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Sebastian Vettels Motorschaden in Runde 46 besiegelte den Red-Bull-Doppelausfall © getty

Im Regen-Chaos von Südkorea fällt erst WM-Leader Webber aus, kurz vor Schluss auch Teamkollege Vettel. Alonso ist der Nutznießer.

Yeongam - Aus und vorbei? Ein Motorschaden hat Pechvogel Sebastian Vettel beim Sturm auf den WM-Thron aus (fast) allen Träumen gerissen, Glückspilz Fernando Alonso ist dagegen auf dem besten Weg zum dritten WM-Titel.

Der Ferrari-Pilot aus Spanien gewann das nach starken Regenfällen erst verschobene und dann unterbrochene Chaos-Rennen von Südkorea, das Vettel bis zu seinem Defekt souverän angeführt hatte (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Zehn Runden vor dem Ende stiegen Flammen aus dem Heck des Red-Bull-Renault, Vettel ergriff direkt nach dem Aussteigen selbst einen Feuerlöscher und erstickte sie 303285(DIASHOW: Die Bilder des Rennens).

"Im Moment ist man natürlich enttäuscht, aber ich habe mir diesmal nichts vorzuwerfen. Da kann man nichts machen", sagte Vettel und fügte in Anspielung auf seine Serie von Pleiten, Pech und Pannen fast schon mit Galgenhumor hinzu: "Irgendwie ist das die Story des Jahres."

Trost von Horner

Red-Bull-Teamchef Christian Horner versuchte, den Pech-Piloten zu trösten: "Sebastian und das Team haben alles richtig gemacht. Ein Motorplatzer ist immer ganz großes Pech, der Rennsport kann grausam sein."

Alonso führt nach seinem fünften Saisonsieg nun mit 231 Punkten vor Vettels bereits früh ausgeschiedenem Teamkollegen Mark Webber (220) und dem in Yeongam zweitplatzierten Lewis Hamilton im McLaren (210).

Vettel (206) ist nur noch Vierter, Titelverteidiger Jenson Button (189) wurde Zwölfter und ist damit praktisch aus dem Titelrennen ausgeschieden.

Alonso hat es in der Hand

Alonso genügen in den letzten beiden Rennen in Brasilien und Abu Dhabi ein erster und ein dritter Platz, um sich unabhängig vom Abschneiden der Rivalen den Titel zu sichern.

Deutschland wartet schon seit Michael Schumachers Sieg in Schanghai am 1. Oktober 2010 und damit 1484 Tagen auf einen WM-Spitzenreiter.

Webber schießt Rosberg ab

Webber schied nach einem Fahrfehler bei schwierigen Bedingungen und einem Crash mit Nico Rosberg bereits zwei Runden nach dem endgültigen Start nach 17 Safety-Car-Runden aus, ließ sich mit dem Roller zurück ins Paddock fahren und stapfte frustriert in die Box.

"Das war ganz klar mein Fehler", sagte der 34-Jährige mit gesenktem Kopf.

Schumi nutzt das Chaos

Rekordweltmeister Schumacher nutzte im Mercedes das Chaos in Südkorea mit 63 Safety-Car-Minuten wie schon in Barcelona und Istanbul zu Rang vier und stellte sein bestes Ergebnis seit dem Comeback ein.

Nick Heidfeld wurde Neunter und hat nach drei Rennen im Sauber-Ferrari sechs Punkte auf dem Konto.

Nico Hülkenberg holte als Zehnter im Williams einen Punkt. Adrian Sutil im Force-India-Mercedes und der bis dahin gut gefahrene Timo Glock im Virgin schieden wie Vettel und Rosberg aus.

Verspäteter Rennstart

Nach den teilweise heftigen Regenfällen in der Nacht und am Morgen begann das Rennen mit zehn Minuten Verspätung, wurde dann nach drei Runden hinter dem Safety Car für 50 Minuten unterbrochen. Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso sprach von "den schlimmsten Bedingungen, die ich je erlebt habe."

Für Timo Glock war es ein "Blindflug", und er forderte eine Absage des Rennens. Das wurde aber erneut gestartet, 14 Runden lang führte das Saftey Car das Feld nochmal an. Regen-Spezialist Hamilton witterte seine letzte WM-Chance und forderte ungeduldig den endgültigen Start, Webber dagegen den sofortigen Abbruch.

Schwerstarbeit fürs Safety Car

Vor der 18. Runde ging das Safety Car von der Strecke. Nach der ersten "richtigen" Runde belegten Vettel, Webber und Alonso weiterhin die ersten drei Plätze, Rosberg hatte Hamilton auf Rang fünf verdrängt.

Eine weitere Runde später war das Rennen für Webber und Rosberg beendet: Der Australier drehte sich nach einem Fahrfehler, der Mercedes-Pilot konnte nicht mehr ausweichen. Schon wieder musste das Safety Car für zehn Minuten auf die Strecke.

Frust bei Rosberg

Rosberg war sichtlich frustriert, er schien auf dem besten Weg zu einer Überraschung.

"Das ist schade, das Podium war auf jeden Fall drin", sagte der 25-Jährige: "Webber hat sich plötzlich gedreht, ich konnte nicht vorhersehen, wohin es für ihn geht. Ich habe die falsche Ecke ausgesucht, da hat es halt gekracht."

Vettel mit souveräner Führungsarbeit

Derweil nutzte Vettel als Führender den Vorteil der besten Sicht und baute seine Führung kontinuierlich aus.

Er schien auf dem besten Weg zum Titel, bei einem Sieg hätten ein erster und vierter Platz in den letzten beiden Rennen gereicht.

Doch dann lösten sich alle Hoffnungen buchstäblich in Rauch auf.

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