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Sebastian Vettel steht in Yeongam zum 14. Mal in der Formel 1 auf Pole-Position © getty

Sebastian Vettel soll nach überragender Quali beim Südkorea-GP die Flucht nach vorne antreten. Denn Red Bull hat eine Schwäche.

Von Julian Meißner

München - Wer nicht schlafen konnte oder wollte in der Nacht auf Samstag, musste sich bei Ansicht des dritten Freien Trainings in Yeongam echte Sorgen machen um die Titelambitionen Sebastian Vettels.

Doch mit dem darauf folgenden Qualifying zum Großen Preis von Südkorea am Morgen hat der Traum des Deutschen vom Gewinn der Weltmeisterschaft neue Nahrung bekommen.

Der Red-Bull-Pilot sicherte sich in einer an Spannung kaum zu überbietenden Qualifikation die beste Ausgangsposition für das Rennen (So., 7.45 Uhr im LIVE-TICKER), nachdem er im Abschlusstraining zuvor nur auf Rang 16 gelandet war.

"Wir hatten heute Morgen einige Probleme mit dem Vettel-Auto", erklärte Helmut Marko, der Motorsportberater des österreichischen Rennstalls.

Nervenstärke zur rechten Zeit

Offensichtlich bekam man diese jedoch rechtzeitig in den Griff.

Und Vettel, der schon am Freitag durch einen Plattfuß gehemmt worden war, zeigte in der letzten, entscheidenden Runde der Quali Nerven aus Stahl (DATENCENTER: Die Startaufstellung).

"Da war natürlich Druck auf Sebastian, aber er hat's gebracht", lobte ihn Teamchef Christian Horner: "Er scheint mit dem Druck wirklich gut umgehen zu können. Er scheint damit besser zu werden."

Beste Voraussetzungen

Die Zeichen für eine erfolgreiche Aufholjagd in der WM stehen also erneut gut nach dem Sieg des Hessen beim letzten Rennen in Suzuka.

14 Punkte fehlen ihm weiterhin auf den Führenden, seinen Teamkollegen Mark Webber.

"Okay" sei dessen Qualifying gelaufen, erklärte der Australier, der auf Rang zwei neben Vettel von der schmutzigen Seite ins Rennen gehen muss.

Auf dem frisch verlegten Asphalt ist das ein nicht zu unterschätzender Nachteil (Robert Kubica: "P8 ist hier wie P11").

Webber: Start nicht entscheidend

"Es wäre schön gewesen, die Pole zu haben", sagte Webber auf der Pressekonferenz mit leicht angespannter Miene und richtete dann den Blick auf den Drittplatzierten. Er erwarte einen "soliden Start" von Fernando Alonso, so Webber, der sich direkt einer Attacke des Spaniers im Ferrari wird erwehren müssen.

"Aber das wird die WM nicht entscheiden", sagte Webber über das Start-Duell.

Der 34-Jährige kann als einziger der Titelkandidaten bei der Korea-Premiere noch auf einen frischen Motor bauen.

Reifen machen Sorgen

Ein ebenfalls wichtiger Faktor dürfte im weiteren Rennverlauf die Haltbarkeit der Reifen auf dem frisch verlegten Asphalt werden. Die Abnutzungserscheinungen der Gummis bereiten den Fahrern große Sorgen.

Force-India-Pilot Adrian Sutil meinte am Samstag sarkastisch: "Das Graining hat sich deutlich gebessert. Gestern war es katastrophal, heute war es nur noch ganz schlimm."

Keine Kampfansage von Alonso

Alonso, gestählt durch zwei erfolgreiche Titeljagden in den Jahren 2005 und 2006, setzt auch unter diesem Gesichtspunkt zunächst einmal auf Ankommen. Kampfansagen ersparte er sich.

"Wir müssen vor allem das Rennen beenden", meinte der Spanier, dessen Teamkollege Felipe Massa ihm von Startplatz sechs nicht großartig wird helfen können: "Womöglich beenden alle fünf Titelkandidaten es, da können wir nicht die einzigen sein, die ausfallen."

Hamilton gibt nicht auf

Alonso zählt also die McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button noch mit, deren Chancen nach der drittletzten Qualifikation des Jahres sind allerdings rapide gesunken.

"Wir sind immer noch im Geschäft", betonte Hamilton, der mit seinem McLaren - wie auch Alonso im Ferrari - gegenüber Red Bull auf den Geraden des brandneuen Korean International Circuit den höheren Top-Speed genießt.

Horner fürchtet erste Meter

Für Vettels Teamchef lauert die Gefahr, dass Rot oder Silber diesen Vorteil nutzen können, vor allem auf den ersten Metern.

"Der Start und die ersten zwei Geraden sind entscheidend", glaubt Horner: "Solange wir nach Kurve vier noch führen, haben wir eine gute Chance." Ob er Vettel oder Webber meint, ließ der Brite offen.

Und auch Vettel sprach etwas allgemein daher, als er zu seiner Prognose für das Rennen sagte: "Wichtig ist, dass man die Nerven behält."

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