und wurde Weltmeister.

Zuversicht drei Rennen vor Schluss

Sich selbst wähnt Vettel in einer ordentlichen Ausgangsposition.

"Es sah schon schlechter aus für mich", sagte der Red-Bull-Pilot vor dem drittletzten Saisonrennen: "Wir haben die Erwartungen bisher erfüllt und haben eine gute Ausgangsposition. Nun müssen wir etwas daraus machen."

Alonso schon jetzt stolz

Da hob auch der mit Vettel punktgleiche Alonso kurz den Kopf und erklärte: "Ich finde, das war das bisher beste Jahr meiner Karriere. "

Erstaunlich angesichts der zwei WM-Titel, die der Spanier bereits errang. Doch Alonso spürt in diesem Jahr erschwerte Bedingungen.

Das Auto war vor allem zu Saisonbeginn langsamer als die Red Bull, dazu hatten ihn viele nach der Teamorder-Affäre vom Hockenheimring zum bösen Buben abgestempelt. "Egal, was in diesem Jahr noch passiert: Ich werde 2010 in guter Erinnerung behalten", sagte er trotzig.

Sicherheitsdenken bei Webber

Webber dagegen spielte auf Sicherheit. Nein, er rechne nicht, wie viele Punkte er noch brauche, versicherte der Australier.

Er war im Gegensatz zu Vettel und Alonso nicht in Asien geblieben, sondern hatte nach dem letzten Rennen in Japan eine Woche Kraft in der Heimat getankt.

"Es geht ums Fahren, nicht ums Reden", erklärte er: "Ich muss ins Ziel kommen, das ist das Wichtigste."

Wahre Champions klingen irgendwie anders.

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